Otto-Lehthaus (l), Wein (m), Kugelmeier (r)
   
In der KlnMesse fand von 19.-20. November zum 20. Mal der Staufenbiel Absolventenkongress statt. Der Kongress ist seit 1989 jhrlich in Kln zu Gast und mit 11.000 12.000 Besuchern der grte seiner Art in Deutschland. ber 300 Unternehmen stellten sich in Kurzprsentationen vor, gaben jungen Hochschulabsolventen die Mglichkeit, sich persnlich ber Praktika und Karriereperspektiven zu informieren, oder auch direkt zum Vorstellungsgesprch Platz zu nehmen. Fachvortrge und Podiumsdiskussionen befassten sich mit Fragen zu Bewerbung, Berufseinstieg und Karriereplanung. Auch diverse Hochschulen und Jobagenturen waren vertreten.

Inzwischen haben besonders Online-Medien in die gngigen Bewerbungsverfahren Einzug gehalten und wurden somit auf dieser Messe ein wichtiges Thema. Wie Marina Sverdel von der Berufsagentur stepstone.de informierte, stellen z.B. 80% der groen Unternehmen zur Bewerbung Online-Formulare zur Verfgung. Whrend 63% der Unternehmen diesen Weg der Bewerbung gegenber allen Anderen bevorzugen, teilen die Bewerber selbst diese Vorliebe nur zu 13%. Bewerbungen auf dem Postweg, so Sverdel, werden aber von mehreren namhaften Unternehmen berhaupt nicht mehr bercksichtigt brigens auch von der Deutschen Post AG.

Fr den Arbeitgeber bringen die Online-Formulare eine enorme Ersparnis an Aufwand mit sich und machen zudem die Bewerber untereinander besser vergleichbar. Doch auch der Bewerber erzielt Vorteile: Wie Claudia Ulrich von der Online-Jobbrse monster.de erklrt, kann der User seinen Lebenslauf nmlich in Bewerberpools einspeichern, auf die Firmen lngerfristig zugreifen. Sobald entsprechende Stellen frei werden, hat man dann die Chance, selbst vom Unternehmen kontaktiert zu werden, was im bisherigen Papierkrieg eher unwahrscheinlich war.

Die Gretchenfrage des Berufseinstiegs ist heute vielleicht aktueller denn je und wer sie nicht erst vom Personalchef hren will, fragt sich am besten gleich: was mchte ich beruflich erreichen, wo genau will ich anfangen und warum? Gerhard Tschentscher, Human Resources Vize-Prsident des Pharmakonzerns Pfizer, rt in einem Interview, sich ganz auf das zu konzentrieren, was einem selbst am meisten Freude bereitet. Auch ausgeklgelte Fnf- oder Zehnjahresplanungen der eigenen Laufbahn, so Tschentscher, drften den Blick auf die authentischen persnlichen Wnsche nie verstellen. Den Young Professionals macht er Mut, sich auszuprobieren und keine bertriebene Angst vor Fehlern zu haben. Das klingt freilich gut aber kann sich wirklich jeder seinen Berufsweg aussuchen? In einem Podiumsgesprch befassen sich die Personalleiter Thorsten Otto-Lehthaus (British Ameriacan Tobacco), Dr. Christian Kugelmeier (MLP) und Dr. Christian Wein (Springer Verlag) mit dem Thema Top-Karriere ohne BWL.

Weil Empathie und Persnlichkeit gerade in Bereichen wie Marketing und Beratung mindestens ebenso wichtig werden wie solides Fachwissen, sehen die drei inzwischen eine zunehmende Offenheit der Unternehmen gegenber Bewerbern auch aus Sozial- und Geisteswissenschaften. Von einer Byzantistin als Leiterin der Accounting-Abteilung wei man ebenso zu berichten wie vom Musikwissenschaftler im Verlagsvorstand.

Ein fundiertes wirtschaftliches Wissen sei natrlich absolut unentbehrlich, knne aber meistens in speziellen Weiterbildungsprogrammen der Unternehmen nachgeholt werden. Um am richtigen Platz zu landen, so stimmen alle drei berein, msse man vor allem authentisch bleiben und im Bewerbungsgesprch offensiv mit den eigenen Strken und Schwchen umgehen knnen.
Nach Informationen des Veranstalter Staufenbiel GmbH (vormals Hobsons GmbH) werden sich Finanzkrise und abflauende Konjunktur im nchsten Jahr auch auf den Arbeitsmarkt fr Akademiker erheblich niederschlagen. Trotzdem, so Staufenbiel, wrden qualifizierte Fachkrfte bestndig gesucht: allein fr 2009 htten die Aussteller des Absolventenkongresses ca. 20.000 freie Einsteiger-Stellen gemeldet.

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