Mglichst viel Stoff in mglichst knapp bemessener Zeit zu vermitteln ist das Ziel und gleichzeitig der Druck unter dem das arme Wesen, der Dozent, steht. Ob an der ffentlichen Universitt oder an der privaten Hochschule, ob 500 oder 25 Studenten, unsere armen Dozenten haben es wirklich nicht leicht.

Vielleicht knnte man sie schon fast eher als Dompteure bezeichnen, als die Helden, die jeden Tag mit dem Untier Student kmpfen und als einzige Waffe die Aussage: Das ist klausurrelevant! zur Verfgung haben. Denn diese Aussage wirkt wie ein Hieb mit der Peitsche, die Augen ffnen sich und die Kpfe gehen hoch, volle Konzentration ist angesagt. Fr die nchsten zwei Minuten zumindest. Aber der Dozent wei auch diese zwei Minuten durchaus zu schtzen. Daran gewhnt das Gefhl zu haben in einen luftleeren Raum zu sprechen, ist es eine wahre Erlsung und Wohltat fr das lehrende Organ auch nur wenige Minuten Aufmerksamkeit zu erhalten und den ein oder andern mden Blick eines Studenten zu erhaschen, bevor die Kpfe wieder absinken und die Studenten sich damit beschftigen mehr oder weniger gelungene Kunstwerke zu zeichnen auf dem Papier, das vor ihnen liegt und dessen ursprnglich Aufgabe es war Notizen aufzunehmen.

Die Aufmerksamkeitsspanne der heutigen Studenten ist eben nicht allzu lang. Und manch einem Dozenten kommt genau das zu Gute. Wrden die Studenten nmlich angestrengt lauschen, wrden sie ja merken, wie oft der Dozent unzusammenhngende Sachen sagt, wie oft er oder natrlich auch sie, sich verzettelt, und wie wenig Sinn gelegentlich einige seiner Aussagen machen. Nicht, dass unsere Dozenten der deutschen Hochschulen nicht wssten, wovon sie sprechen. So etwas soll an dieser Stelle gar nicht unterstellt werden, aber es muss doch eingerumt werden, dass je lnger ein Vortrag dauert und je komplexer das Thema ist, desto schneller neigt man zu Versprechern, dazu sich zu verzetteln oder selbst Unstimmigkeiten in der Logik des Vorgetragenen zu erkennen. Somit scheint die richtige Mischung aus Aufmerksamkeit und Desinteresse der Studenten fr die Dozenten perfekt zu sein. Und dennoch, sei hier mit Blick auf das Wohlergehen derer die uns Tag fr Tag zu lehren versuchen, gesagt:

Habt ein bisschen Mitleid, und wenn ihr das nchste Mal tanzende Strichmnnchen zu Papier bringt, hebt einfach mal kurz den Kopf, schenkt eurem Dozenten einen Blick, vielleicht sogar ein Lcheln, das sagt: Ich bin da und hre zu! und schon geht es so manch' gequltem Dozenten ein bisschen besser.

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