Studium, und dann? hat euch bereits ber die Berufschancen von Germanisten im Verlagsbereich aufgeklrt hat und den mglichen Werdegang eines Germanisten in der Bcherbranche gezeigt. Im dritten Teil unserer Serie wollen wir uns nun noch weiter in die Praxis vorwagen und euch potenzielle Arbeitgeber aus der Region vorstellen. campus-web hat sich dafr vier Verlage aus Kln und Bonn herausgegriffen, die Anlaufstelle fr Praktika und Volontariatsbewerbungen sein knnten.

Kiepenheuer & Witsch

Der vor allem unter dem Kurznamen KiWi bekannte Klner Verlag gilt als einer der renommiertesten seiner Branche. Unter den an niedrigen Verkaufszahlen leidenden Verlagen ist Kiepenheuer & Witsch noch einer der erfolgreichsten. Zu verdanken hat es der Verlag unter anderem Bestsellern wie Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod. Auch in den aktuellen Spiegelbestsellerlisten fr Belletristik und Sachbcher ist KiWi dreifach vertreten.

Programmatisch gesehen tanzt der Verlag auf vielen Hochzeiten. Er hat sich sowohl in der Populrliteratur als auch in der Sparte der Sachbcher einen Namen gemacht. Kiepenheuer & Witsch ist dabei neben renommierten Schreibern auch fokussiert auf junge Autoren. So hatte Benjamin von Stuckrad-Barre 1998 mit seinem Debt Soloalbum bundesweiten Erfolg. Ein weiterer Schwerpunkt der Verlagsarbeit besteht in der Verffentlichung von Musikliteratur. Jobs in bei Kiepenheuer & Witsch sind nach eigener Aussage momentan nicht zu vergeben. Allerdings bietet die Internetprsenz des Betriebes digitale Informationsbroschren zu Volontariaten im Bereich der Pressearbeit und des Lektorats.

M. DuMont Schauberg

Die zweite Verlagsgruppe aus Kln, die auch bundesweit in der ersten Liga spielt, ist DuMont. Ob nun Schmuddelbuch oder Roman voller Mut, mit Feuchtgebiete verlegte DuMont das meistgekaufte und zeitgleich umstrittenste Buch 2008. Und setzte 1,3 Millionen Exemplare des Bestsellers von Charlotte Roche ab. DuMont hat eine lange Tradition. Die Verlagsgeschichte lsst sich bis ins 17. Jahrhundert zurckverfolgen. Momentan beschftigt M. DuMont Schauberg 3500 Mitarbeiter und erwirtschaftet Umstze von ber einer halben Milliarde Euro. Dieses Geld verdient DuMont allerdings nicht unbedingt mit Bchern, sondern eher in seiner Eigenschaft als Zeitungsverleger. Die Liste der verlegten Zeitungen wie der Frankfurter Rundschau, der Berliner Zeitung oder der Hamburger Morgenpost kann problemlos erweitert werden. Die Buchsparte von DuMont wurde 1956 zunchst ausschlielich fr Kunstliteratur gegrndet. Die Programmbereiche Populr- und Sachliteratur kamen spter hinzu. Den Groteil der verlegten Literatur ist aber weiterhin dem Kunstgenre zuzuordnen.

Auch DuMont stellt Informationen zu Bewerbungen und Stellenausschreiben fr Praktika auf der betriebseigenen Internetseite zur Verfgung.

Bhlau

Der Unterschied zwischen den schon vorgestellten Betrieben und dem Verlag Bhlau liegt in der Ausrichtung. Wo sich andere Belletristik auf die Fahnen geschrieben haben, gilt bei Bhlau die volle Konzentration ausschlielich den Geisteswissenschaften und historischen Sachbchern. Gegrndet wurde das Verlagshaus bereits 1624 am Frstenhof von Weimar, wo Bhlau noch heute eine Niederlassung besitzt. Hauptsitz ist aber neben Wien auch Kln. Kontakt mit dem Verlag werden sicher viele von euch schon indirekt gemacht haben, denn Bhlau ist auerdem Gesellschafter der Uni-Taschenbcher GmbH (UTB).

Ein weiterer groer Unterschied zu KiWi und DuMont ist vor allem die Gre des Verlags. Die Mitarbeiterdecke ist berschaubar. Vielleicht ist Bhlau deshalb sehr gut geeignet, um erste Kontakte in die Branche zu knpfen und einen Verlag einfach etwas persnlicher kennen zu lernen.
Fr Anfragen und weitere Informationen schaut doch einfach hier vorbei.

Bouvier-Verlag

Bouvier kennen so ziemlich alle Studenten aus Bonn. Dass die Universittsbuchhandlung sogar einen eigenen Verlag in der ehemaligen Bundeshauptstadt betreibt, wissen nur die wenigsten. Der enge Bezug zur Stadt Bonn und der Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universitt im Besonderen zeigt sich auch an dem Verlagsprofil Bouviers. Gedruckte Dissertationen machen immer noch einen groen Teil der des Druckvolumens aus. Dazu kommen auch vor allem regionale und regionalhistorische Publikationen, aber auch berregionale Sachbcher aus Bereichen wie Philosophie und Psychologie. Beachtet werden muss dabei, dass der Fokus Bouviers ausschlielich auf Geisteswissenschaften beschrnkt ist sicher nicht die schlechteste Voraussetzung fr Germanisten. Nhere Einblicke in das Verlagsgefge unter bouvier-verlag.de.

Diese Zusammenstellung von Verlagen aus der Region ist natrlich nur ein kleiner Ausschnitt. Die weite Verlagslandschaft des Rheinlandes bietet noch viele mehr oder weniger groe Verlagshuser. Die genannten Verlage sind somit lediglich Beispiele fr die verschiedene Ausrichtung und Gestalt, die Verlage haben knnen. Ob ihr klein anfangt oder es direkt bei einem der Groen der Branche versucht bleibt euch berlassen. Wenn ihr allerdings im Verlagsgeschft Fu fassen wollt, fhrt kein Weg an einem Haufen Bewerbungen vorbei. Wir hoffen, dass euch unsere Reihe ber das Verlagswesen gefallen hat und vielleicht den kleine Lektoren, Pressereferenten oder PR-Strategen geweckt hat.

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