Einmal dem Professor sagen, wo es lang geht: Fr die Diplomandinnen Anja Meyer und Katja Waskow ging dieser studentische Traum in Erfllung. Fr das Pilotprojekt "DFG Science TV" sind sie mit ihrem Dozenten Martin Sander in das Museum fr Naturkunde in Berlin geflogen, um dort einige Szenen zu ihrer Dokumentation ber die Entwicklung der Dinosaurier zu drehen. Jetzt sind sie hinter der Kamera und dirigieren Sander unter einem 13 Meter hohen Dino-Skelett. Der Bonner Palontologie-Professor nimmt es gelassen: "Ich finde die Idee prima. Das Internet spricht junge Menschen an, die den Zugang zur Wissenschaft ber Bcher vielleicht noch nicht gefunden haben."

Genau hier setzt die Deutsche Forschungsgesellschaft (DFG) an. Unter www.dfg-science-tv.de stellt sie die Forschungstagebcher von insgesamt zehn Gruppen zusammen. Zwlf Folgen sollen es werden, eine pro Woche. Unter anderem sind neben Bonn noch Kln, Bremen, Dresden und Karlsruhe an dieser Aktion beteiligt, aber auch ein Projekt in der Tempelstadt Ankor Vat in Kambodscha und eines in Ecuador liefert Filmmaterial. Thematisch ist alles dabei: Roboter, die von einem Menschen lernen oder einfach nur dynamisch laufen sollen, die Entwicklung von Mega-Stdten, die Bedeutung der Ozeane fr unsere Welt oder eben der Aufbau der Saurier.

Anja Meyer und Katja Waskow freuen sich ber die Erfahrungen, die ihnen das Projekt liefert. Doch zu Anfang wurden sie gewissermaen ins kalte Wasser geworfen: Nach einem einwchigen Crashkurs in Kamerafhrung, Tontechnik und Schnitt wurden die Nachwuchswissenschaftlerinnen fr drei Monate zu Filmemachern. Die DFG hat eine professionelle Produktionsfirma engagiert, die im Vorfeld zusammen mit den Wissenschaftlern ein Storyboard fr die zwlf Episoden entwickelt hat. Danach ging es direkt los: Termine organisieren, drehen, am PC schneiden - ganz neue Herausforderungen fr die Studierenden. "Wann das Licht stimmt und die Perspektive schn ist, haben wir erst whrend unserer Filmarbeit gelernt", erklrt Katja Waskow, Diplomandin an der Bonner Palontologie.

Fr jedes Drehteam gibt es einen betreuenden Redakteur und einen Cutter, die das vorgeschnittene Filmmaterial auf drei Minuten krzen und vertonen. Dreiig Minuten Filmmaterial pro Episode haben die jungen Frauen dort Woche fr Woche abgeliefert, gedreht auf Mallorca, in Berlin oder Sdafrika, zusammengeschnitten aus meist mehreren Stunden von Aufnahmen. "Wir haben sehr oft unsere Betreuer anrufen mssen, wenn die Technik nicht wollte, vor allem beim anschlieenden Schneiden des Filmmaterials am PC, erzhlt Katja Wassow.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Zwar ist vor allem der Ton, sofern er nicht nachtrglich aus dem Off aufgenommen wurde, fters verzerrt, doch wenn man bedenkt, dass es sich nicht um professionelle Kameraleute handelt, ist das Material wirklich gut. Dementsprechend positive Reaktionen konnte die DFG daher auch in den letzten Wochen und Monaten verbuchen. "Die erste Resonanz war berwltigend", so DFG-Prsident Professor Matthias Kleiner bei der Vorstellung des Projekts in den Gremien der DFG. Rund 36 000 Besucher haben bisher das fr DFG Science TV eigens geschaffene Portal besucht, um sich die Kurzfilme ber die zehn ausgewhlten Forschungsprojekte anzuschauen. Und das nahezu ohne Werbung. Ein deutliches Zeichen fr den Erfolg des Science TV.

Gro ist auch das Interesse an den Hochschulen. "Fast tglich bekommen wir Anfragen von Forschungsprojekten, die in Zukunft gerne dabei sein mchten", so Dr. Eva-Maria Streier, DFG-Pressesprecherin und Projektleiterin. "Der Projektstart hat unsere Erwartungen weit bertroffen, und wir sind derzeit optimistisch, dass es mit DFG Science TV weitergeht."

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