Magdalena Hermes ist die Spitzenkandidatin des Rings christlich-demokratischer Studierender (RCDS) fr die diesjhrige SP-Wahl. Die 20-Jhrige studiert im 3. Semester Geschichte und Klassische Philosophie (B.A.) und engagiert sich seit einem Jahr beim RCDS und sitzt fr diese im Studierendenparlament. In einem Interview mit campus-web stellt sie die Leistungen des ersten AStA-Jahres aus ihrer Sicht dar, gibt aber auch zu, dass sie nicht wisse, wie die Gremien an der Universitt besetzt werden.

Cw: Knntest du das Wahlprogramm des RCDS in seinen Eckpunkten benennen und den Verlauf der letzten Legislaturperiode skizzieren?

Magdalena: Wir haben letztes Jahr den AStA gestellt und haben versucht, ihn so umzustrukturieren, dass er den Bedrfnissen der Studenten gerecht wird. Wir haben auch zustzliche Beratungsstunden eingefhrt. Nach drei Jahren haben wir wieder einen Haushalt verabschiedet, was dazu gefhrt hat, dass wir endlich auch solide Finanzen haben. Wir haben Geld gespart und konnten dies an studentische Initiativen weitergeben. Das ist auch unser grtes Anliegen: Studentische Initiativen zu strken, eben auch finanziell, indem wir auch Aufwandsentschdigungen im AStA senken. Wir wollen so viel Geld wie mglich an die Studenten weitergeben und natrlich mchten wir eine starke Vertretung sein fr Interessen, gerade was die Bologna-Reform angeht. Da gibt es noch viel zu ndern und wir mchten gehrt werden. Wir setzen uns aktiv in den Gremien ein und konnten da auch schon ein paar Erfolge erzielen. Das soll auch im nchsten Jahr so weitergehen.

Cw: Ihr koaliert momentan mit der U.L.F. (Unabhngige Liste der Fachschaften) und der Re(h)-Partei. Arbeitet ihr darauf hin, diese Koalition fortzufhren? Was macht ihr, wenn sich die Mehrheitsverhltnisse verschieben?

Magdalena: Wir sind grundstzlich bereit mit jeder Hochschulgruppe Gesprche zu fhren, die bereit sind, mit uns eine starke Vertretung zu bilden. Reden werden wir mit allen. Was dann dabei herauskommt, ist eine andere Sache.

Cw: Also tatschlich auch mit der O:LB (Offene Liste der Bildungsproteste) und Jusos?
Magdalena: Reden werden wir mit allen, das ist schon einmal klar. Mit den Jusos gab es im letzten Jahr eigentlich keine so groen Differenzen. Auch whrend der SP-Arbeit ist selten wirklich massive inhaltliche Kritik von den Jusos gekommen, das hatten wir uns eigentlich auch ein bisschen anders vorgestellt.

Cw: Welche Positionsverteilung ist bei euch im Falle eines Wahlsieges angedacht? Du bist auf dem Listenplatz 1, also auch die zuknftige AStA-Vorsitzende?

Magdalena: Grundstzlich finde ich es eigentlich nicht richtig, ber ungelegte Eier zu reden. Man macht sich natrlich Gedanken und wir setzen uns jetzt erst einmal fr den Wahlkampf ein. Diese personelle Frage ist noch offen, das wird sich noch zeigen. Es hngt auch ein bisschen davon ab, ob Wolfgang Schoop bereit wre, weiterhin Vorsitzender zu sein und wer sonst noch bereit wre, diese Aufgabe zu bernehmen.

Cw: Studentische Mitbestimmung und die Strkung der studentischen Position wird bei euch grogeschrieben. Auf viele Studenten wirkt die studentische Vertretung in verschiedenen Gremien aber nicht bestimmend, sondern nur beratend, also ohne Entscheidungskompetenz. Gegenwrtige Entscheidungstrger werden ihren Einfluss aber nicht freiwillig aufgeben. Wie wollt ihr die studentische Position trotzdem strken?

Magdalena: Das Problem dabei ist, dass in den Gremien, in denen wir mitarbeiten, Studenten unterbesetzt sind. Im Senat zum Beispiel sind vier studentische Vertreter gegenber 23 Professoren. Natrlich pochen wir darauf, dass sich das ndert. Allerdings knnen wir das nicht entscheiden. Ansonsten hoffen wir, dass wir ber konstruktive Beitrge Einfluss gewinnen. Wenn wir zeigen, dass wir zu vernnftigen Gesprchen bereit sind und wir uns uns vernnftig einbringen, dann knnen wir auch etwas verndern knnen. Wir sind optimistisch, dass wir das knnen. Wir hoffen aber, dass uns auch irgendwann das Recht zugesprochen wird, wirklich mitzuentscheiden. Besonders in Bezug auf die Studiengebhren. Wir fordern ja auch ganz klar, dass die Studenten ein Vetorecht bekommen, wenn Studiengebhren fr etwas ausgegeben werden, dass nicht unmittelbar der Lehre zugute kommt.

Cw: Bleiben wir bei den Studiengebhren: Wolfgang Schoop hat schon letzten Jahr bei der Elefantenrunde gefordert, dass die Studenten mitbestimmen knnen sollten, wofr ihr Geld ausgegeben wird. Jetzt hrt man von Zeit zu Zeit, dass die Gebhren zum Beispiel fr die Instandhaltung des Universittsdachs benutzt werden sollen.

Magdalena: Ja, das darf eigentlich nicht sein, weil die Gebude dem Land gehren, das selbst die Gelder bereitstellen sollte. Ich mein, die Sache ist, wir setzen uns dafr ein und das tun wir im Rahmen unserer Mglichkeiten. Wir pochen natrlich darauf, dass die Studiengebhren so verwendet werden, dass sie uns zugute kommen. Das Problem ist blo, solange wir in diesen ganzen Gremien unterreprsentiert sind, knnen wir zwar viel sagen, aber ob das gehrt wird, ist eine andere Sache.

Cw: Wie kann man dieses Ziel denn auf langfristige Sicht erreichen?

Magdalena: In einer Legislaturperiode geht das natrlich nicht. Man kann, und das ist ja auch die Schiene, die wir fahren, versuchen, so konstruktiv zu arbeiten und uns wirklich offensichtlich Mhe zu geben, dass wir auch ernst genommen werden. Ich weit jetzt nicht genau, wer diese Gremien aufstellt und dafr Verantwortlich ist. Aber solange es so ist, mssen wir uns damit arrangieren und uns auf unsere Weise einbringen.

Zu Teil 2 des Interviews

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