Nur eine Studienreform, die von der berzeugung der Lehrenden, Studierenden und der beruflichen Praxis getragen wird, kann nachhaltigen Erfolg haben, sagte das fr Hochschule und Forschung verantwortliche GEW-Vorstandsmitglied Andreas Keller am Mittwoch in Frankfurt a.M..

Die vollstndige Umstellung auf Bachelor- und Masterstudiengnge an den Hochschulen bis 2010 sei nicht mehr zu schaffen, stellte Keller fest. Das belegten die jngsten Zahlen der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) zur Einfhrung von Bachelor- und Masterstudiengngen. Keller kritisierte, dass die Hochschulen in der Vergangenheit bei der Einfhrung der neuen Studiengnge zu wenig Rcksicht auf die Bedrfnisse der Studierenden und Lehrenden genommen und beiden Gruppen ein berma an Workload zugemutet htten. Die Kolleginnen und Kollegen beklagen zu Recht eine Verschulung und Verdichtung des Studiums durch zu viele Prfungen, Klausuren und Anwesenheitskontrollen. Auch ein Bachelor- und Masterstudium muss studierbar sein und die Freiheit des Studiums respektieren, forderte der GEW-Sprecher.

An Bund, Lnder und Hochschulen richtete die Bildungsgewerkschaft drei Forderungen, um den berflligen Kurswechsel im Bologna-Prozess zu erreichen.

Die GEW fordert erstens eine Entschleunigung des Prozesses. Bund und Lnder mssen den unntigen Zeitdruck aus der Umstellung der Studiengnge herausnehmen - Qualitt von Studium und Lehre sowie Partizipation der Betroffenen gehen vor Tempo, sagte der Hochschulexperte.

Wir brauchen zweitens eine Verbesserung des Betreuungsverhltnisses in den neuen Studiengngen: Vom bevorstehenden Bildungsgipfel erwarten wir daher Grnes Licht fr einen Hochschulpakt II. Dieser soll nicht nur die notwendigen Mittel fr die fehlenden Studienpltze, sondern auch zur Verbesserung der Qualitt der Lehre bereitstellen, erklrte Keller. Dafr seien nach Berechnungen der HRK und des Wissenschaftsrats (WR) mindestens 3,7 Milliarden Euro pro Jahr erforderlich.

Drittens fordern wir die uneingeschrnkte Durchlssigkeit beim bergang vom Bachelor- zum Masterstudium - weder Quote noch Note drfen den Zugang zum Masterstudium einschrnken, sagte der GEW-Sprecher. Die Akzeptanz des Bachelor auf dem Arbeitsmarkt ist unsicher - jede Absolventin und jeder Absolvent eines Bachelorstudiengangs mssen daher den Rechtsanspruch auf Zulassung zu einem Masterstudiengang erhalten, unterstrich Keller.

Info: Die HRK hat heute die neuesten Zahlen zur Einfhrung von Bachelor- und Masterstudiengngen vorgelegt. Demnach fhren zwar mittlerweile 75,1 Prozent der Studiengnge zu den neuen Abschlssen Bachelor oder Master, aber erst 30,9 Prozent der Studierenden sind in einem der neuen Studiengnge eingeschrieben.

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