Mit Yoga verbindet man hufig Personen, die mit Rucherstbchen und Kerzen auf Batiktchern sitzen und meditieren. Dass es sich hierbei jedoch um die Vorbereitung fr die Meditation handelt, wissen die wenigsten. So entstand eine Vorform des Yogas bereits im 8. Jahrhundert vor Christus, bei der man einfache Atem- und Dehnbungen vollzog, die den Krper entspannen sollten, um einen besseren Einstieg fr die eigentliche Meditationsphase zu schaffen. Im Laufe der Zeit stellte man in Indien allerdings fest, dass man mit diesen einfachen Muskel- und Atembungen nicht nur den Geist, sondern auch den Krper in Einklang bringen konnte.

Heute gibt es unzhlige verschiedene Ausrichtungen und Schulen, die sich abweichend von einander auf bestimmte Bereiche spezialisiert haben und somit auch unterschiedlich anstrengend sein knnen. Bei den Yogakursen, die von Cordula Kirbu, Arnes Khling und Sylvia Schneider im Hochschulprogramm der Universitt Bonn angeboten werden, handelt es sich um eine reine Art des Yoga, ganz nah an der Ausrichtung, wie sie immer noch in Indien praktiziert wird. Somit konzentrieren sich diese Kurse auf die richtige Haltung, die richtige Atmung und einfache, leicht durchzufhrende bungen, die hauptschlich die oft schlechte Haltung im Alltag korrigieren sollen.

Es gibt in den Uni-Kursen klare Regeln, bungen und Techniken, die fr jeden geeignet sind. Besonders wichtig ist die Konzentration auf die eigene Person und das eigene Wohlbefinden. Doch ist dies nicht ganz so einfach wie es sich anhrt, denn man befindet sich mit bis zu 25 anderen Kursteilnehmern in einer kleinen Gymnastikhalle. Die Besinnung auf den eigenen Krper und die eigene Atmung wird einem jedoch erleichtert, wenn man eine weitere Regel befolgt: am besten die Augen geschlossen halten. Dadurch hrt man irgendwann ganz automatisch nur noch auf die Anweisungen der Kursleitung und den eigenen Atem und kann sich so optimal auf die bungen konzentrieren.

Natrlich muss man sich, wie bei jeder anderen Sportart auch, zu Beginn des Kurses aufwrmen. Danach steht einer ersten bung nichts mehr im Wege. Ein Beispiel: Man streckt die Hnde in die Luft ber den Kopf, greift die Daumen ineinander und zieht den Scheitel weit nach oben. Wenn man ein paar Atemzge in dieser Position verweilt hat, beugt man sich zur rechten Seite, so weit man kann, atmet ein paar Mal ein und aus und geht wieder langsam in die Ausgangsposition.. Die anderen Richtungen schlieen sich an. Natrlich werden alle Bewegungen langsam, ruhig und kontrolliert mit geschlossenen Augen ausgefhrt. Eigentlich ganz einfach. Doch Vorsicht, diese bung kann durchaus zu starkem Muskelkater fhren, wenn man bertreibt und sich berschtzt.

Ist man im Kurs schon etwas fortgeschritten, werden erlernte Einzelbungen auch zu einem Bewegungsablauf kombiniert, wie zum Beispiel beim Sonnengru, bei dem zwlf verschiedene Stellungen miteinander verbunden werden. Manchmal ist es allerdings nicht ganz einfach, sich alles zu merken. Jedoch kommt es in erster Linie auf die Ausgewogenheit des Krpers an. Wenn also, wie bei der Aufwrmungsbung, die rechte Krperseite gedehnt wird, muss die linke auch gedehnt werden, wodurch der Krper wieder im Einklang ist.

Auch wenn sich bei Yoga alles um Atmung und Entspannung dreht, sind die bungen um einiges anstrengender als sie aussehen. Denn Entspannung muss man ben, und es kann dauern, bis man einen Fortschritt feststellt. Doch knnen die einzelnen bungen natrlich ganz individuell ausgefhrt werden. So ist zwar eine Steigerung der Beweglichkeit ein Ziel, doch muss jeder auf Signale des Krpers achten: es darf ab und an ein wenig ziepen, aber auf keinen Fall schmerzen.

Auspowern wie bei anderen Sportarten kann man sich nicht, schon alleine wegen der Schlussentspannung nach dem bungsteil. Dennoch bemerkt man schnell, dass die bungen gut tun. Man verlsst die Kurse in der Regel mit einem verbesserten Krpergefhl und grerer Lockerheit aber eben auch ab und an mit einem ordentlichen Muskelkater, wenn man eine der bungen zu weit gefhrt hat.

Trotz der Gebhr von 20 Euro sind die Yogakurse des Hochschulsportprogramms immer sehr schnell ausgebucht. Ein kleiner Geheimtipp sind allerdings die Kurse in den frhen Morgenstunden oder die in den Ferien. Sie sind meist nicht so stark besucht und so kann man auch kurz nach dem ersten Online-Anmeldungstag noch einen Platz bekommen.

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