Zum sechsten Mal fand am vergangenen Freitag die Bonner Wissenschaftsnacht statt, bei der sich anlsslich des "Jahres der Mathematik" alles um Zahlen und Ziffern drehte. Doch wer glaubte, sich mit langweiligen Logarithmen und theoretischen Endlos-Zahlenreihen konfrontiert zu sehen, der wurde schnell eines besseren belehrt. Stattdessen stellten die anwesenden Dozenten die Rolle der Mathematik in anderen Wissenschaften eindrucksvoll dar und betonten ihre immense Bedeutung in der Forschung, sodass hier auch mancher Mathemuffel auf den Geschmack kommen konnte.

Das umfangreiche Programm berlie dem Besucher wieder die Qual der Wahl unzhlige Veranstaltungen lockten mit interessanten Ankndigungen. Schon der Arkadenhof war kaum wiederzuerkennen. Statt groer Experimente unter freiem Himmel gab es in diesem Jahr eine begehbare Installation mit dem Titel "Hineingewoben in die Welt der Zahlen", die erst mit zunehmender Dunkelheit ihre wahre Schnheit entfaltete. Sah man sich zunchst lediglich in endlosen weien Laken verfangen, zu deren Fen verschiedene Wissenschaftsrichtungen und deren Verbindung mit Zahlen erklrt wurden, erstrahlten die endlosen Stoffbahnen spter in den verschiedensten Farben durchgngig untermalt von zarter klassischer Musik, sodass sich der Innenhof zu einer wahren Entspannungsquelle mauserte.

Die "Blaue Grotte" hingegen bot Spa und Unterhaltung fr die ganze Familie: Hier konnten Eltern und Kinder sich zum ganz besonderen Foto aufstellen: Wrmebilder spiegelten die jeweiligen Befindlichkeiten wider. Auch die mathematische "Helmprfung", die beim Kauf eines Fahrradhelmes durchaus hilfreich sein kann, nahmen die Besucher gern in Anspruch. Hier fhlten sich Praktiker und Theoretiker gleichermaen gut aufgehoben und hatten sichtlich Freunde mit der Forschung zum Anfassen.

Nicht weit davon entfernt lockte die Schlosskirche mit Orgelmusik und "Kleinen Endzeit-Predigten vor dem Stundenschlag" den nach Erlsung Suchenden auf den Weg "Zur Erleichterung des Gewissens", an dessen Ende sich natrlich der Klingelbeutel befand. Wen die Bedeutung der Mathematik in verschiedenen Religionen auch theoretisch interessierte, der konnte sich in mehren spannenden Vortrgen unter anderem ber "70 Psalmen, 100 Kniebeugen und 7 Messen" ausfhrlich informieren.

Den ganz Faulen bot sich die Gelegenheit, sich den ganzen Abend im Hrsaal I zu verkriechen und von Kurz- und Langfilmen berieseln zu lassen. Natrlich drehte sich auch hier alles um Zahlen, deren Faszination auch Hollywood fr sich entdeckt hat. Groe Besucherscharen zog das Festzelt auf der Hofgartenwiese an, in dem der groe Showteil der Veranstaltung stattfand. Sowohl die Aufzeichnung der Experimente-Show "Kopfball auf Tour" als auch die von Helge Haas prsentierte Manege der Innovationen sorgten fr voll besetzte Reihen. Wer es intimer und ruhiger mochte, der zog sich ins Mrchenzelt zurck, das in diesem Jahr im Brunnenhof sein Lager aufgeschlagen hatte und mit Geschichten aus aller Welt ber "Ziffern und Zahlen" verzauberte.

Den Veranstaltern ist es auch in diesem Jahr wieder hervorragend gelungen, ein umfangreiches Programm auf die Beine zu stellen, das keine Wnsche offen lie. Schade, dass alles nur in einer Nacht statt fand zu viele interessante Stationen gab es zu entdecken.

Aber uns allen bleibt dabei zum Glck die Vorfreude auf die 7. Wissenschaftsnacht 2010 und vielleicht die Erkenntnis, dass Mathematik doch ganz schn spannend sein kann.

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