Universität oder Fachhochschule? Geistes- oder Naturwissenschaften oder doch eher etwas aus dem wirtschaftlichen Bereich? Vielleicht erstmal ein Jahr ins Ausland? Zu diesen und weiteren Fragen konnte man sich am Dienstag, 26.Januar 2010, bei der alljährlichen Hochschulmesse in der Beethovenhalle Bonn beraten lassen.

Bereits zum zehnten Mal organisierte die Agentur für Arbeit Bonn/Rhein-Sieg diese Informationsveranstaltung für Studieninteressierte. Rund 30 Hochschulen, hauptsächlich aus den Regionen Bonn und Köln, aber auch aus Aachen, Wuppertal, Siegen und Koblenz, präsentierten sich den potentiellen Studenten und standen ihnen Rede und Antwort.

Und damit hatten sie allerhand zu tun, denn Fragen gab es von Seiten der Schüler genug. Dementsprechend langsam kam man in einigen Gängen voran. Vor allem vor den Ständen der traditionellen Universitäten wie Bonn, Köln oder der RWTH Aachen drängten sich die Jungspunde, manche noch zusätzlich mit den Eltern.

Was kann man wo studieren, welche Bedingungen müssen erfüllt sein und wie ist das Wunschstudienfach aufgebaut? Geduldig stellte man sich jeder unsicheren Frage, verteilte großzügig Infomaterial und gab Tipps, auch zu anderen Problemen, wie etwa die Frage nach der Studienfinanzierung oder der Möglichkeit, während des Studiums ins Ausland zu gehen. Wer schon eine Vorstellung davon hat, wohin es mal gehen soll, konnte sich Anregungen holen, was schon während der Schulzeit getan werden kann oder sollte, um etwaige Grundlagebedingungen für ein Studium zu schaffen.

Denn sich einfach so irgendwo einzuschreiben ist natürlich nicht möglich. Heutzutage müssen für diverse Studiengänge Praktikumserfahrungen oder bestimmte Noten mitgebracht werden, je nachdem für welche Art der Ausbildung man sich auch entscheidet. Dass es da erhebliche Unterschiede gibt, zeigte sich in der bunten Mischung von Institutionen, die für eine Teilnahme an der Messe gewonnen werden konnten.

Neben den traditionellen Universitäten sind es besonders die Fachhochschulen, die das Interesse der Masse auf sich ziehen. Aus Köln, Bonn, Koblenz oder selbst Bingen waren Vertreter angereist, um auf ihr vielfältiges Angebot aufmerksam zu machen. Internationale Einrichtungen wie die „Europäische Fachhochschule Rhein-Erft, Brühl“ oder die „Internationale Fachhochschule Bad-Honnef-Bonn“ waren genauso mit von der Partie wie spezielle Fachrichtungen – etwa die „Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation Köln“ oder die „FOM – Fachhochschule für Ökonomie&Management Köln“.

Zusätzlich buhlten auch noch private Hochschulen um die Gunst der Schüler, wie die „Wissenschaftliche Hochschule für Unternehmensführung Vallendar“ oder die „Hochschule Fresenius Köln“. Der Andrang an ihren Ständen hielt sich jedoch eher in Grenzen, die meisten Gespräche gingen über die reine Erstinformation hinaus und befassten sich schon mit tiefer greifenden, fachlichen Fragen.

Technik, Wirtschaft, Wissenschaft – eine gewisse Dominanz dieser Berufszweige war nicht zu leugnen, was angesichts der allgemeinen Euphorie für Natur- und Wirtschaftswissenschaften, jedoch nicht verwundert. Und dennoch: es gibt sie noch, die „Exoten“. Namentlich waren das dieses Mal die obligatorisch vertretene „Sporthochschule Köln“ und die „Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft Alfter“, die man im wahrsten Sinne des Wortes in die „hinterste“ Ecke verbannt hatte. Ebenso wie die Bundeswehr, die in Zeiten von Studiengebühren für so manchen eine echte Alternative darstellt, um Studium und Geld verdienen miteinander verbinden zu können. Informationen dazu gab es reichlich.

Und genau darum geht es Oberstufenschülern ja nun einmal: Informieren, was das Zeug hält, bevor das Abi bestanden ist. Der Andrang war enorm, laut Veranstalter hatte die Besucherzahl im Vergleich zum Vorjahr noch einmal kräftig angezogen. „Wir haben nicht genügend Infobroschüren, die sind bereits alle weg“ konnte auch Dorothea Elsner von der Studienberatung der Uni Bonn bereits einige Zeit vor Ende der Messe vermelden.

So gingen sie von der Messe nach Hause, die Schülermassen, wie Esel bepackt mit Stoffbeuteln voller Infomaterial. Ob sie nun wissen, was sie mal studieren wollen? Natürlich noch nicht, dafür ist die Hochschulmesse zu oberflächlich auf das reine Studienangebot beschränkt. Aber sie werden wohl einige Ideen haben – und wenn nicht, können sie sich in den Broschüren weiter informieren.

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