Von links nach rechts: Der Prorektor der Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg, Professor Michael Krzeminski, der Intendant der Deutschen Welle, Erik Bettermann, und Rektor der Universitt Bonn, Professor Matthias Winiger, bei der Unterzeichnung des Kooperationsvertrages.
Ab dem Wintersemester 2009 startet im Rheinland ein bislang einzigartiger Masterstudiengang: Die bilingualen "International Media Studies" stellen eine Kooperation der Universitt Bonn, der Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg und der Deutschen Welle dar und richtet sich an Nachwuchsjournalisten und Medienschaffende aus Schwellen- und Entwicklungslndern in Asien, Afrika, Lateinamerika und den Transformationsstaaten Osteuropas.

Die Idee zu diesem Studienkonzept, das erstmals den Bereich der Medien mit der Entwicklungszusammenarbeit verknpft, entstand aus der Notwendigkeit heraus, auf die Vernderungen des internationalen Medienmarktes zu reagieren. "Nach unserer Einschtzung ist der Bedarf an einer spezifischen, international ausgerichteten und fundierten Medienausbildung hoch. Insbesondere im asiatisch-pazifischen Raum und in Sd- und Mittelamerika haben technologische Vernderungen, Deregulierung und Privatisierung zu einer explosionsartigen Vermehrung von Rundfunkanstalten gefhrt", erklrt der Pressesprecher der Deutschen Welle, Dr. Johannes Hoffmann. "Der rasante Zuwachs von Medienanbietern erzeugt eine starke Nachfrage nach gut ausgebildeten Journalisten, die aber nur schwer befriedigt werden kann".

Hier setzt das Konzept der "International Media Studies" an. In vier Semestern bekommen die Studierenden Wissen ber die Wechselwirkungen zwischen Medien, Politik und Gesellschaft, journalistische Kenntnisse sowie Inhalte aus den Bereichen Medien-BWL, Medienmanagement, Mediaplanung und Empirie vermittelt. Dabei steht die Frage nach dem Einfluss der Medien auf die Demokratisierungsentwicklung in Entwicklungslndern im Vordergrund. Als Bindeglied zwischen Regierung und Brgern knnen Medien zum einen den ffentlichen Diskurs frdern, zum anderen aber, von mchtigen Interessengruppen missbraucht, diese Meinungsvielfalt auch massiv einschrnken. Als professionell ausgebildete Journalisten sollen die Studenten nach ihrem Abschluss in ihre Heimatlnder zurckkehren und dort die Entwicklung der dortigen Mediensysteme, der Gesellschaft und der Demokratie positiv beeinflussen. "Voraussetzung fr die Etablierung und das Funktionieren von freien Mediensystemen sind Journalisten, die ihre Verantwortung als kritische Beobachter und Berichterstatter am besten dann wahrnehmen knnen, wenn sie professionell ausgebildet sind und sich der journalistischen Berufsethik verpflichtet fhlen", so Hoffmann.

Der Studiengang richtet sich zwar vorrangig an Nachwuchsjournalisten, Medienmanager und Mitarbeiter von Kommunikationsabteilungen aus Entwicklungs-, Schwellen- oder Transformationslndern, doch Deutsche und andere Westeuroper knnen sich dennoch bewerben. Voraussetzung fr die Zulassung sind ein akademischer Abschluss sowie eine mindestens einjhrige Berufserfahrung in einem medialen Umfeld.

Die Kooperation zwischen der Deutschen Welle, der Uni Bonn und der FH Bonn-Rhein-Sieg lag nahe. Zum einen ermglichen die drei Kooperationspartner eine optimale Verzahnung von Forschung, Lehre und Praxis, zum anderen wird der Studiengang so anwendungsorientiert, hlt den Studenten aber dennoch die Mglichkeit zu einer anschlieenden Promotion offen. Darber hinaus verfgt die Uni Bonn mit Zentren fr Kommunikationswissenschaft und Entwicklungsforschung ber die notwendigen Kernkompetenzen. Die FH Bonn-Rhein-Sieg stellt ebenfalls einen geeigneten Kooperationspartner dar, zhlt sie doch zu Deutschlands innovativsten Fachhochschulen und bietet darber hinaus einen Studiengang zum Technikjournalismus an.

Die Aufgaben zwischen den drei Partnern sind klar aufgeteilt. Die Deutsche Welle konzipiert, in Abstimmung mit den beiden anderen, das Curriculum des Masterstudiengangs sowie einen Groteil der Lehrveranstaltungen und fhrt diese auch selbst durch. Der Zustndigkeitsbereich der Fachhochschule konzentriert sich hauptschlich auf die Ausarbeitung der Prfungsordnung, die Akkreditierung und die Abnahme der Prfungen. Zustzlich bernimmt sie die Evaluierung des Studienganges und die Verleihung des Mastergrades. Die Universitt Bonn beteiligt sich in all diesen Bereichen und bietet im Rahmen ihrer Mglichkeiten geeignete Lehrveranstaltungen an.

Bislang erfhrt das neue Studienkonzept von allen Seiten eine positive Resonanz. "Es liegen bereits einige Anfragen von Interessenten fr das Studium vor. Der DAAD begrt ausdrcklich die Idee dieses Masterstudiengangs. Das Land Nordrhein-Westfalen hat, aufgrund des innovativen Modells des Studienganges und der erwarteten nachhaltigen Wirkung auf die Zusammenarbeit mit Transformationslndern, ebenfalls den Studiengang sehr positiv bewertet. Darber hinaus haben uns mehrere interessierte Rckmeldungen von politischen Stiftungen und weiteren Hochschulen erreicht, die den Studiengang als sinnvolles Angebot ansehen", besttigt Johannes Hoffmann.

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