Irgendwie hat es den Anschein, als htten die Jusos ein Hndchen dafr, ihre Koalitionspartner zu mglichst ungnstigen Zeiten aus dem AStA zu verscheuchen. Erst nahmen die im letzten Jahr noch mitregierenden Grnen ihren Hut und spalteten sich in zwei unabhngige Gruppen auf, jetzt hat die U.L.F. die Nase voll. Fehlende Absprachen und ein allgemein schlechtes Arbeitsklima fhrt deren Pressesprecherin Veronika Schweikert als Grnde auf. ber Vorhaben des AStA sei die U.L.F. oft erst nach der Bekanntgabe der Plne informiert worden, eine Mitbestimmung in den politischen Aktivitten der Studierendenvertretung sei zunehmend unterbunden worden. Die Kritik richtet sich dabi vor allem gegen den Vorsitzenden Christopher Paesen, der bei der letzten SP-Wahl im Januar schon aus anderen Parteien Angriffen ausgesetzt war.

Auerdem moniert die U.L.F. die Personalpolitik der Jusos. Auch das ist nicht neu: in der letzten Legislaturperiode legte der AStA unter Fhrung der Jungsozialen die frher eigenstndigen Referate fr Internationales, Kultur und Auslndische Studierende zusammen und lie das Amt des Referenten fr Hochschulpolitik fnf Monate lang unbesetzt. Vor allem die Opposition beschwerte sich schon damals ber diese Zustnde. Nun schliet sich ihnen die U.L.F. an. Die Wahl von Juso-Vorstandsmitglied Martin Commentz zum dritten HoPo-Referenten in neun Monaten trugen sie eigenen Angaben zufolge nicht mit, eine entsprechende Mehrheit kam nur mit Stimmen aus der Opposition zustande.

Eine offene Flucht aus dem AStA steht jedoch fr die U.L.F. auer Frage. Roman Wimmers, U.L.F.-Vorsitzender und stellvertretender AStA-Vorsitzender, erklrt: "Wir sehen uns der Verfassten Studierendenschaft durch unsere Mandate verpflichtet und fhren die bereits geplanten Veranstaltungen und Projekte fort, um einen ordnungsgemen bergang fr den kommenden AStA zu gewhrleisten." Wie dieser jedoch aussehen soll, steht in den Sternen. Denn eine Koalition mit dem Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) lehnen die Jusos strikt ab. Fr eine Mehrheit im Studierendenparlament bentigen sie jedoch 26 Sitze. Die sind zwar nicht unbedingt ntig, aber eine gute Ausgangsbasis ist auf jeden Fall unerlsslich. Und genau da wird es eng. 13 Sitze stellen die Jusos zwar selbst, doch um an die fehlenden 13 zu gelangen, mssten sie fast alle anderen Parteien auf ihre Seite ziehen. Der Verlust der U.L.F. ist kaum zu kompensieren: Lust, die Linke und campus:grn kommen zusammen auf die selbe Anzahl von Sitzen, aber eine Einigung all dieser Gruppen scheint uert unwahrscheinlich. Zudem wrde der AStA damit einen gewaltigen Linksruck durchmachen - etwas, was der RCDS mit Sicherheit zu verhindern sucht.

Somit ist drei Monate nach der SP-Wahl das Chaos vorprogrammiert. Der AStA ist gelhmt, konstruktives Arbeiten in der eisigen Atmosphre unmglich. Die Hoffnung auf eine schnelle Lsung ist da nur ein mdes Funkeln am Horizont. Denn solange sich U.L.F. und RCDS nicht zusammentun oder das erwhnte Linksbndnis schneller zustande kommt, als bisher angenommen, herrscht eine Patt-Situation. Die Leidtragenden sind die Studierenden, die studentischen Gruppen und die Fachschaften. Sie, die auf einen funktionstchtigen AStA immer wieder angewiesen sind, knnen vor diesem Scherbenhaufen nur bedauernd den Kopf schtteln.

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