Sein 15-jhriges Jubilum konnte in diesem Jahr das gemeinntzige Centrum fr Hochschulentwicklung (CHE) in Gtersloh feiern. Das Institut, das aus einer Grndung der Bertelsmann-Stiftung entstanden ist, hat sich seit 1994 zu einem der bekanntesten Universitts-Bewertungssysteme der Bundesrepublik entwickelt. Seit 1998 verffentlicht das Institut eine Rangliste fr 35 Hochschul-Fcher. Der Zeit-Verlag, der die langfristigen Erstverffentlichungsrechte erstanden hat, vermarktet die Ergebnisse jedes Jahr als eigenen Studienfhrer.

In jngster Zeit mehrte sich Kritik aus den Reihen verschiedener universitrer Institute am CHE-Ranglistensystem. Nachdem im Sommer bereits die mathematisch-naturwissenschaftliche Fakultt der Uni Kiel, der Fachbereich Bildungswissenschaften der Uni Koblenz-Landau und mehrere Fachbereiche der Uni Siegen aus dem Ranking ausstiegen, hat nun auch das Rektorat der Bonner Universitt beschlossen, dass sich die gesamte Universitt aus dem Bewertungssystem verabschieden wird.

"Wir haben in den CHE-Rankings nicht schlecht abgeschnitten", erzhlte Andreas Archut, Pressesprecher der Universitt dem Bonner General-Anzeiger. Man wende sich ausschlielich gegen Methodik und Form des Ranking. Die Datenlage ist hufig sehr dnn. Die Kriterien bilden auerdem nur einen kleinen Ausschnitt der Wirklichkeit ab, so Archut.

Tatschlich gibt es schon seit Lngerem Kritik an dem Bewertungssystem des Bertelsmann-Instituts. Dem CHE-Ranking wird vorgeworfen, dass es intransparent sei, ein viel zu grobes Bewertungssystem habe, eine kommerzielle Ausrichtung habe und dass Befragungen der Institutsmitarbeiter oft willkrlich geschehen.

Der Bonner Universitt hingegen wird nach dem Ausstieg nun vorgeworfen, dass sie mit Rckzug aus dem Bewertungssystem die schlechten Bewertungen ihres Lehrangebots ausblenden wolle. Die CHE-Institutsleitung kndigte an, ein klrendes Gesprch mit dem Bonner Rektorat zu suchen.

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