Die Meinungen sind gespalten. Glaubt man Sandra Witscher, Geschftsfhrerin des FID Verlags und Verlagsleiterin des Investor Verlags, dann sind die Einstiegsmglichkeiten als Germanist ins Verlagswesen nicht aussichtslos. Strker noch als auf das Studium, kommt es auf die richtige Einstellung an und die Grnde weshalb einem die Arbeit gefallen wrde, erklrt sie.

Sandra Witscher hat es geschafft. 1959 machte die studierte Germanistin ihren Abschluss und fing erfolgreich bei einem der zehn Fachverlage der Verlag fr die Deutsche Wirtschaft AG an. Die Aktiengesellschaft ist das Flaggschiff der Verlagsgruppe Rentrop, welche insgesamt noch sechs weitere Verlage, Unternehmen und Medienbeteiligungen umschliet. Mit 2/3 des Gruppenumsatzes basiert das Kerngeschft allerdings eindeutig auf der beratenden Ttigkeit des Verlags fr die Deutsche Wirtschaft. Dieser publiziert unter anderem Informationsdienste zur erfolgreichen Geldanlage in Immobilien und Wertpapieren.

In der Personalabteilung ist man jedoch kritischer. Frher, ja frher wre das mglich gewesen. Aber heute sind Germanisten eher die Ausnahme, erlutert Frau Nipper. Ohne zustzliche Praktika oder Lehren, die zeigen, dass man sich in eine andere Richtung orientieren mchte, stehen die Chancen schlecht. Beinahe entschuldigend fgt sie an, dass Geisteswissenschaftler den Aufgabenbereichen eines Wirtschaftsverlages, welche sich hauptschlich auf Produktmanagement, Marketing und Controlling belaufen, nicht entsprchen. Das Unternehmen schaue eher nach Betrieb- oder Volkswirtschaftlern.

Worin besteht dann das Erfolgsrezept der sympathischen Geschftsfhrerin, die sich trotz ihres Germanistikstudiums einen Namen im Verlag gemacht hat?

Der Schlssel liegt in der frhzeitigen Orientierung innerhalb der Betriebe. Ich kann jeden nur darin bestrken in die Unternehmen rein zu gehen, weil es ganz oft anders ist als man denkt, schildert Frau Witscher.Nach einem mehr oder weniger ernchternden Praktikum beim Solinger Tageblatt, orientierte Sandra Witscher sich neu und bewarb sich um verschiedene Volontariate bei Verlagen. So kam es, dass sie im Endstadium ihres Studiums bereits vier Tage in der Woche als studentische Hilfskraft im Verlag ttig war. Was eigentlich nur als bergangslsung dienen sollte, wurde zu einer langfristigen Aufgabe. Heute arbeitet sie daran den Geschftsbereich der Kapitalanlagedienste und Brseninformationsdienste fr private Geldanleger weiter auszubauen, neue Produkte einzufhren und Geschftsmodelle im Internet weiter zu festigen. Ihr Studium war ihr dabei in sofern hilfreich, als dass es ihr den Spa an der Sprache vermittelte. Der Umgang mit Sprache findet sich in ihrem beruflichen Alltag gerade im Direktmanagement wieder, wo es darum geht verkuferisch Kunden ein Produkt nahe zu bringen.

Fazit: Germanisten sind zwar nicht die prverierten Berufseinsteiger in spezialisierten Verlagen wie dem Verlag fr die Deutsche Wirtschaft, aber die Mglichkeit ber Praktika oder ein Volontariat doch noch einen Fu in die Tr zu bekommen bleibt.
Ein Quntchen Glck gehrt natrlich ebenfalls dazu.

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