Aus Liebe zur Deutschen Sprache

Von der Buchhndlerlehre kam Sabine Schmidt, M.A., ber das Germanistik- und Slavistikstudium und einige berufliche Umwege zur Unternehmenskommunikation. Heute arbeitet sie als Referentin der Konzernkommunikation in einem weltweit agierenden Maschinenbauunternehmen. Im Interview berichtet sie von ihrem Werdegang und ihrem Berufsalltag und hat nebenbei noch einige Ratschlge fr zuknftige Germanisten parat.

Campus-Web: Warum haben Sie sich fr ein Germanistik-Studium entschieden?

Aus Liebe zur Deutschen Sprache und Interesse an der Deutschen Literatur.

Campus-Web: Welches berufliche Ziel verfolgten Sie whrend des Studiums?

Nach einer Lehre als Buchhndlerin wollte ich mich fr eine Lektoratsttigkeit im Verlag qualifizieren.

Campus-Web: Hatten sie manchmal Zweifel an Ihrer Studienwahl?

Eigentlich nicht. Mir hat das Studium groen Spa gemacht und das Ziel schien mit verschiedenen Praktika in Verlagen durchaus erreichbar.

Campus-Web: Wie war Ihr beruflicher Werdegang nach dem Studium?

Bei Studienabschluss, Mitte der Neunziger, gab es eine Verlagskrise in Deutschland, massiver Stellenabbau im Buchverlagswesen aber auch bei allen anderen Printmedienunternehmen waren die Folge. Gleichzeitig gab es das Phnomen Deutschlehrer fr Erwachsenenqualifizierung gesucht Millionen von Aussiedlern aus den ehemaligen Sowjetrepubliken bekamen staatlich gefrderte Deutschkurse. In diesem Bereich habe ich zunchst fr einige Jahre gearbeitet als Freelancerin. Danach noch ein kurzer (1 Jahr) Ausflug ins Privatfernsehen, dann Aufnahme einer Vertriebssachbearbeiterttigkeit bei einem Maschinenbauunternehmen (gesucht waren kaufmnnisch Vorgebildete mit guten Russisch- und Englischkenntnissen). Nach 2 Jahren Wechsel in die Assistenz. Weiterer firmeninternen Wechsel nach 5 Jahren zur Unternehmenskommunikation.

Campus-Web: Wie sieht heute ein typischer Arbeitstag fr Sie aus?

Neben Aufgaben im PR-Bereich (Werksfhrungen, Betreuung von Besuchern allgemein) v.a. Mitarbeit im Redaktionsteam des Kundenmagazins (40.000er Auflage, Quartalsweise Erscheinung, 5-sprachig). Wichtige Arbeitsbereiche sind hierbei zunchst das strategische Ausrichten des Magazins, die Auswahl der Themen, dann die Planung und Koordination aller Prozessablufe, wie Layout, Druck, bersetzung, etc. Das Korrektur-Lesen der Fachartikel auf Inhalt, Stil und Orthografie nimmt ebenfalls breiten Raum ein.

Campus-Web: Wenn Sie die Wahl htten, wrden Sie die gleichen Fcher wieder studieren?

Ja. Eventuell wrde ich eine zustzlichen Qualifikation in BWL whlen.

Campus-Web: Was halten Sie von dem Klischee der Geisteswissenschaften als brotlose Kunst?

Es stimmt leider sehr hufig. Viele meiner ehemaligen Kommilitonen arbeiten entweder in vllig anderen Berufen oder bewegen sich als gutqualifizierte Akademiker in ihrer Domne am Existenzminimum.

Campus-Web: Was knnen Sie angehenden Germanisten mit beruflicher Perspektivlosigkeit raten?

Ich denke, man sollte sich breit aufstellen, nicht im Elfenbeinturm Universitt verharren, viele Praktika absolvieren, sich potentiellen Arbeitgebern als freier Mitarbeiter anbieten, etc. Generell sollte man sich berlegen, ob man genug Biss hat zu erwartende Durststrecken durchzustehen und offen und kreativ genug ist um sich immer wieder auf neue Berufs- und Lebensumfelder einzustellen.