Prof. Dr. Tilman Mayer begrte als wissenschaftlicher Leiter der Veranstaltung zur Jahrestagung am sechsten und siebten Mrz die Gste. Er stellte den Standpunkt der GfD zur Politik der Wiedervereinigung dar und betonte dabei, dass die GfD fr die Wiedervereinigung auch zu Zeiten gekmpft habe, wo die Mehrheit der Regierung nicht mehr an eine Wiedervereinigung glaubte.

Besonderer Gast war Bernd Neumann, Staatsminister fr Kultur und Medien. Dieser hielt als erster Redner eine unterhaltsame und flammende Rede fr die Aufarbeitung der SED Diktatur. Er erinnerte an die friedliche Revolution und diejenigen, welche immer an die Wiedervereinigung geglaubt haben. Wichtig sei ihm, dass neben der wichtigen Aufarbeitung der NS-Diktatur und besonders des Holocaust, auch die SED Herrschaft nicht in Vergessenheit gerate. Hier bestehe besonderer Nachholbedarf, es fehlen die Gedenksttten, ja es sei sogar schwierig noch einen Teil der Mauer zu finden, der als Mahnmal dienen knnte.

Gerade in diesem Gedenkjahr 2009, wo 90 Jahre seit der Weimarer Republik, 70 Jahre seit Beginn des 2 Weltkrieges und 60 Jahre seit Begrndung der Bundesrepublik Deutschland vergangen sind, sei dies besonders wichtig. 2009, wo wir 20 Jahre deutsche Einheit feiern drfen, mssen die Fehler der Vergangenheit gemahnt werden, um der Jugend, die zu jung war um diese Ereignisse selbst erlebt zu haben, die deutsche Vergangenheit nher zu bringen.

Mit Zeitverzug folgten nun die Vortrge der anderen Redner. Leider ist durch diese Verzgerung die Diskussionsrunde krzer ausgefallen, als geplant. So mancher Wortbeitrag wurde dann einfach in der Kaffeepause, in kleinerem Rahmen, weiter besprochen. Es wurden rege Diskussionen gefhrt, besonders intensiv behandelt wurde der Vortrag des Bonner Doktoranden Lutz Haarmann. Dieser hatte die schwierige Aufgabe, seinen Vortrag spontan zu krzer. Sein Beitrag zu dem Thema Die westdeutsche Dissidenz und die aktuelle Lage 1989 wurden besonders harsch kritisiert, zu viel habe gefehlt oder sei nur kurz angesprochen worden.

Insgesamt ist es der GfD gelungen eine interessante und abwechslungsreiche Mischung an Vortrgen zu finden. Die am 19.4.1978 gegrndete Gesellschaft hat es sich zum Auftrag gemacht, mit regelmigen Treffen und Publikationen die wissenschaftliche Zusammenarbeit zu frdern. Besonders die Auswahl an unterschiedlichsten Rednern machte es leicht zu folgen, whrend beispielsweise Dr. Apelt sich bemhte, durch besonders schnelles Reden mglichst viele Informationen in 30 Minuten zu vermitteln, lie es der bereits erwhnte Herr Haarmann langsamer, aber eben auch etwas lckenhafter angehen. Ein solches Wechselspiel an Tempo und Intensitt fesselte den Zuhrer.

Prof. Dr. Tilmann wusste strende oder zu ausfhrliche Kommentare souvern und gezielt zu beenden. Seine Moderation war mit Witz gespickt und dem Thema angemessen. Zusammenfassend war die Tagung im wrdigen Roten Rathaus Berlins eine lohnende und lehrreiche Veranstaltung.


Artikel drucken