Noch ein letztes Mal kamen die rund 800 Teilnehmer der UNESCO Weltkonferenz Bildung fr Nachhaltige Entwicklung im alten Bundestage zur abschlieenden Plenarversammlung zusammen: Zur Verabschiedung der Bonner Erklrung und um die wesentlichen Resultate der Konferenz zu verknden. Nach drei Tagen der inspirierenden, anstrengenden, aber fruchtvollen Zusammenarbeit der Teilnehmer in den verschiedenen Workshops ist das Herzstck der Konferenz entstanden. Zu den heutigen Berichterstattern gehrten Mary Joy Pigozzi, die im UNESCO Ausschuss der Dekade von Bildung fr nachhaltige Entwicklung arbeitet und die Ergebnisse der Plenarsitzungen zusammenfasste. Kartikeya Sarabhai vom Zentrum fr Umwelterziehung aus Indien bezog hingegen auf die Resultate der Konferenzworkshops.

Es wurde bekannt gegeben, dass die Bonner Erklrung fr Transparenz und Partizipation stehe und Relevanz fr die Bildung nachhaltiger Entwicklung habe. Es sei nicht nur ein philosophisches Konzept, sondern enthalte konkrete Richtlinien. Dabei wurde der groe Konsens betont, der unter den Teilnehmern ber dieses Schriftstck herrsche. Die Bonner Erklrung sei in zwei Abschnitte gegliedert. Der Anfang erklre die Bedeutung der BNE, der zweite Teil stelle einen Aktionsplan dar, wie konkret die Fortschritte erzielt werden knnten und beschreibe das weitere Vorgehen.

Nicholas Burnett, Vize Direktor fr Bildung, merkte an, dass die Bonner Erklrung einige strategische Schlsselbereiche unterstreiche. Er betonte, dass die UNESCO in Zukunft ihre Fhrungsrolle und Kontrolle strken msse. Diese Dekade betreffe uns alle und qualitativ hochwertige Bildung msse fr alle zugnglich sein. Somit werde die UNESCO in der zweiten Hlfte der UN-Dekade die Lehrerausbildung strken, weiterhin das Geschehen berwachen und Anwalt fr die Dekade sein.

Kartikeya Sarabai veranschaulichte das Funktionsprinzip der Bildung mit einem Vergleich: Bildung sei wie ein Sari. An jeder Frau sehe derselbe Sari ganz anders aus, sie verleihe ihm Lebendigkeit. So verhalte es sich auch mit der Bildung. Das Unterrichtsmaterial sei ein Instrumentenkasten, mit dem jeder nach Belieben und eigenem Gutdnken umgehen knne. In den einleitenden Worten der Plenarversammlung erklrte Kartikeya Sarabhai beispielsweise, warum die Bildung fr nachhaltige Entwicklung so wichtig sei und was wir aus der BNE lernen knnten.

Es gebe viele neue Erkenntnisse, so dass der interdisziplinre Ansatz und die Sensibilitt der Beteiligten bestrkt worden sei. Die BNE sei fr den gesamten Bildungssektor wichtig und verknpfe verschiedenen Kulturen und Lnder ber die Projekte. Dies stelle folglich einen vllig neuen Ansatz dar, so dass wir anders mit den kulturellen und wirtschaftlichen Fragen umgehen knnten. Aus der BNE knnten wir also lernen, wie wichtig Partnerschaften seien, beispielsweise zwischen Hochschulen und Partneruniversitten. Fhigkeiten und Wissen seien zwar bedeutend, dabei drfe man aber die Werte nicht vergessen; auch diese seien interdisziplinr. Wenn man die Ziele der Nachhaltigkeit erreichen will, reicht die Arbeit der BNE alleine nicht aus. (Sarabhai).
Die BNE solle uns lediglich in die Lage versetzen, den Wandel zu beschleunigen. Mit den Worten Das Netzwerk funktioniert nicht, wenn nicht auch jeder Knoten im Netz funktionsfhig ist. macht Sarabhai klar, welche Schlsselrolle jedes einzelne Organ in dieser Aufgabe einnehme. Man muss die Kapazitt haben, um mit dem Wissen etwas zu tun!, so Sarabhai. Konkret hiee dies, die Weichenstellung vorzunehmen, so dass der Prozess weiterlaufe. Somit lautete seine Forderung: Wir brauchen eine Internetplattform, auf der wir auch weiterhin kommunizieren knnen. () Wir sollen unsere Fuabdrcke etwas leichter ausfallen lassen, dafr aber unsere Handabdrcke strker! (Sarabhai).

Auch Mary Joy Pigozzi wies auf die Botenrolle der Teilnehmer hin: Wenn wir mit dem Gelernten rausgehen und es auch anwenden, dann knnen wir wirklich etwas bewirken.() Jeder muss verschiedenen Aspekte dieser Aufgabe wahrnehmen. Damit deutete sie darauf hin, dass man nicht einfach nach hause gehen und so weitermachen knnten wie bisher. Wir mssen jetzt die Bildung neu definieren., forderte Pigozzi. Neues Denken (Pigozzi) sei genauso notwendig wie Brger, die auf eine gerechte und nachhaltige Welt hinarbeiten wrden. Anstreben msse man eine Bewegung, die helfe, sich gemeinsam fortzubewegen, von dem Punkt aus an dem wir stehen, zu dem, wohin wir wollen. (Pigozzi). Dabei gehe es beispielsweise um eine Bewegung von geschlossenen Tren zu Offenheit und Transparenz. Die wichtigste Institution der Menschheit ist Bildung!(Pigozzi).

Bei einem Dinner mit Live Musik im Kunstmuseum konnten die Teilnehmer bei der heutigen Abschlussveranstaltung noch etwas Networking betreiben. Bestehen bleibt nun die Hoffnung, dass sich alle zuknftig in Japan wiedersehen und Bilanz ziehen werden, inwiefern die heutigen Ziele erreicht wurden. Bis dahin gilt es nun aber fr alle Beteiligten, die Ziele der Bonner Erklrung zu realisieren und in den jeweiligen Heimatlndern verstrkt in Aktion zu treten. Morgen werden bei dem runden Tisch, der im Hauptsitz der Telekom in Bonn stattfinden wird, die Resultate fr die Implementierung der UN- Dekade in Deutschland Revue passiert werden. Der Austausch zwischen Deutschland und internationalen Interessengruppen soll besprochen werden sowie die Identifikation von Schlsselprioritten fr die zweite Hlfte der UN-Dekade.

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