campus-web: Wie lief der Dialog mit den Wortfhrern des Bildungsstreiks?

Patrick Honecker: Letztendlich haben wir eine Einigung gefunden. Wir hatten einen gemeinsamen runden Tisch, bei dem die Wortfhrer des Bildungsstreiks dabei waren. Wir geben ihnen die Mglichkeit, den Hrsaal 13, eigenstndig zu nutzen. Im Gegenzug haben die Streikenden eben die Aula fr uns freigegeben. Denn wir wollten von Anfang nicht, dass das zentrale Angebot fr Vorlesungen durch eine relativ geringe Zahl von Protestlern blockiert wird. Wir haben das inzwischen soweit geklrt, dass wir auf beiden Seiten gut arbeiten knnen.

ampus-web: Es gab konkrete Forderungen, wie zum Beispiel die Auflsung des Hochschulrats. Was sagen Sie dazu?

Patrick Honecker: Das sind Forderungen, die wir hier an der Hochschule gar nicht umsetzen knnen, weil sie ber den Gesetzgeber legitimiert worden sind. Im Gegensatz dazu arbeiten wir schon an einer Verbesserung der Bachelor-Master-Studiengnge. Die Strukturen zu entschlacken und Druck herauszunehmen ist ein einheitlicher Wunsch der Professorenschaft und der Studierendenschaft. In Bezug auf den Hochschulrat oder die Studiengebhren haben wir keinen Konsens.

campus-web: Meinen Sie, dass es bei diesem einen Bildungsstreik bleibt? Oder knnte da noch mehr kommen?

Patrick Honecker: Auf der einen Seite flammen die Bildungsstreiks an Hochschulen seit vielen Jahren immer wieder auf. Dieser Streik war bereits erfolgreich. Auch die Kultusministerkonferenz hat Entgegenkommen signalisiert. Auf der anderen Seite muss man die Haushaltslage realistisch betrachten: Ursprnglich sollten 60 Milliarden Euro zustzlich in die Bildung gesteckt werden. Inzwischen sind es ca. 10 Milliarden Euro. Ich gehe davon aus, dass es weiterhin relativ eng an Hochschulen bleibt und man muss abwarten, inwieweit die bisherigen Proteste zu einer Verbesserung weiter Bereiche fhren.

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