Ich bin selbst ein „Arbeiterkind“, also die einzige aus meiner engeren Familie, die ein Studium begonnen hat. Die Probleme, die ein Studieneinstieg vor diesem Hintergrund mit sich bringt, sind mir also durchaus bekannt, insbesondere natürlich die finanziellen. Umso spannender finde ich die Idee der Homepage arbeiterkind.de, von der ich erst jetzt erfahren habe. Die Macher selbst bezeichnen sie als „das Internetportal für alle Schüler und Studenten, die als erste in der Familie einen Abschluss anstreben“. Das klingt schon einmal recht griffig.

Begrüßt wird man durch das Konterfei Oliver Bierhoffs, der ebenso wie andere prominente Vertreter, das gesamte Projekt befürwortet und unterstützt. Sein Lächeln prangt auf einer ansprechend gestalteten Homepage, die leicht zu überschauen und interessant durchzuklicken ist. Die Startseite wartet mit aktuellen Informationen rund um das Projekt, aber auch mit relevanten Artikeln aus anderen Quellen auf. So kann man sich derzeit über das Studium an Filmhochschulen informieren und natürlich darüber, wie man die Hürden auf dem Weg dorthin meistern kann.
Das schlichte Navigationsmenü ist chronologisch aufgebaut und behandelt, ggf. mit entsprechenden Unterpunkten, Themenkomplexe wie „Warum studieren?“, „Studium finanzieren“ und „Wissenschaftlich arbeiten“ bis hin zu „Examen meistern“. Ratschläge werden hier also nicht nur für Schulabgänger geliefert, die sich über ihren weiteren Werdegang noch nicht im Klaren sind. Stattdessen werden auch Studenten zu jedem Zeitpunkt ihrer Karriere begleitet und mit Hinweisen und nützlichen Links versorgt.

Überhaupt macht insbesondere ihre gebündelte Sammlung zu externen und zuverlässigen Informationsquellen, die Nützlichkeit der Homepage aus. Wer, wie ich, beispielsweise auf der Suche nach einem studienspezifischen Praktikum ist und der Fülle an Online-Börsen nicht so recht traut, kann sich hier wichtige Datenbanken heraussuchen und so die richtigen Quellen durchforsten.
Doch arbeiterkind.de ist nicht bloß eine anonyme Online-Präsenz. Stattdessen gibt es in immerhin elf deutschen Städten auch Anlaufstellen für eine persönliche Beratung vor Ort. Zusätzlich werden in vielen der nicht derart versorgten Ortschaften, Stammtische und regelmäßige Treffen mit den freiwilligen Mentoren angeboten, die häufig selbst Hochschüler sind.

Letztlich – machen wir uns nichts vor – ist es fraglich, ob Homepages wie diese eine Entscheidung für oder gegen ein Studium in erheblichem Maße beeinflussen. Doch muss ich offen gestehen, dass mir vor dem Beginn meines Studiums so mancher mühsam zusammengesuchter Hinweis hier wesentlich leichter zugänglich gewesen wäre. Beratung und ein guter Überblick sind maßgeblich für die Wahl zwischen Ausbildung und Hochschulbesuch, insbesondere für uns „Arbeiterkinder“. Beides bietet die vorgestellte Online-Präsenz in adäquater Weise und ist somit fraglos einen Besuch wert.

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