Der Abhr-Skandal der Deutschen Telekom - Ein abgeschlossener und begrenzter Einzelfall? Das jedenfalls berichteten die ffentlichkeitsarbeiter des Unternehmens im Mai 2008. Zuvor war bekannt geworden, dass die Telekom die Verbindungsdaten eines Wirtschaftsjournalisten berprft hatte. Ob der Presse-Referent, der in einer Pressemitteilung deswegen von einem Einzelfall sprach, auch wusste, dass bedeutend mehr als nur ein Mensch abgehrt wurde, wissen wohl nur interne Mitarbeiter. Falls er aber wusste, dass auch beispielsweise Aufsichtsratsmitglieder und Gewerkschaftsbosse berwacht wurden, wie erst Wochen und Monate spter bekannt wurde, hat er gelogen.

Dieser Fall zeigt einen der schwierigsten Aspekte der ffentlichkeitsarbeit: Die Gradwanderung zwischen den Interessen des Unternehmens und der Notwendigkeit, richtige Informationen an die ffentlichkeit zu geben. Das Image des Betriebs steht bei der Arbeit eines PR-Referenten immer im Mittelpunkt. Doch auch der Umgang mit Pressevertretern muss korrekt sein.

Als ffentlichkeitsarbeiter steht man, anders als in der Werbung, direkt im Kreuzfeuer, wenn der eigene Chef Mist gebaut hat, Entlassungen gerechtfertigt oder die negative Bilanz des Geschftsjahres vor den Aktionren bekannt gegeben werden mssen. Natrlich sind solche Beispiele Extremsituationen wer die ffentlichkeitsarbeit eines kleinen Sachbuchverlags oder mittelstndischen Unternehmens betreut, wird wohl eher weniger in Lagen kommen, in denen er sein eigenes Gewissen ber Bord werfen muss.

Auf der anderen Seite aber ist PR notwendig. Jeden Tag stehen hunderte Meldungen in den Zeitungen die wenigsten wurden von Redakteuren selbst recherchiert und verfasst. Die meisten stammen aus PR-Abteilungen, sei es aus der Stadtverwaltung oder der lokalen Polizei. Dementsprechend landen auch oft Journalisten oder solche, die es mal werden wollten in der ffentlichkeitsarbeit, da sich viele Qualifikationen und Arbeitsablufe hneln.

Deswegen sind aber auch die Chancen auf einen Arbeitsplatz hnlich, und zwar hnlich schlecht. Nach Angaben der Agentur fr Arbeit waren 2007 rund 29 000 Menschen mit einem Zielberuf in PR oder Werbung arbeitslos gemeldet. 2003 gab es nur rund 20 000 gemeldete Arbeitslose in diesem Bereich. Auch der Weg in die PR ist mit dem in den Journalismus vergleichbar. Wer erste Eindrcke gewinnen will, sollte Praktika in einer Presse-Stelle oder einer PR-Abteilung machen. Eine richtige Ausbildung erfolgt dann nach dem abgeschlossenen Studium ber Volontariate und Trainee-Programme. Allerdings ist auch freie Mitarbeit, zum Beispiel fr einzelne Projekte, immer hufiger die Alternative zur Festanstellung. Auerdem kann man als Quereinsteiger auch noch spter ber Umwege in einer PR-Abteilung landen.

Wer also in der PR arbeiten will, sollte sich bewusst sein, einen momentan berlaufenden Beruf zu whlen. Zusatzqualifikationen wie Fachkenntnisse, Fremdsprachen usw. helfen, aus der Masse der Geisteswissenschaftler heraus zu stechen. Dann sollte man unbedingt noch gute soziale Kompetenzen mitbringen, den schlielich reprsentiert man ein Unternehmen, und das will ja in jedem Fall immer sympathisch, ehrlich und kompetent wirken, und ebenso muss man auch als Pressesprecher in kritischsten Situationen auftreten knnen. Auerdem sollte man bereit sein, mal lnger als acht Stunden am Schreibtisch oder am Telefon zu sitzen und vielleicht mal das ein oder andere Wochenende fr wichtige Veranstaltungen zu opfern.

Insgesamt bietet das Berufsfeld PR viele abwechslungsreiche und vielfltige Arbeitsbereiche. Immer wieder muss man sich auf neue Menschen und Situationen einstellen, was den Arbeitsalltag uerst vielfltig gestaltet. Wer also keine Angst vor groen Herausforderungen hat, und offen und selbstbewusst ist, knnte in der PR-Branche gut aufgehoben sein.

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