Wieso muss der Rektor einer Hochschule eigentlich immer ein altgedienter Professor sein? Der 24-jhrige Linus Wrffel bewarb sich an der Heinrich-Heine-Universitt in Dsseldorf jetzt um die Nachfolge von Alfons Labisch. Die in der Ausschreibung geforderten Anforderungen erfllt er allemal: ein abgeschlossenes Hochschulstudium (Bachelor), Erfahrungen als Hochschulmitarbeiter (studentische Hilfskraft), Gestaltungswillen, Durchsetzungsvermgen (als Langstreckenlufer), Kreativitt, alles kein Problem. In einer sechsseitigen Erklrung gibt Wrffel zudem seine Vorstellungen von einer besseren Universitt preis. Das klingt alles nach einem groen Scherz - soll es aber laut Werffel nicht sein. Vielmehr will er mit seiner Aktion auf veraltete und teilweise unstimmige Strukturen im Hochschulwesen aufmerksam machen. So bestimme etwa der momentan amtierende Rektor, der erneut fr den hohen Posten kandidiert, ber den Hochschulrat, der wiederum ber den Rektor entscheidet. Immerhin ist Wrffels Bewerbung aber Gerchten zufolge nicht direkt im Papierkorb gelandet. So berichtet Spiegel Online, dass angeblich das Konzept des Studenten hinsichtlich der Aussagefhigkeit sehr gut abschneide. Fr den Chefsessel wird es aber wahrscheinlich trotzdem nicht reichen. Als Weckruf an die verschlafene Hochschulpolitik hat die Aktion aber vielleicht seinen Zweck erfllt.




Schon vor zwei Jahren brachte die Universitt Bonn einen kleinen Kfer ganz gro raus. Die Larven des Schwarzen Kiefernprachtkfers lieben frisch verbranntes Holz - und genau dieses findet der brave Papa dann auch mit erstaunlicher Genauigkeit. Angeblich kann er mit seinen Sensoren noch aus 80 Kilometern Entfernung Waldbrnde aufspren und schafft dies fnfmal schneller als ein technischer Infrarot-Sensor. 2006 stellten Wissenschaftler der Uni Bonn und des Forschungszentrums caesar diese Ergebnisse erstmals vor, nun gibt es weitere Daten. Die empfindliche Spitze der mechanischen Sinneszelle ist in einen winzigen runden Druckbehlter eingebettet, in dem sich einige hundertmilliardstel Milliliter Wasser befinden. Trifft Infrarotlicht auf den Sensor, erwrmt sich dieser und damit auch die darin befindliche Flssigkeit. Sie dehnt sich schlagartig aus, wodurch sich der Druck im Behlter erhht. Dadurch verformt sich die Spitze der Sinneszelle: In ihr ffnen sich Kanle, durch die elektrisch geladene Ionen strmen. Diese Spannungsnderungen registriert der Kfer - und das schon wenige Tausendstel Sekunden nach dem Infrarot-Puls. "Das Ganze funktioniert hydraulisch und damit fast verzgerungsfrei - hnlich wie im Auto, wenn Sie aufs Bremspedal steigen", erklrt Schmitz. Zwar steht der endgltige Beweis fr diese Funktionsweise noch aus, aber alles deutet darauf hin, dass die Forscher richtig liegen. Fr die Feuerbekmpfung wre dies von erheblichem Wert.




Bundesbildungsministerin Annette Schavan ist stolz wie Oskar: erstmals sind die Studierenden mit der Qualitt des Studiums zufrieden. Das behauptet zumindest eine Umfrage, die das Bundesministerium fr Bildung und Forschung (BMBF) am Donnerstag verffentlichte. "Inhalt und Struktur des Studiums werden erfreulicherweise sehr positiv eingeschtzt. Hier mssen wir unsere Anstrengungen mit Lndern und Hochschulen weiter intensivieren", so Schavan in einer Pressemitteilung. Der Betruungsaspekt zeigt noch den grten Verbesserungsbedarf. Allerdings sind nur eine handvoll Universitten und Hochschulen in ganz Deutschland an der von der Uni Konstanz durchgefhrten Befragung beteiligt. So gab es etwa fr die Universitten in Bonn und Kln, die zurzeit mit einer Anmeldungsflut zu kmpfen haben, keine Daten.

Dramatisch ist die Zunahme des Aspekts der sozialen Herkunft beim Hochschulzugang. Auf die Idee, die Studiengebhren dafr verantwortlich zu machen, kommt Schavan dabei nicht. Vielmehr sieht sie die Schulen in der Pflicht. Diese mssten "verstrkt dafr sorgen, dass die Chancen zum Erwerb eines hheren Schulabschlusses ausschlielich von der Leistung der Schlerinnen und Schler und nicht von ihrer sozialen Herkunft abhngig sind. Dazu gehrt auch, leistungsstarke Kinder aus bildungsfernen Schichten und deren Eltern beim Zugang zur gymnasialen Oberstufe aktiv zu untersttzen", heit es aus dem BMBF. Bildungsministerin Annette Schavan erklrte hierzu: "Wir wollen junge Leute aus allen gesellschaftlichen Schichten fr ein Hochschulstudium motivieren. Deshalb mssen wir die starren Zugangsbeschrnkungen fr ein Hochschulstudium berdenken und die Durchlssigkeit zwischen beruflicher und akademischer Bildung erhhen." Aktuelle Studien zeigen, dass ein Studium die beste Versicherung gegen Arbeitslosigkeit ist. "Ein Studium lohnt sich immer!", so die Ministerin. Fraglich ist nur, wer es sich leisten kann, vor allem da das Stipendiensystem in Deutsfchland nicht sonderlich stark ausgebaut ist.




Simulation und Animation - so kann's gehen. (Bildautor: Computer Graphics Laboratory, ETH Zrich)
Fans von Nemo und anderen Pixar-Stars aufgepasst: Der amerikanische Unterhaltungskonzern Disney richtet in Zrich ein neues Forschungslabor ein und kooperiert mit der dort ansssigen Technischen Hochschule. Diese Zusammenarbeit ist die erste auerhalb der USA und soll ein kreatives Nest in Europa einrichten. Um die nchste Generation von Technologien zu entwickeln, brauche es die Zusammenarbeit mit fhrenden Universitten, wird Ed Catmull, Prsident der zum Walt-Disney-Konzern gehrenden Pixar Animation Studios, zitiert. Im neu entstehenden Labor werden mittelfristig bis zu 20 Forschende arbeiten, schwergewichtig in Gebieten wie Computeranimation, geometrischer Modellierung, Computerfotografie, Bildgenerierung, Videoverarbeitung, knstlicher Intelligenz und Robotik. ber die eigentliche Forschungszusammenarbeit hinaus sei geplant, dass die hochqualifizierten Forscher und Ingenieure von Disney in die Lehre und Doktoratsprogramme einbezogen wrden, sagt Professor Markus Gross vom Departement Informatik, der die Leitung des Labors bernehmen soll. Das Labor wird seine Forschung dabei in enger Zusammenarbeit mit dem Departement Informatik der ETH Zrich betreiben, ganz speziell mit dem Labor fr Visual Computing und Computergrafik von Professor Gross: "Wir wollen beispielsweise neue Algorithmen entwickeln, um sowohl traditionelle Animationstechniken als auch die 3-D-Computer-Animation auf eine neue Stufe der Perfektion zu heben."

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