Die Fachschaft Germanistik der Universitt zu Kln hat vergangenes Jahr zum sechsten Kurzgeschichtenwettbewerb aufgerufen. Der Wettbewerb, der sich primr an alle Studierenden der Universitt richtete, prinzipiell aber auch anderen literarisch Interessierten offen stand, endete mit der Preisverleihung am 21.1.09.

Mittwoch Abend war es soweit, sich die auserwhlten Kreationen, die die Jury berzeugt hatten, im Hrsaal XXI anzuhren und auch anzusehen, denn dieses Jahr wurden zum ersten mal auch Kurzfilme in den Wettbewerb aufgenommen. Fr alle Genres frei, natrlich die Krze der Beitrge bercksichtigend, sollte also Einiges geboten werden! Das diesjhrige Leitthema Metamorphose sorgte nur umso mehr dafr, dass die Fantasie mchtig angekurbelt wurde und ich mit allerlei kafkaesken Krabbeltierchen im Sinn den Raum betrat und mich fragte, wie Metamorphose abseits der eines gewissen Gregor Samsa aussehen kann.

Nachdem der gut gefllte Hrsaal zu Beginn von Prof. Dr. Esselborn begrt wurde, kam auch der Sponsor vom EPIDU-Verlag zu Wort. Vor dem Verlesen der ausgewhlten 5 Kurzgeschichten und dem Vorfhren der 3 Kurzfilme wurde dem Publikum noch ein kleines Bonbon des Abends offenbart, und zwar, dass es dieses Jahr, neben den Kurzfilmen, erstmals auch einen Publikumspreis geben sollte. Als kleine Einstimmung wurde eine ziemlich schaurige Science-Fiction-Geschichte, die den letzten Wettbewerb gewonnen hatte, vorgetragen. Doch auch die Metamorphose der Jungautoren in diesem Jahr hatte einiges zu bieten.

Nachdem Kafka gleich in der Einfhrungsrede erwhnt wurde, brauchte man auch nicht lange auf seinen Gru in den Beitrgen zu warten. Schon der erste beschrieb die Verwandlung umgekehrt: ein Kfer wird zum Mensch! Es folgten Geschichten ber einen Rollstuhlfahrer, der pltzlich tanzen kann und ein fressschtiges Schulmdchen, das sich in einen Rausch isst. Eine doppelte Schnheits-OP, die unerwartete Resultate zeigt und einen Kurzkrimi, der sich mit dem Verschwinden der einstigen Schnheit Katinka befasst.

Der Stil, genauso wie die Themen, zeigten ein breites Spektrum auf, waren mal amsant, mal ernst, mal brutal oder ironisch. Ebenso die Kurzfilme, die sich zwischen den Bildern einer undefinierbaren Pflanze, verstrenden Beobachtungen ber den psychischen Zustand eines jungen Mannes und flieenden Momentaufnahmen von Tel Aviv bewegten.

Zum Abschluss durfte das Publikum den eigenen Favorit in beiden Kategorien Geschichte und Film whlen, anschlieend gab die Jury ihre eignen Gewinner bekannt. Der Publikumspreis ging anders als bei der Jury an das fressschtige Mdchen, whrend die umgekehrte Verwandlung den ersten Preis in Form eines Lamy- Fllers samt Ovids Metamorphosen und natrlich einer Urkunde, die auch die Pltze zwei und drei ergatterten, erhielt. Auch Tel Aviv durfte sich auf das Gewinnertreppchen stellen.

Das war sie also, die bunt gemischte Metamorphose von diesem Jahr. aufs nchste Jahr darf man schon gespannt sein!

Mehr Infos unter: kkw.uni-koeln.de/

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