Die Web-Comunity StudiVZ ist schon lange nicht mehr allein in den virtuellen Weiten des Internet. Mit der Plattform "www.studymee.com" gibt es eine neue Mglichkeit, die eigene Persnlichkeit virtuell zu prsentieren. Und doch ist alles ein bisschen anders als beim wohl bekannten Internetportal der Holtzbrinck-Verlagsgruppe.

Das wird bereits bei der Auswahl des Benutzernamens im Zuge der Anmeldung deutlich. Whrend StudiVZ in seinen AGBs fest gelegt hat, dass man sich mit seinem richtigen Namen eintragen muss, wurde bei Studymee auf solcherlei Vorgaben verzichtet. So kann der User schon whrend der Anmeldung einen Benutzernamen festlegen, der nicht unbedingt seinem wirklichen entspricht. Toll, denkt man sich zunchst, da sind meine Daten ja nicht ohne weiteres auffindbar. Leider wird den anderen Usern dann aber doch der richtige Name und nicht der Benutzername angezeigt. Das haben die Administratoren geschickt eingefdelt.

Ein weiterer Unterschied zum StudiVZ besteht in der Mglichkeit, sich selbst nicht nur durch die besten Schnappschsse der letzten Party oder durch besonders witzige Gruppenmitgliedschaften anzupreisen, sondern dafr auch Qualifikationen zu nutzen, die man im Rahmen seines Studiums erworben hat. Studymee ist also nicht nur auf den Spafaktor whrend des Studiums fokussiert, sondern mchte wissenschaftliches Arbeiten vernetzen. Zudem knnen sich die User ausfhrlich ber Stdte und Universitten sowie deren Studiengnge informieren. Mit dem Tool Uni in your Pocket erhlt man zum Beispiel die Mglichkeit, sich mit Unterlagen bezglich des eigenen Studiengangs an anderen Unis zu versorgen.

Das Profil des Users ist hnlich strukturiert wie das im StudiVZ. Jedoch sind nur in drei von sieben Angabe-Feldern Einstellungen zur Privatsphre mglich. Neu sind die Kategorien "Ich suche" und "Ich biete". Damit wollen die Betreiber ihrem sich selbst auferlegten Bildungsanspruch gerecht werden. Studymee soll die Bildungsqualitt jedes Einzelnen durch die Gemeinschaft interaktiv frdern, formuliert es Dennis Hoffmann, Grnder und Geschftsfhrer von Studymee.

Es fragt sich allerdings, ob man sich hier tatschlich Gedanken um den Bildungsstandard potenzieller Nutzer machte oder nur eine Marktlcke im Rahmen des studentischen Social Networking gesucht und gefunden hat. Denn bei der etablierten Konkurrenz, wie eben studiVZ, steht eher der Spafaktor im Vordergrund. Jener soll aber auch bei studymee nicht zu kurz kommen, wie verschiedene interaktive Funktionen aufzeigen. Der Nutzer kann Partys finden und organisieren, wie bei StudiVZ Gruppen beitreten oder diese durchsuchen, Daten austauschen sowie Bilder und Videos begutachten.

Die Betreiber von Studimee.com versuchen ganz offensichtlich, sich zwischen die Fun-Portale StudiVZ und SchlerVZ und das Geschftsnetzwerk Xing zu drngen. Indem es seine Pforten fr alle ab 16 ffnet, hebt Studimee die Trennung zwischen Studenten und Schlern auf; indem es zugleich ein Geschftsprofil anbietet, das den Nutzer vollmundig "direkt mit der Wirtschaft" verknpft und "Untersttzung bei der Diplomarbeit" leisten will (wie auch immer das gehen soll), versucht die neue Community, ihre Kunden langfristig an sich zu binden. Ob Studymee auf einem bereits stark gesttigten Markt mit dieser Mischung aber Erfolg haben wird, steht noch in den Sternen.

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