Glck und Zufriedenheit sind fr jeden Menschen wichtig um ein erflltes Leben zu fhren. Neben vielen bekannten Umfragen zum typischen Thema Broleben und der Zufriedenheit im Job hat sich diese Studie nun endlich einmal mit Studierenden befasst. Wie glcklich und zufrieden sind Studierende tatschlich? Welchen Stellenwert messen sie gesellschaftsbezogenen Zielen wie anderen Menschen helfen, berufsbezogenen Zielen wie Anerkennung im Beruf erwerben und partnerschaftlichen oder familiren Zielen bei?

Das Hochschul-Informations-System HISBUS hat sich mit diesen Fragen beschftigt und die Online-Untersuchung Glck und Zufriedenheit Studierender von April bis Mai 2008 in Zusammenarbeit mit Zeit Campus durchgefhrt. Insgesamt beteiligten sich 6000 Studierende an der Umfrage.

Die Begriffe Glck und Zufriedenheit sind nicht einfach zu fassen und somit ist es schwer, sie zu pauschalisieren oder zu generalisieren. Die Definitionen fallen bei jedem Menschen anders aus; sie sind folglich von hchst individuellem Charakter. In der Studie wurde ein Fragebogen verwendet, um verschiedene Konzepte aufzunehmen und das Ausma des individuellen Empfindungszustands von Zufriedenheit mit Hilfe von Ratingskalen besser bestimmen zu knnen. Zustzlich wurde ein Test integriert, um das subjektive Glcksempfinden zu ermitteln und weiterhin wurden Zukunftsziele, Berufsaussichten und der persnliche Studienerfolg in den Mittelpunkt der Studie gerckt.

Nun zur Zufriedenheit: Diejenigen, die mit ihrem Leben insgesamt zufrieden sind, sind es auch meist in allen erfragten Bereichen. Bei unglcklich Studierenden ist im Mittel das Gegenteil festgestellt worden. Insgesamt sind fast zwei Drittel (64 %) der Studierenden mit ihrem Leben zufrieden, 28% gehren zu den eher durchschnittlich Zufriedenen und nur 8% sind unzufrieden. -Ein Ergebnis, dass sich sehen lsst.-

Am Zufriedensten sind die Studierenden mit Bereichen wie ihrem persnlichen Umfeld (86%), dem weiteren Umfeld (80%), ihrer Gesundheit (79%) und dem Lebensstandard (78%), gefolgt vom Studium (75%) und der Wohnsituation (74%). Bemerkenswert ist die Tatsache, dass die Zufriedenheit mit der finanziellen Situation im Vergleich dazu deutlich geringer ausfllt: Nur 56% der Befragten sind mit dieser zufrieden.

Bereits Ende 2002 sollten Studierende schon einmal im Rahmen einer HISBUS- Studie Angaben zu ihren beruflichen und privaten Zielen fr die Zukunft machen. Die Ergebnisse von 2008 zeigen nun, dass Familie und Partnerschaft zunehmend wichtiger werden, whrend berufliche Ziele weiter in den Hintergrund rcken. Dieses Ergebnis ist durchaus berraschend.
Die Ergebnisse hat man erhalten, indem die relativen Anteile der Antwortposition Sehr stark auf der Skala- gemessen wurden. Dabei ist die deutliche und auch teilweise gegenlufige Entwicklung klar zu sehen: Berufliche Ziele sinken um bis zu zehn Prozent, wohingegen partnerschaftliche/familire Ziele mit fnf Prozentpunkten deutlich steigen.

In fachlicher Hinsicht berdurchschnittliches leisten
2002: 67% (sehr) stark; 2008: 57%

Eine leitende Funktion zu bernehmen
2002: 57% (sehr) stark; 2008: 47%

Anerkennung im Beruf zu erwerben
2002: 85% (sehr) stark; 2008: 78%

Mich der Familie/Partnerschaft zu widmen
2002: 67% (sehr) stark; 2008: 72%

Gesellschaftliche Ziele wie beispielsweise anderen Menschen helfen oder sich politisch engagieren nehmen im Vergleich zur ersten Studie auch deutlich ab. Laut der HISBUS Studie wollte sich 2002 noch knapp ein Viertel (sehr) stark politisch engagieren, 2008 betrug dieser Anteil nur noch 14% und sogar 62% mchten sich (berhaupt) nicht politisch engagieren. Ob sich dieses Ergebnis in einem Zusammenhang mit der diesjhrigen extrem niedrig ausgefallenen Wahlbeteiligung zum Studierendenparlament steht, sei einmal dahin gestellt. Interessanter Weise ist das Ziel, das Leben zu genieen relativ konstant geblieben. 2002 gaben 82% der Studierenden dieses Ziel an, 2008 immer noch starke 80%. Beim Lesen dieses Ergebnisses knnen sicherlich viele Studenten kopfnickend zustimmen, whrend sie die Bilder der letzten vergangenen Abende im Kopf Revue passieren lassen.

Die Umfrage zeigt, dass die verschiedenen Ziele je nach Fachzugehrigkeit sehr unterschiedlich bewertet werden. Vor allem Wirtschaftswissenschaftler betonen die Wichtigkeit karriereorientierter Ziele, auf Lehramt studierende verlagern das Gewicht dabei viel mehr auf partnerschaftliche und familire Ziele.

Alle Studienergebnisse und Informationen zum Projekt knnt ihr hier finden.


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