Die Romanistik ist ein groes Gebiet. Sie befasst sich nicht nur mit franzsischer Sprache und Literatur, sondern mit allen Sprachen und Literaturen, die dem Lateinischen entstammen. Und weil verschiedene Sprachen und Literaturen auch unterschiedliche Kulturen herausbilden, ist sie nicht nur eine weite Sprach- und Literaturwissenschaft, sondern auch eine beraus breitgefcherte Kulturwissenschaft.

Das bedeutet nicht eben wenig: So teilt sich die Romanistik auf in Galloromanistik, Italianistik, Hispanistik, Lusitanistik und Rumnistik, um nur die Hauptrichtungen zu nennen. Romanische Sprachen und damit verbunden romanische Kulturen sind darber hinaus nicht nur auf Europa beschrnkt, sondern um den ganzen Globus herum verteilt. Eine Romanistentagung hat also viele Felder abzudecken, um den Belangen des Faches gerecht zu werden.

Folgerichtig wird ein reichhaltiges Programm geboten. Es ist unterteilt in einzelne Sektionen, also bergeordnete Thematiken, die ihrerseits fnf Bereichen zugeordnet werden: Sprachwissenschaft, Literaturwissenschaft, Kultur- und Medienwissenschaft, der interdisziplinre Bereich der sogenannten Transversalen Sektionen und schlielich der didaktische Bereich. In jeder Sektion findet sich eine Flle von weiteren Einzelthemen. Die Vortragslisten sind lang, und da sich bei aller guten Planung immer wieder Ausflle und Verschiebungen im Zeitplan einstellen, mu der Besucher hier oftmals Geduld mitbringen, um sich zurechtzufinden.

Der Romanistentag ist in erster Linie ein Forum der deutschsprachigen Romanistik. Das heit aber nicht, da er eine international unbedeutende Veranstaltung wre. Ganz im Gegenteil ist das Renommee ausgezeichnet. Denn eben dadurch, dass die Tagung in erster Linie mitteleuropische und damit dezidiert auerromanische Forschung spiegelt, ermglicht sie den Blick auf die romanistischen Disziplinen aus sozusagen externen Perspektiven.

Die internationale Szene wei das zu schtzen. Und neben zahlreichen Besuchern aus dem romanischen Raum findet sich unter den Gsten auch ein Experte aus Australien, das sicherlich auch in romanistischer Hinsicht ein Inseldasein am anderen Ende der Welt fhrt. Darber hinaus bietet der Romanistentag fr viele junge Nachwuchswissenschaftler die Mglichkeit, Kontakte mit der Fachwelt zu knpfen und sich mit Altgedienten auszutauschen. Ein flchtiger Blick auf die Sektionen zeigt dann auch, dass neben klassischen Thematiken auch moderne Strmungen in die Forschung Aufnahme finden. Hier sei als Beispiel die Sektion mit dem Titel Roadmovies in der Romania genannt.

Insgesamt prsentiert sich die Romanistik als ebenso weitlufige wie auch offene, ebenso traditionelle wie auch aktuelle Wissenschaft. Und sie zeigt dem Besucher eindrucksvoll, wie sehr die Muttersprache Europas letztlich in die ganze Welt hinein ausstrahlt.

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