Ich studiere Germanistik- Ah, achsound was willst du spter damit machen? Diese Frage mssen sich Germanistikstudenten oftmals gefallen lassen. Trotz akademischer Laufbahn und zahlreichen Fhigkeiten und Kenntnissen wird man zur Zielscheibe des Gesptts. Wie passt denn dazu noch der gute Ratschlag: Kind, geh an die Uni studieren, damit du spter mal einen guten Job kriegst? Da kann ja was nicht stimmen! Unsere Serie soll zeigen, dass ein geisteswissenschaftliches Studium keineswegs Grundlage fr Gesptt, sondern eine qualifizierte Basis fr das sptere Berufsleben ist.

Ein Studium sollte dazu dienen, die Berufschancen zu steigern bei den Geisteswissenschaften ist es aber nicht ganz so einfach wie beim Informatik-Studium. Natrlich ist es nicht leicht, Licht in den Urwald der Berufsmglichkeiten zu bringen. Versuchen wir doch erst einmal ein paar Schlsselqualifikationen zu sammeln, die im Rahmen des Germanistikstudiums erworben werden: Auseinandersetzung mit der Sprache und der Literatur, Aspekte der Sprachanwendung, Kommunikation oder Kultur und Medien. Mit diesem Sammelsurium von Kompetenzen ist ein mglicher Berufszweig der PR- und Unternehmenskommunikations-Bereich, den wir im ersten Teil der Serie nher durchleuchten wollen:

Was bedeutet die Arbeit in der PR-Abteilung berhaupt? PR steht fr public relations, und wird meist mit ffentlichkeitsarbeit bersetzt. Die Ttigkeit lsst sich in einen externen und internen Bereich gliedern. Extern dient PR dazu, das Interesse an dem betreffenden Unternehmen zu wecken. Dazu gehrt einerseits, dass man die ffentlichkeit ber die Ziele und Arbeit des Unternehmens aufklrt und somit fr mehr Transparenz sorgt. Das passiert vor allem durch den strategischen Aufbau einer Beziehung zwischen dem Unternehmen und dem Kunden, Aktionren oder Arbeitnehmern. Das gegenseitige Verstndnis und Vertrauen soll dann weiterhin gepflegt werden.

Andererseits umfasst die Arbeit aber auch Imageaufbau und -pflege und verfolgt das Ziel, Aufmerksamkeit zu erregen und Sympathien von auen zu gewinnen. Betrachtet man folglich die interne ffentlichkeitsarbeit, geht es darum, eine Corporate Culture (Unternehmensphilosophie) und ein Corporate Image (Fremdbild, Auenwirkung) zu erstellen. Dabei kann das Aufgabenfeld sehr facettenreich sein: Mit Imageaufbau ist natrlich auch Werbung verbunden. Dafr ist beispielsweise Kreativitt beim Texten oder Illustrieren gefragt.

Weiterhin gehrt zur PR-Arbeit, Entwicklungen und Trends zu prognostizieren und gezielt darauf zu reagieren. Natrlich ist der Kontakt mit Medienbeauftragten und Journalisten auch ein wichtiger Bestandteil. Dabei soll das Unternehmen mit Fingerspitzengefhl in das richtige Licht gerckt werden. Die Pressearbeit befindet sich somit oftmals in einer Grauzone des Abhngigkeitsverhltnisses. Die Journalisten wollen natrlich an die heibegehrten top secret-Informationen ran, whrend das Unternehmen mehr darauf bedacht ist, nur gewnschte Informationen in die Auenwelt dringen zu lassen. Dadurch werden die Pflege der Kontaktpartner und die Vertrauensbindung zu ihnen mehr und mehr in den Mittelpunkt gerckt.

Als ffentlichkeitsarbeiter muss man den richtigen Ton treffen, um wissbegierige Journalisten dennoch zufrieden stellen zu knnen. Auerdem muss bei der PR- Arbeit bedacht werden, welche unterschiedlichen Medien wie fr das Heraustragen der Informationen genutzt werden knnen. Neben den typischen Pressemitteilungen und Newslettern gehren auch Interviews, Web-Seiten, Pressekonferenzen, Zeitungen oder Podiumsdiskussionen dazu. Eine gute fundierte Vorbereitung und/oder Recherche ist fr alle Gebiete Voraussetzung.

Und hier schliet sich der Kreis zum Germanistikstudium wieder. Da habt ihr schlielich das ntige Handwerk fr diese vielfltigen Ttigkeiten erworben. Die Literaturrecherche und die Auseinandersetzung mit Unmengen von verschiedenen Texten und Quellen bieten beispielsweise schon solide Grundlagen fr diesen Beruf. Die Feinfhligkeit im Umgang mit Wort und Schrift, die Laufe des Studiums geschrft wird, kann bei der Kooperation mit den unterschiedlichsten Persnlichkeiten nur von Vorteil sein. Hier knnen die theoretischen Konzepte des Studiums endlich eine Anwendung finden.

Damit ihr nun einen Einblick in die Realitt bekommt, gibt es nchste Woche ein Interview mit einer ehemaligen Germanistikstudentin, die mittlerweile in der Unternehmenskommunikation ttig ist. Sie erzhlt ber ihren persnlichen Werdegang und die Arbeit, die sie nun ausfhrt.

Artikel drucken