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Im Interview mit campus-web erzählen die beiden Wahlhelfer Miao Yu (North American Studies Programm, 11.Semester) und Anne Christina Schluss (Komparatistik, 11.Semester) warum sie sich als Wahlhelfer engagieren und was sie dabei an ihrem Wahltisch im Hauptgebäude erleben. campus-web: Wieso habt ihr Euch als Wahlhelfer gemeldet? Anne: Freunde hatten uns gefragt und da wir gerade Zeit haben, dachten wir uns, dass wir es mal machen könnten. Außerdem gibt es ja auch Geld dafür, das kann man doch immer gut gebrauchen. cw: Seid ihr vorher schon in der Hochschulpolitik aktiv gewesen? Anne: Nein, ich habe mich nie großartig mit der Hochschulpolitik beschäftigt. Bei den Wahlen in den letzten Jahren wusste ich nie, wann sie stattfinden oder worum es überhaupt geht. Miao: Bei mir ist es genauso. Früher habe ich mich gar nicht für die Wahlen interessiert. Der Job als Wahlhelfer jetzt hat erst mein Interesse geweckt. cw: Also hat Euch die Arbeit als Wahlhelfer überhaupt erst zum Wählen animiert? Anne: Genau so ist es. Ich hatte nie genügend Informationen über die Wahlen. Auf einmal kommt man morgens in die Uni und dann stehen die Wahltische da. Plötzlich soll man wählen, aber man weiß nicht, was. cw: Könnt ihr diese eigenen Erfahrungen auch bei anderen Studenten beobachten? Anne: Ja. Wir sprechen viele Studenten an, die hier vorbei kommen und fragen, ob sie schon gewählt haben. Einige sagen dann direkt, dass sie keine Zeit hätten oder schon gewählt haben, aber die meisten fragen erst einmal, worum es denn überhaupt geht. cw: Und da müsst ihr dann als Informanten einspringen? Anne: Ja, nur dass wir ja auch keine Experten auf dem Gebiet sind. Wir erklären Ihnen kurz, was sie wählen können und geben ihnen die Wahlzeitung mit. cw: Bringt es denn etwas, wenn ihr dann Auskunft erteilt? Wählen die Studenten dann? Anne: Nein, es müssen einfach generell schon vor den Wahlen viel mehr Informationen zu den Studenten gelangen. cw: Die Wahlbeteiligung ist also wie immer eher gering? Miao: Ja, das kann man schon sagen. Wir sitzen hier direkt vor Hörsaal 10. Wenn die Vorlesungen stattfinden, dann kommen immer mal wieder Schübe, die wählen wollen. Aber dazwischen herrscht Flaute. cw: Gab es bisher irgendwelche Probleme? Anne: Nein, „Ärger“ in dem Sinne, wie der Wahlausschuss es definiert hatten wir noch nicht. Das einzige, was etwas für Wirbel gesorgt hat, waren zwei Erstsemester-Studenten, die ihre Martikel-Nummer nicht heraus geben wollten und sich darüber aufgeregt haben, dass sie es sollten. cw: Wieso wollten sie ihre Martikel-Nummer nicht heraus geben? Anne: Man hatte ihnen offenbar in den ersten Wochen immer gepredigt, dass es das Schlimmste wäre, wenn man die Martikel-Nummer heraus gibt. Keine Ahnung, was dann passieren soll, auf jeden Fall wollten sie unter diesen Bedingungen nicht wählen. Wir haben sie an den Wahlausschuss verwiesen, damit der ihnen erklärt, dass mit ihrer Martikel-Nummer kein Schindluder getrieben wird. Ob sie allerdings noch da waren, können wir nicht sagen. Hier wählen waren sie auf jeden Fall nicht mehr. cw: Gab es davon abgesehen noch andere Vorkommnisse, die Euch speziell im Gedächtnis geblieben sind? Irgendwelche Überraschungen? Anne: Ja, da gab es einen halben Studentenausweis. Eine Studentin hatte die Rückseite ihres Ausweises abgeschnitten und die zweite Seite zu Hause gelassen. So konnten wir sie natürlich leider nicht wählen lassen. Miao: Und da waren noch die zwei älteren Herren, die unbedingt wählen wollten. Anne: Ja, die waren total euphorisch. Wir dachten zuerst, dass sie bestimmt Gasthörer sind, die bekanntermaßen nicht wählen dürfen. Aber es stellte sich heraus, dass sie tatsächlich Studenten sind - Promotionsstudenten. Sie waren auch schon richtig gespannt auf das Wahlergebnis. cw: Werdet ihr euch im nächsten Jahr wieder als Wahlhelfer melden? Anne: Ich werde wohl nächstes Jahr nicht mehr hier sein, aber wäre das anders, würde ich es gerne wieder machen. Miao: Bei mir ist es genauso. Sollte ich nächstes Jahr noch da sein, melde ich mich wieder freiwillig. Die Möglichkeit zur Stimmabgabe besteht noch bis Donnerstagabend, 18Uhr.
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