Neues Semester, neue Cafeteria. Die vorlesungsfreie Zeit wurde genutzt, um das Herz des Uni-Hauptgebudes aufzumotzen. Campus-Web sprach mit Mirjam von der Mark, Pressesprecherin des Studentenwerks Bonn, ber den Neustart.


cw: Sehr geehrte Frau von der Mark, vielen Dank, dass sie sich Zeit fr uns nehmen. Erst einmal herzlichen Glckwunsch zur neu gestalteten Cafeteria. Endlich sind die rauchgrauen Wnde farblicher Abwechslung gewichen. Und genau so hatte es sich fast jeder Student schon lange gewnscht. Wie lange gab es schon Plne fr eine solche Renovierung?
Mirjam von der Mark: Seit etwa eineinhalb Jahren gab es die Plne fr den Umbau. Wir haben hier die dringende Notwendigkeit zur Vernderung gesehen. Aber auf Grund des Denkmalschutzes gestalteten sich die Vorbereitungen etwas schwierig. Viele Fragen mussten dafr geklrt werden, wer ist der Ansprechpartner, welches Amt muss eingeschaltet werden...

cw: Wie gestaltete sich die Zusammenarbeit mit der Universitt?
Mirjam von der Mark: Der Raum gehrt der Universitt. Sie hat die ganze Vorarbeit, was etwa Vorbereitungen der Decken und Wnde aufgrund des Denkmalschutzes angeht,bernommen, damit wir mit den eigentlichen Arbeiten beginnen konnten. Das war eine groartige Kooperation.

cw: Was ist das neue Konzept hinter dem Redesign?
Mirjam von der Mark: Wir hatten zwei Dinge zum Ziel: Einladen zum Bleiben, aber auch zum Lernen. Man soll sich in gemtlicher Atmosphre hinsetzen und arbeiten knnen.

cw: Im Vergleich zum alten Verkaufsraum ist es ja eine deutliche nderung.
Mirjam von der Mark: Fr uns war dieser kleineRaum immer sehr ungastlich, und das strahlte dann auch in den eigentlichen Aufenthaltsbereich hinaus. Er war schlecht einsehbar und konnte keine wirkliche Atmosphre erzeugen.

cw: Wer hat sich um die Auswahl der Sthle gekmmert? Diese sind ja richtig gemtlich geworden und Hingucker Nummer eins.
Mirjam von der Mark: Die Bestuhlung unterstreicht das Wintergartenflair. Wir finden, mit der neuen Bestuhlung das Dilemma der alten Holzsthle gut beseitigt zu haben. Wir haben fnf Sthle Probe gesessen, unter dem Aspekt der Gemtlichkeit, aber auch unter dem Blickpunkt wie gut kann man daran lernen. Sie sollten nicht nur schick, sondern auch fr das Lernen geeignet sein. Es soll Freude machen, sich dahin zu setzen und auch lnger dort sitzen bleiben zu knnen.

cw: Haben auch die Studenten Einfluss auf die Wahl der Bestuhlung genommen?
Mirjam von der Mark: Ja, irgendwie schon. Als vier Sthle in der engeren Wahl waren, haben wir einige Studenten nach dem Zufallsprinzip gebeten, auf ihnen Probe zu Sitzen und nach ihrer Meinung gefragt. Das berraschende fr uns war, dass sie auf eine ganz andere Art die Sthle benutzten als wir dachten. Whrend wir in erster Linie die Gemtlichkeit geprft haben, uns zurck lehnten, saen die Studenten nach vorne gebeugt, in Arbeitsposition, mit verschrnkten Fen dort. Am Ende haben wir uns dann mehrheitlich auf die neuen Korbsthle geeinigt.

cw: Kann man schon sagen, wie der neue Name der Cafeteria lauten wird, oder bleibt das noch bis nchste Woche ein Geheimnis?
Mirjam von der Mark: Nchste Woche wird der Name voraussichtlich bekannt gegeben. Es gab eine Umfrage nach dem Namen fr die Cafeteria mit unglaublich vielen Vorschlgen.

cw: Was war denn einer der, die es nicht wird?
Mirjam von der Mark: Naja, ich sag mal Futterplatz passt jetzt nicht wirklich.


cw: Haben sie persnlich schon Reaktionen von Studenten erfahren?
Mirjam von der Mark: Ja, ich war zweimal dort und habe in frhliche Gesichter geschaut. Der Raum sei super geworden. Die Sulen kommen jetzt besser zur Geltung, und es ist toll, dass man auch mal den Laptop stehen lassen kann, wenn man rasch zur Verkaufstheke geht.


