Es klingt wie ein Steckbrief: Abschluss Magister Artium, betriebswirtschaftliches Zusatzstudium, gute Referenzen, auf der Suche nach dem Traumjob. Das Glck dazu scheint wohl von selbst an die Tr zu klopfen, mag man dem Motto auf der Einstiegsseite Absolventa Glauben schenken. Gefunden werden, statt bewerben heit es dort und auf dem Bild sieht man eine jungen Frau, die sich im unverschmt grnen Gras sonnt. Aber wie erfolgreich ist die Jobsuche mit Hilfe von XING, Absolventa und anderen Plattformen? Ist es wirklich so einfach? Anmelden, Daten eingeben, ein nettes Foto dazu und nach kurzer Zeit ist es soweit: wann knnen sie anfangen, was drfen wir ihnen bezahlen? Vom Prinzip her klingt das schon mal ganz gut.
An dieser Stelle gibt es ein paar Impressionen einer Jobsuche unter ganz realen Bedingungen, jedoch mit einer nicht ganz idealen Voraussetzung fr die klassische Karriere: einem Magisterstudium in Germanistik.

Das Fazit nach einem Jahr
Fr wen abwarten und Tee trinken nichts ist, der kann das Angebot bei XING nutzen und Karrieregruppen beitreten (manchmal war ein Beitrittsantrag ntig) oder die Stellenangebote bei beiden Plattformen durchforsten. So ist es mglich, auf eigene Faust eine Ttigkeit zu suchen, wenn das virtuelle Netzwerk berschaubar ist und die Jobangebote ausbleiben. Im Vergleich sind die Suchmaschinen groer Zeitungen, wie die der ZEIT oder der Sddeutschen, empfehlenswerter. Einerseits gibt es dort sehr viel mehr Suchfunktionen und Kriterien. Andererseits bekommt man auf Wunsch die aktuellsten Jobanzeigen der ZEIT wchentlich kostenlos per Mail frei Haus und das direkt auf das eigene Suchprofil abgestimmt.

Aber nun zurck zur Jobsuche mit Hilfe von Karriereplattformen. Seit genau einem Jahr besteht sie nun, die mit Daten gepflegte Seite. Wirklich an die Tr geklopft hat der Arbeitgeber nie. Die Karrieregruppen hatten ebenfalls keinen Erfolg zu verbuchen und die einzigen Nachrichten, die sich mal ins Postfach verirrt haben, waren privater Natur. Oder die virtuelle Karriereplattform wurde als Partnerbrse falsch verstanden, worauf man getrost verzichten kann. Jobangebote durch Xing oder Absolventa gab es jedoch nicht. Ein Fazit ist an dieser Stelle, dass man sich als Sprachwissenschaftler scheinbar nicht im Fokus dieser Karriereportale befindet - eine bittere Erkenntnis. Betriebswirtschaftler, Wirtschaftsinformatiker oder Juristen werden hingegen sogar von Headhuntern kontaktiert, mit dem Versuch, sie anzuwerben oder gar abzuwerben.

Virtuelle Netzwerke mit einem Mausklick zum Traumjob?
Was lsst sich schlielich resmierend sagen, zu der bunten, schnelllebigen Welt, in der alles ganz einfach geht, immer nur einen Mausklick entfernt vom groen Glck? Netzwerke sind sicherlich sehr ntzlich fr die Suche nach einer Ttigkeit, allerdings sind reale Netzwerke vertrauenswrdiger und zuverlssiger. Verlassen sollte man sich also keinesfalls auf die Versprechen dieser Plattformen. Da ist Eigeninitiative der zuverlssigere Weg und die Bewerbung auf konventionelle Art und Weise immer noch alt bewhrt.

Wer den Versuch selbst einmal starten mchte, sollte wissen, dass die Nutzung beider Portale kostenlos ist. Lediglich der Premium Account bei XING kostet eine Gebhr. Wie viel er kostet, ist nicht ganz transparent dargestellt. Nach langer Suche in den AGBs und auf der Seite findet man dann den monatlichen Preis von 4,95 Euro. Fr den ersten Monat bekommt man jedoch in jedem Fall den Premium Status geschenkt und das unabhngig davon, ob man Germanist, Diplombiologe, freischaffender Knstler oder Sportmanagement-Absolvent ist. Wie beruhigend, dass man wenigstens dabei sein darf, auch mit nicht ganz idealen Vorraussetzungen fr die groe Karriere.

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