Der von verschiedenen Gruppen, darunter auch Ver.di, getragene Demonstrationszug setzte sich mit 45-mintiger Versptung vom Kaiserplatz aus in Bewegung. Die von den Veranstaltern angepeilte Zahl von fnf- bis zehntausend Teilnehmern wurde allerdings verfehlt: rund 3 000 Schler und Studenten machten sich nach Polizeiangaben am Mittwochmorgen auf, um sich gegen die Missstnde im Bildungswesen zu uern.

Den Groteil der Demonstranten stellten allerdings die Bonner Schulen. Nur wenige hundert Studenten waren an der Aktion beteiligt. Einer von ihnen, Anglistik-Student Andreas Peters, uert sich gegenber campus-web nachdenklich: Ich mchte hier protestieren, gegen alles, was in unserem Bildungssystem schief luft. Wenn ich dann sehe, dass es von 25 000 Bonner Studenten nur 500 hierher geschafft haben, finde ich das schon erschreckend. Die Veranstalter mgen dies hnlich gesehen haben, lobten aber lieber das Engagement der Schler. Lena Schmoll, ein treibende Kraft der Veranstaltung, dazu: Bemerkenswert ist vor allem, dass sich so viele Schler, die wahrscheinlich nie studieren werden, hier beteiligen. Es ginge nicht darum, sich gegenseitig niederzumachen oder schief anzusehen, sagt die Studentin, sondern gemeinsam fr eine bessere Zukunft zu kmpfen.

Um 10:15 Uhr also kam der Demonstrationszug ins Rollen. Begleitet von 200 Polizisten aus Bonn, Kln, Wuppertal und Aachen liefen die Schler und Studenten hinter einem Banner mit der groen Aufschrift Bildungsstreik der Bonner Jugendbewegung her. Plakate und Schilder verrieten, wie viel Mhe und Zeit in die Entwicklung von Slogans investiert wurde. So stand auf einem Plakat geschrieben: Kostenlose Bildung oder reiche Eltern fr alle! Auf anderen Bannern wurden ganz direkt die Themen angesprochen, die die Menschen auf die Strae gelockt haben: Die Abschaffung des Bachelor- und Master-Systems und der Studiengebhren, sowie auf Schulebene die berarbeitung des Turbo-Abis und die Verkleinerung der Klassen.

Die Route fhrte die Teilnehmer am Bahnhof entlang Richtung Stadthaus, an dem die Musik der der demonstrationseigenen Rockband auf einem Wagen vorlufig zugunsten einer Kundgebung eingestellt wurde. ber den Bertha von Suttner-Platz gelangte der Zug zum Belderberg, wo eine weitere Kundgebung stattfand. Um 12:30 Uhr fand der Umzug auf dem Mnsterplatz seinen Bestimmungsort, an dem noch abschlieende Worte an die Demonstranten gerichtet wurden, um dann die Bhne fr Musiker frei zu machen.

Die Verkehrsbeeintrchtigungen hielten sich nach Polizeiangaben in Grenzen. Somit zeigte das extra eingerichtete Brgertelefon und die eingesetzten Verkehrspolizisten Wirkung. Nun bleibt abzuwarten, ob Parolen wie Wir sind hier, wir sind laut, weil ich uns die Bildung klaut! nicht einfach zwischen den Huserfassaden verhallen, sondern auch in der Politik nachwirken.
Insgesamt kann die Demonstration des Bildungsstreikes also als Teilerfolg fr die Veranstalter gewertet werden. Die Schler und Studenten haben sich in Bonn Gehr verschafft und viele Brger auf ihre Situation Aufmerksam gemacht. Der Parole Bonner lasst das glotzen sein, reiht euch in die Demo ein! folgten trotzdem nur wenige Zuschauer.

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