Am 31.Mrz 2009 wurde die UNESCO Weltkonferenz Bildung fr Nachhaltige Entwicklung in Bonn erffnet. Bis zum zweiten April tagen rund 700 Regierungsvertreter, 50 Bildungsminister und weitere Experten im World Conference Center. Erffnet wurde die Konferenz von der Bundesministerin fr Bildung und Forschung Annette Schavan und Graca Machel, der Ehefrau Nelson Mandelas. Mit der Forderung Bildung fr alle setzt Annette Schavan ein klares Ziel fr die Zukunft. Auf der Halbzeit- Konferenz der UN- Dekade wird eine Zwischenbilanz gezogen und Anregungen fr zuknftige Impulse der internationalen Bildungspolitik geschaffen.

Wohlstand fr alle heit Bildung fr alle. (Schavan). Dies sei die wichtigste Voraussetzung fr eine nachhaltige Entwicklung und msse fr alle Bildungseinrichtungen in der ganzen Welt gelten. Nicht oft genug konnte die Ministerin die Wichtigkeit der Bildung betonen. Diese bedeute individuelle Bildungschancen und Prozesse, die zu dem fhren, was wir die Quelle fr zuknftigen Wohlstand nennen. Bezugnehmend auf die Millennium Goals erklrte Annette Schavan, dass die aktuelle Finanzkrise den Fokus von dem Schlsselthema des 21. Jahrhunderts Bildung fr alle gelenkt habe. Die Wucht des Systemversagens trifft alle, die rmsten am meisten.

Deshalb erinnerte die Bildungsministerin an das Millennium Goal Bildung fr alle. Wichtig sei der Zugang zu Bildung und zwar eine qualitativ gute Bildung fr alle. In der Krise sehe sie jedoch zugleich die Chance zu erkennen, dass die Menschheit in einem Boot sitze. Die Investition in Bildung ist eine Investition in knftiges Selbstbewusstsein, knftiges Handeln und knftigen Wohlstand, so die Ministerin. In ihrer Erffnungsrede versumte sie nicht zu erwhnen, dass es in Deutschland rund 800 von der UNESCO ausgezeichnete Projekte gebe. Diese Projekte wrden zeigen, dass die Hoffnung ber die Angst siege.

Dabei sprach sie unter Anderem ihren Dank an Schler und Lehrer aus, denn diese wrden dazu beitragen, dass die Welt gerechter werde und an Nachhaltigkeit gewinne. Weiterhin stellte sie klar, dass Nachhaltigkeit einen relevanten Platz in den Kurrikula brauche sowie in der Aus- und Weiterbildung der Lehrer. Die Forderung fr Bildung fr alle bezieht sich jedoch auf zuknftige Generationen. Was kann aber beispielsweise aktuell auf Universittsebene getan werden? Knnen vielleicht Studiengebhren in Projekte fr Nachhaltigkeitsentwicklungs- Bildung investiert werden?

Die Ministerin erklrte, dass es fr die Universitten in Deutschland wichtig sei, nach Partnern zu suchen. Jede Universitt habe ihre Bildungsbiografie, die sich ein Leben lang entwickle. Zudem gebe es eine starke Ausprgung des klassischen Studiums einerseits und des Seniorenstudiums andererseits. Dazwischen sei es nicht so stark, so dass an dieser Stelle mehr erreicht werden msse. Zudem sei eine Weiterentwicklung fr Lehrer wichtig. Einige Unis htten bereits Schulen, in denen Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle spiele. Nun msse man Partner in der Entwicklung einer lebenslangen Bildungsbiografie finden.

Weiterhin verdeutlichte sie, dass die deutschen Unis bereits Teil internationaler Netzwerke seien. Wissen und Erkenntnis der Universitten solle sich demnach nicht nur nach innen richten, sondern auch Teil der internationalen Kultur sein. Somit msse eine Weiterentwicklung auf internationaler Ebene angestrebt werden. Natrlich seien dabei Zukunftskonzepte zu entwickeln. Das Ziel sei somit eine Vernderung zu noch mehr nachhaltiger Entwicklung.
Zum Abschluss ihrer Erffnungsrede verglich Annette Schavan Bonn als Stadt des Aufbruchs damals() heute ist es die Stadt der Begegnung () mit vielen Foren des internationalen Dialogs. Dies solle ein Startschuss fr die neue Dekade sein.

Graca Machel prangerte ebenfalls das Bildungssystem an, insbesondere auf Afrika verweisend. Ziel sei es, dass allen Kindern die Mglichkeit zu einer Grundausbildung gewhrleistet werde. Von ursprnglich 100 Millionen Kindern, denen diese Mglichkeit verwehrt wurde, sei die Zahl auf 75 Millionen gesunken. Dennoch gbe es immer noch zu viele Kinder ohne Zugang zur schulischen Grundausbildung. Bildung sei der Schlssel fr soziale, politische und individuelle Entwicklung. Notwendig dafr sei ein starkes Wertesystem um die Lernenden zu leiten.

Bildung solle es den Kindern ermglichen, die Menschen wertzuschtzen und nicht als Feinde zu behandeln. Mageblich fr die zuknftige Entwicklung sei die Neudefinition unserer bisherigen Ziele. Die ehemalige Bildungsministerin von Mosambik betonte, dass wir die ntige Technik und Kompetenzen dafr htten. Ich hoffe, dass wir 2015 die Worte in Taten umgesetzt haben.

Graca Machel veranschaulichte noch an einem Beipspiel, welche Message sie uns mit auf den Weg geben mchte: Angenommen ein Haus brenne. Du sorgst dich zuerst um die Menschen drinnen. Der Fokus msse demnach darauf liegen, was gut fr uns, die Menschen und die Kinder sei. Wir drften niemanden im brennenden Haus zurcklassen. No child ist o be left behind.- Kein Kind darf zurckgelassen werden.

Mit diesen nachdenklich stimmenden Worten begann die Konferenz, die nun im weiteren Verlauf Ergebnisse fr die internationale Bildungspolitik liefern soll. In der breit gefcherten Auswahl von Workshops werden die Teilnehmer ihren Beitrag dazu leisten. In der "Bonner Erklrung" zur "Bildung fr nachhaltige Entwicklung" sollen die Resultate manifestiert werden.
Ergebnisse der Konferenz werden in Krze bekannt gegeben.


Mehr ber die Konferenz knnt ihr hier finden.




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