cw: Schick, modern und gemtlich ist eine Sache. Leider gibt es ein groes Manko, dass uns aus Studentensicht berichtet wurde: Die ffnungszeiten. Wurde bei der Planung schlicht vergessen, dass Studenten schon von sieben Uhr Morgens bis zehn Uhr Abends sich in der Uni aufhalten, oder warum ffnet man sonst nur derart knapp?
Mirjam von der Mark: Wir versuchen die Vorlesungszeiten an die ffnungszeiten anzupassen. Die Abteilung Gastronomie bei uns im Haus wei, dass wir die Zeiten anpassen mssen und das werden wir auch tun. Derzeit ist die neue Cafeteria in der Testphase. Daher bitten wir um etwas Geduld, aber da wird sich was ndern.


cw: Hat das Studentenwerk da nicht an der Zielgruppe vorbeigeplant? Es geht ja nicht nur um die ffnungszeiten, sondern auch um den Aufenthalt an sich. Warum kann man nicht wenigstens die Automaten nach drauen stellen?
Mirjam von der Mark: Das mit den Automaten ist unglcklich. Zum einen sehen sie optisch im Raum im Moment nicht so schn aus. Aber schon wegen der Fluchtwege drfen diese auch nicht drauen auf den Fluren aufgestellt werden.

cw: Knnte man dann den Raum stattdessen einfach offen lassen?
Mirjam von der Mark: Die Theke ist mit Ware bestckt, und alle Sigkeiten und Getrnke liegen offen. Der Raum wird wohl auch in Zukunft geschlossen bleiben.

cw: Das Problem aus Studentensicht aber bleibt dann: Es fehlt ein Aufenthaltsraum. Man wre ja freitags von 14.30 bis 18 Uhr darauf angewiesen, auf Treppen zu sitzen oder in private Cafes zu gehen
Mirjam von der Mark: Und dabei wre es angenehm, auch im Hauptgebude schn sitzen bleiben zu knnen. Das kann ich nachvollziehen und werde das hier im Haus weitergeben.

cw: Hat man das eventuell schlicht vergessen?
Mirjam von der Mark: Das kann gut sein, dass man in den ganzen Planungen und Umsetzungen von Richtlinien, Verordnungen vergessen hat. Aber wie gesagt, wir werden prfen, ob man eine Lsung finden kann. Sicherlich wird es noch nderungen geben.

cw: Bte eine berwachung via Kamera eine Lsung des Problems?
Mirjam von der Mark: Nein, ich glaube nicht, dass das funktionieren wrde. Das wrden die Studenten nicht mit sich machen lassen, und dann fernbleiben. Ich glaube nicht, dass eine solche Lsung berhaupt zur Disposition steht.

cw: Ist der Kaffeepreis gleich geblieben? Und wie gilt die Bonusregelungen?
Mirjam von der Mark: Der Preis fr den Kaffee hat sich verndert. Das hat zwei Grnde: Zum einen gibt es den Kaffee jetzt im Service und nicht mehr in Selbstbedienung. Zum anderen sind wir auf Porzellangeschirr umgestiegen. Der Kaffee ist immer noch aus fairem Handel und fr die volle Bonuskarte gilt nach wie vor: Ein Heigetrnke der Wahl.

cw: Die Pinnwand, die vor vielen Jahren bergangsweise in die Cafete gebaut wurde und den Raum in einen greren und kleineren Gang teilte, ist jetzt auch weg. Warum?
Mirjam von der Mark: Auch hier sind es in erster Linie Brandschutzgrnde. Aber das ist vor allem Unisache. Vielleicht kann man noch eine Regelung finden, dass an einer Wand in der Uni ein solches Board angebracht wird. Denn die Studenten brauchen ein solches Kommunikationsmittel sicherlich.

cw: Vielen Dank fr das Gesprch. Mchten sie eventuell noch etwas loswerden?
Mirjam von der Mark: Wichtig ist mir, dass sich die Studenten wirklich angesprochen fhlen uns ihre Meinung zu sagen! Das ist eine herzliche Einladung. Wir arbeiten mit fast 90 Jahren Erfahrung. Aber es verndert sich auch vieles. Die Vorlesungen finden jetzt spt statt, enden nicht mehr kurz vor Mittag. Und dafr brauchen wir Rckmeldung. Fr uns ist nicht so relevant, was wir toll finden, sondern was wollen unsere Kunden. Und wenn wir da Feedback bekommen, dann ist das groartig.

Mailen Sie einfach an gastronomie@studentenwerk-bonn.de.



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