Deutschland ist endlich wieder Fußballweltmeister! Zumindest Deutschlands Fußball-Roboter vom Team NimbRo der Universitäten Bonn und Freiburg. Im chinesischen Suzhuo fand dieses Jahr zum bereits elften Mal die RoboCup-Weltmeisterschaft statt, für die sich 24 "Mannschaften" aus 12 verschiedenen Ländern qualifiziert hatten. Das Team NimbRo konnte sich im Viertelfinale mit 5:2 gegen die Darmstadt Dribblers behaupten, im Halbfinale schlug man die japanischen CIT Brains mit 4:2 und im Finale konnte man die Gegner aus Osaka, nach einem 6:6 - Endstand nach regulärer Spielzeit, doch noch mit 7:6 besiegen. Damit ist das Team NimbRo Weltmeister in der so genannten KidSize-Klasse, in der pro Mannschaft drei Roboter auf einem Spielfeld von 6 mal 4 Metern gegeneinander antreten.

Die Roboter handeln dabei absolut selbstständig: Über eine Kamera nehmen sie den Spielverlauf wahr, sie koordinieren sich mittels eines Drahtlosnetzwerkes untereinander, sie schießen, flanken, dribbeln, schießen Tore und stehen nach Fouls selbstständig wieder auf. Für ihre menschlichen Betreuer besteht die Herausforderung darin, ihre Teams von Jahr zu Jahr technisch zu verbessern und ihre Fußballfähigkeiten zu optimieren. Teamchef Prof. Dr. Sven Behnke zog nach dem Finale Bilanz: "In diesem Jahr waren die Anforderungen an die Roboter deutlich höher als im Vorjahr. Die Zahl der Spieler wurde erhöht, das Spielfeld vergrößert und das erlaubte Sichtfeld eingeschränkt. Trotzdem ist es uns gelungen, die Roboter schneller und zuverlässiger zu machen und das Teamspiel zu verbessern."



Neben dem Team NimbRo konnte auch das Team b-it-bots der FH Bonn-Rhein-Sieg einen Erfolg in der Home-Liga verbuchen: gemeinsam mit dem Aachener Team AllemaniACs errang es den Vize-Weltmeistertitel in dieser Liga, die sich um Service-Roboter dreht. Denn neben dem sportlichen RoboCup gibt es noch andere Roboter-Wettbewerbe - so treten auch Rettungs- und Haushalts-Roboter in verschiedenen Disziplinen gegeneinander an. Die RoboCup@Home-Liga ist dabei auf dem besten Wege, sich zum Standard-Benchmark für die Service-Robotik zu entwickeln.

Erklärtes Ziel der RoboCup-Veranstalter, der RoboCup Federation, ist es übrigens, bis zum Jahre 2050 ihre Robos derart zu perfektionieren, dass sie es durchaus auch mit menschlichen FIFA-Profis aufnehmen könnten. James Cameron hat uns bereits 1984 in seinem Film "Terminator" davor gewarnt, was passieren könnte, wenn Maschinen irgendwann menschliche Intelligenz besitzen sollten. Hoffen wir also lieber, dass den Fußball-Robos die Freude an ihrer Sportart in Zukunft erhalten bleibt und ihnen nicht "langweilig" wird...

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