Die Linke.SDS gehrt zu einer Uni einfach dazu. Auch in Bonn treten sie dieses Jahr wieder zur SP-Wahl an. campus-web sprach mit Matthias Schug (5.Semester, Bachelor Geschichte/ Politik und Gesellschaft), einem Listenkandidat der HSG, der sich bei der diesjhrigen Elefantenrunde der Diskussion stellte, ber Bildungsstreik, Minderheiten und Wahlmdigkeit.

cw: Was luft Deiner Meinung nach gerade schief an der Uni Bonn und bedarf dringender nderung?

Schug: Es herrscht sehr wenig demokratische Mitbestimmung. Auer durch das Studierendenparlament (SP) hat man kaum Mglichkeiten, sich aktiv in der Hochschule einzubringen und das SP selbst hat auch nur noch wenig Einfluss. Deshalb brauchen wir dringend eine Demokratisierung der Hochschulen.

Wie wollt ihr von Die Linke.SDS diese Vernderungen voran treiben?

Wir wollen dem AStA sein hochschulpolitisches Mandat zurckgeben, es ist wichtig, dass er wieder politische Forderungen vertritt und zwar die der Mehrheit der Studierenden.

Welche konkreten Vernderungen drfen wir von Euch erwarten?

Wir wollen vor allem den Minderheiten der Universitt ihre Stimme wiedergeben. Die Wiedereinfhrung der autonomen Referate ist ultimativ wichtig.

Wie steht ihr zu den Top-Themen des Bildungsstreiks- Studiengebhren, Bologna-Prozess, Hochschulrat- und wie zum Bildungsstreik allgemein?

Die Studiengebhren mssen dringend abgeschafft werden, da sie klar sozial selektierend sind. Menschen mit schlechtem sozialem Hintergrund haben kaum noch die Chance zu studieren. Es bestehen kaum Mglichkeiten zu arbeiten. Jedoch nur abschaffen allein reicht auch nicht, sondern es muss vom Land gegenfinanziert werden. Eine Erhhung des Bildungsetats ist unumgnglich.
Ein Workload von 40 Stunden die Woche ist entschieden zu hoch. Ein Freund von mir studiert Chemie im 1.Semester und seit er angefangen hat, habe ich ihn nicht mehr gesehen, da er tglich von 8 bis 18 Uhr in der Uni ist und am Wochenende und abends lernen muss. Auerdem bietet das Studium in seiner jetzigen Form wenige Freiheiten. Es bestehen keine Wahlmglichkeiten fr einen Schwerpunkt und darberhinaus gibt es viel zu viele Prfungen.
Der Hochschulrat muss weg, da er absolut undemokratische Arbeit leistet. Er agiert geheim, ohne jegliche Kontrolle und besetzt sich selbst, mit Millionren und anderen hohen Persnlichkeiten. Der Hochschulrat soll die Uni und die Gesellschaft verknpfen, er reprsentiert diese aber nicht.

Wie steht ihr zum Bildungsstreik allgemein?

Den Bildungsstreik haben wir von Anfang an untersttzt und tun das auch nach wie vor. Der SDS hat von Beginn an Ressourcen zur Verfgung gestellt, Personal genauso wie Material oder Rumlichkeiten. Auerdem ist 1/3 des SDS-Haushaltes dem Bildungsstreik gespendet worden.

Die Wahlbeteiligung ist traditionell eher gering. Wie wollt ihr die Studenten zur Wahl animieren?

Wir haben mit der OL:B! ein Konzept erarbeitet, weil wir nicht nur reden- sondern auch aktiv werden wollen. Wir wollen in allen Fachbereichen gemeinsam mit den Fachschaften Vollversammlungen organisieren, in denen sich jeder ber die verfasste Studierendenschaft informieren kann. Das kann noch in dieser Woche stattfinden, wenn die Fachschaften aktiv mithelfen. Einige haben wir schon angesprochen, die Ethnologen zum Beispiel haben ihre Vollversammlung sogar schon einberufen.

Mit welchem Wahlergebnis rechnet ihr?

Mit einem abgewhlten Rechts-AStA.

Wer kommt fr euch als Koalitionspartner in Frage?

Auf keinen Fall: der RCDS und die LHG, die sind absolut untragbar. Die ULF ist zur Zeit auch indiskutabel. Denkbar wre wieder eine Zusammenarbeit mit der Juso-HSG. Mit den Grnen und der OL:B! arbeiten wir jetzt schon eng zusammen. Die LUST kritisieren wir in vielen Punkten, um jedoch berhaupt wieder eine linke Hochschul-Politik etablieren zu knnen, wre auch eine Kooperation mit ihnen denkbar.

Noch einmal kurz und knackig: Warum sollten wir Studenten gerade Die Linke.SDS whlen?

Weil wir die Vorzge aller linken Gruppen vereinen. Wir untersttzen die Bildungsstreikforderungen und setzen uns fr eine kologische und nachhaltige Uni ein. Und weil Sozialismus in meinen Augen auch heit, dass gute Bildung fr jeden zugnglich ist und genau dafr kmpfen wir.

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