Die vorlesungsfreie Zeit ist fr manche Biologen Bastelzeit. Denn dann knnen sie fr einen recht jungen Wettbewerb neue Bakterien nach dem Baukastenprinzip zusammensetzen. Synthetische Biologie nennt sich die recht junge Wissenschaft, die einen ingenieurwissenschaftlichen Ansatz in die Genetik einbringt. So schafft man kleine lebendige Systeme mit einer festen Aufgabe. Beim iGEM (international Genetically Engineered Machines competition) treten im November 84 Teams aus der ganzen Welt an, um ihre Kreationen am Bostoner Massachusetts Institute of Technology vorzustellen. In diesem Jahr ist erstmals auch ein Heidelberger Team am Start, dass sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt hat: Es will einen Tumor- und Bakterienkiller erschaffen, der sein Ziel erkennen und effektiv beseitigen kann. Dafr basteln die Studenten ein Modell mit zwei Varianten des Darmbakteriums E. coli: einem "Beute-" und einem "Killerstamm". Jedoch muss das fnfzehnkpfige Team auf die Regeln des Wettbewerbs achten. Sie drfen fr ihre Aufgabe nur Bausteine verwenden, die in der Datenbank des iGEM vorhanden sind. Das sind aber immerhin inzwischen schon mehr als tausend Elemente. Die Gruppe um Professor Robert Eils ist trotz der Herausforderungen, die E. coli-Bakterien zu modifizieren, daher guten Mutes, bis zum Stichtag das Projekt weiter voranzubringen und gegenber der harten Konkurrenz mit internationalen Gren aus Harvard, Cambridge und Tokio erfolgreich zu bestehen.




Was fr ein Spa. (Bildautor: UDE)
Wer sich fters mal in Freizeitparks aufhlt, hat bestimmt schon einmal einen Robocoaster zu Gesicht bekommen: einen groen Gelenkarm, an dem eine Fahrkabine hngt und die dieser wild umherwirbelt. Jetzt hat die Universitt Duisburg-Essen, als eine von drei Forschungseinrichtungen berhaupt, ebenfalls so ein Gert. Allerdings nicht ausschlielich zum Vergngen, sondern vor allem fr die Wissenschaft. Denn mit dem Robocoaster knnen Ingenieure ab sofort realistische Simulationen durchfhren, ob Elchtest, berschlag oder Helikoptersteuerung. Und natrlich geht auch eine Achterbahnfahrt. Mit denen kennt sich das Team um Professor Andrs Kecskemthy brigens gut aus: Seit sechs Jahren entwickelt es Software fr die Entwicklung neuer Attraktionen. Bislang ging dies nur per Computer - jetzt knnen die Forscher am eigenen Leib erfahren, ob die eine Umdrehung fr den menschlichen Magen nicht doch zu viel war. Aber auch bei Verkehrsunfllen kann der Robocoaster helfen, denn so lsst sich zum Beispiel simulieren, wie ein Autofahrer bei einem berschlag reagiert. Etliche Testfahrten haben Prof. Kecskemthy und seine Mitarbeiter durchgefhrt, seit der TV am 6. August die Anlage freigegeben hat. Wer dank eines robusten Magens mit den Rotationen und den Aufs und Abs zurechtkommt, hat sich vom Roboterarm durch die Lfte wirbeln lassen. Im Dienste der Wissenschaft. Spafaktor inklusive.




In einer Tonne Elektroschrott steckt Gold im Wert von 530 Dollar, das einfach vernichtet wird. Dies ist das Ergebnis der Doktorarbeit von Ingenieurin Perrine Chancerel, die an der Technischen Universitt Berlin promoviert. Recyclingunternehmen wrden nur 25 Prozent des Goldes, das vor allem in Leiterplatten steckt, herausfiltern - der Rest geht verloren. hnliches gilt fr das wertvolle Palladium. Bei mehr als einer Millionen Tonnen Elektroschrott, die allein in Deutschland jedes Jahr anfallen, sind das schon betrchtliche Werte. Die Frage ist nur, mit welchen Methoden man an das Gold herankommt, denn in einer Tonne Mll stecken gerade einmal 22,2 Gramm des Edelmetalls. Dennoch stellen die Ergebnisse fr die Recyclingunternehmen eine berraschung dar, denn eine derartige Untersuchung wurde bislang noch nie durchgefhrt. Neben dem wirtschaftlichen Aspekt kam dabei brigens noch etwas anderes ans Licht: Auch hoch giftige Substanzen wie Cadmium, Blei und Quecksilber stecken noch im Elektroschrott, letzteres vor allem in TFT-Bildschirmen. Verbesserte Verwertungsprozesse fhren also nicht nur zu einer Gewinnsteigerung des Recyclingunternehmens, sondern schonen auch die Umwelt.

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