Die Universitt zu Kln bentigt dringend eine Sanierung. Nicht nur ihre Gebude sind davon betroffen. Will sie mit den Anforderungen der Zeit Schritt halten, dann muss sie auch ihr Lehrangebot kritisch berprfen. Zu diesem Zweck hat der Prorektor fr Lehre und Studium, Prof. Dr. Holger Burckhart, vergangene Woche zu einer Fachtagung eingeladen. Von 27.-28.11. haben Lehrende, Studierende und Experten aus Wissenschaft und Bildung Empfehlungen fr das Rektorat erarbeitet, um die Lehre an der Klner Uni inhaltlich und arbeitsmarkttechnisch fr die Zukunft zu optimieren. Geladen waren dabei auch Vertreter aus dem Wissenschaftsrat, der Bund und Lnder in Wissenschafts- und Forschungsfragen bert und dem Akkreditierungsrat, der sich der Qualittsentwicklung europischer Hochschulen verschrieben hat.

Die Themenstellungen der geplanten 5-Punkte-Empfehlungen waren so spannend wie vielversprechend. Auf dem Plan standen:

1. Qualittsentwicklung und Qualittssicherung der Lehre
2. Lehrorganisation und Lehrevaluation
3. E-Learning
4. Internationalisierung der Lehre
5. Hochschuldidaktische Weiterbildung

Das Ergebnis aber darf man mindestens als durchwachsen bezeichnen. Zu groen Teilen ergehen die Stellungnahmen sich nmlich schlichtweg in nichtssagenden Allgemeinpltzen. Zur Qualittsentwicklung etwa wird empfohlen, dass man die grundstzlichen, z.B. vom Wissenschaftsrat formulierten Empfehlungen, zur Qualitt der Lehre auf die Universitt zu Kln hin spezifiziert und in der Lehrorganisation muss zwischen Bedrfnissen und Interessen der Studierenden und Lehrenden einerseits und den Anforderungen der Studiengnge andererseits vermittelt werden.

Die Frage nach Internationalisierung der Lehre wurde gar unbesehen zur Antwort umformuliert: Den Studierenden soll mehr Mobilitt ermglicht werden. Ein Ziel ist es, dass Studierende der Universitt zu Kln im Rahmen ihres Studiums einen Auslandsaufenthalt zuverlssig einplanen und durchfhren knnen. Hierzu soll die Betreuung verbessert und die Studienorganisation angepasst werden. Diese Blutarmut schmerzt umso mehr, als der Mobilitts-Schuss der Bachelor-Umstellung bereits krftig nach hinten losgegangen ist. Vielerorts beklagen Lehrende und Studierende, dass sich die Curricula der neuen Bachelor-Studiengnge von einer Hochschule zur nchsten stark unterscheiden und somit ein Wechsel des Studienorts deutlich schwieriger wird als zu Diplom- und Magisterzeiten.

Ein wenig Wrze lag aber doch noch in dieser Krze. So wird geraten, unter Studierenden zielgerichtetere Mentorenprogramme zu initiieren, um das Lernen in Kleingruppen zu untersttzen und auslndische Studierende besser und effektiver zu integrieren. Und die Empfehlung, mit dem gesamten Lehr- und Lernumfeld auch das Prfungswesen zu evaluieren, stellt ebenfalls einen Fortschritt dar. Denn in der bundesweiten PISA-Aufholjagd war manch einer versucht, den vagen Begriff der Bildung durch den vermeintlich hand- und marktfesteren vom Output zu ersetzen. Wer aber die kritische Frage nicht stellt, welcher Output da wie abgeprft werden soll, landet weder bei der Bildung, noch bei Qualittsstandards.

Nach Auskunft der Universitt soll die 5-Punkte-Empfehlung dem Rektorat bergeben werden, das mit der Umsetzung so bald wie mglich beginnen will. Zu hoffen bleibt, dass die Sanierung der Lehre nicht beim vagen Gerst stehen bleibt, sondern beherzt zupackt. Dass sie dort, wo es ntig ist, Mauern einreit und Lcher stopft.

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