Der Senat der Universitt hat sich mit einer Stellungnahme in die bundesweite Diskussion um die Harmonisierung der Semesterzeiten eingeschaltet und jetzt ein "Bonner Modell" vorgeschlagen. Danach sollen die Vorlesungen zum 15 Wochen langen Wintersemester im Herbst immer in der Woche beginnen, in der der 1. Oktober liegt. Der Vorlesungsbeginn zum Sommersemester, das 14 Wochen dauert, soll in die Woche fallen, in der der 1. April liegt.

Fr die Bonner Universitt bedeutete diese Regelung, dass das Semester rund zwei Wochen frher als bisher begnne. Die Vorverlegung des Semesterbeginns soll Studierenden den Studienortwechsel zwischen europischen Universitten ohne Zeitverlust ermglichen, aber auch vermeiden, dass die neuen Semesterzeiten mit anderen Aktivitten der Hochschulen zum Beispiel im Bereich der Forschung kollidieren.

Eine Arbeitsgruppe des Senats hatte die Stellungnahme vorbereitet. Der Vorschlag bercksichtigt sowohl die Mobilitt der Studierenden als auch die der an den Universitten arbeitenden Wissenschaftler. Durch die Vorverlegung des Semesterbeginns sei sichergestellt, dass Studierende bei Aufnahme und Beendigung von Auslandssemestern keinen Zeitverlust hinnehmen mssten. Einen Vorlesungsbeginn Anfang September, wie ihn die HRK-Vorsitzende Margret Wintermantel vorgeschlagen hatte, lehnt der Bonner Senat mit Blick auf Prfungstermine, Exkursionen, Summer Schools, Sprachkurse und berufsqualifizierenden Pflichtpraktika ab.

Mit Blick auf die Mobilitt des forschenden Universittspersonals betont der Senat der Universitt Bonn, eine gewisse Asynchronie der Vorlesungszeiten frdere die Internationalisierung der Lehre und den wissenschaftlichen Austausch. Der September sei in vielen Disziplinen der ideale Monat fr Forschungsaufenthalte, Feldforschungen, Gelndearbeiten und Tagungen - auch in Lndern, in denen die Vorlesungen bereits im September beginnen.

Rektor Winiger: Harmonisierung dringend geboten

Rektor Professor Dr. Matthias Winiger begrte die Initiative des Senates und betonte: "Eine Harmonisierung der Semesterzeiten in Europa ist ein integraler Bestandteil des Bologna-Prozesses und dringend geboten!" Auslandssemester, die in vielen Bachelor- und Master-Studiengngen vorgeschrieben seien, mssten von den Studierenden ohne Zeitverlust wahrgenommen werden knnen. Dennoch mssten die Vorlesungsphasen zwischen Lissabon und London nicht am selben Tag beginnen. "Ein gewisser Spielraum, der rtliche und fachspezifische Bedingungen bercksichtigt, sollte trotzdem mglich sein. Die berlegungen des Senats knnten Bewegung in die zur Zeit blockierte Diskussion bringen."

Der Wortlaut der Senatsstellungnahme ist hier abrufbar.


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