bergabe der Amtsinsignien.
   
 

Fohrmann leistet den Amtseid.
   
 

Innovationsminister Pinkwart.
   
Zur Mittagszeit ist die Aula im Hauptgebude der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universitt gefllt mit der geballten Prominenz des Wissenschaftsstandorts Bonn. Alles was an der Universitt und um sie herum Rang und Namen hat ist hier versammelt, um der offiziellen Rektoratsbergabe beizuwohnen. Im Zuge der Veranstaltung wird der scheidende Rektor Prof. Dr. Matthias Winiger sein Amt niederlegen und es gleichzeitig an seinen direkten Nachfolger Prof. Dr. Jrgen Fohrmann weitergeben. Fohrmann wird sein neues Amt fr die nchsten sechs Jahre bekleiden.

Im Rahmen der Veranstaltung sprachen sowohl der neue wie auch der alte Rektor, der Hochschulratsvorsitzende Jrg Haas, fr die Studierendenschaft der neue AStA-Vorsitzender Wolfgang Schoop sowie der ebenfalls anwesende Landesminister fr Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie Andreas Pinkwart. Beinahe alle Redner gingen in ihren Beitrgen mit unterschiedlichen Schwerpunkten auf die aktuell wichtigsten Fragen der Hochschulpolitik ein. Als diese wurden der "Bolognaprozess", das Hochschulfreiheitsgesetz in NRW, die Einfhrung von Studiengebhren und die Exzellenzinitiative von Bund und Lndern identifiziert. Einzig Neu-Rektor Fohrmann scherte hier etwas aus und konzentrierte sich mehr auf die Darstellung seines persnlichen Idealbilds von moderner universitrer Bildung.

Nach der feierlichen bergabe der Amtsinsignien und dem in lateinischer Sprache geleisteten Amtseid, leitete er seine Antrittsrede mit dem Goethe-Zitat aus dem Tasso, "Ein Feldherr ohne Heer scheint mir ein Frst, der die Talente nicht um sich versammelt" ein. Im Zuge seiner Rede verstand es Fohrmann auch durchaus, Kritik am Hochschulsystem in seiner aktuellen Form zu uern. Er thematisierte die Ansprche, die aus Wirtschaft, Politik, Institutionen der kulturellen ffentlichkeit und dem Erziehungssystem auf die Sttten hherer Bildung in Deutschland einprasseln und warnte davor, diesen Forderungen weiterhin mit Verschulung und Beschleunigung des Studiums zu begegnen. Er sparte hierbei auch die Rolle der Politik nicht die aus, als deren Vertreter Minister Pinkwart ein Alumnus der Bonner Universitt anwesend war. Besonders der unglcklich verlaufende "Bolognaprozess" wurde von Fohrmann hier herausgestellt.

Doch auch seine persnlichen Hoffnungen und Wnsche fr die kommenden sechs Jahre umriss der neue Rektor. Er mchte die schiere Ansammlung wissenschaftlicher Disziplinen unter einer gemeinsamen Administration vermeiden. Vielmehr wnsche er sich die Universitt wieder mehr als Ort zu sehen, an dem sich unterschiedlichste Vermgen, Verfahren und Ansprche kreuzen. Die Universitt Bonn solle konomisches, politisches, soziales und kulturelles Kapital in Mischung versammeln, "Neues, ja berraschendes" ermglichen und so in die Gesellschaft ausstrahlen. Fohrmann und sein Rektorat wollen verschiedene "Talente um sich sammeln", um dem von ihm formulierten Idealbild der Universitt nher zu kommen: "Universitt ist dann, wenn mglichst vielen Mitgliedern der Universitt etwas einfllt".


Wer nicht dabei gewesen ist, kann sich ab Montag Ausschnitte der Zeremonie im Podcast-Portal der Uni ansehen.

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