Sich richtig auspowern, Selbstverteidigung lernen, den Kopf frei kriegen und dabei auch noch elegant aussehen das gibts nicht? Gibts doch! Pencak Silat heit die Zauber-Sportart, die Gromeister und Bundestrainer Joko Suseno im Rahmen des Hochschulsport-Programmes an der Universitt Bonn anbietet. Hier geht es um exklusive Kampfkunst mit tnzerischem Charakter. In Kmpfen zu Zweit gilt es, sich auf den Gegenber abzustimmen, seine Energien zu nutzen und am besten flink wie ein Eichhrnchen zu sein.

Ausweichmanver und das Ableiten der Kraft des Gegners zum Abwehren von Angriffen sind die charakteristischen Merkmale von Pencak Silat. Hier gehrt es zur Taktik, die Aktionen des Gegenbers abzuwarten, um dann Manahmen zu ergreifen, die allerdings nicht auf Gegenaktion, sondern auf Anpassung fokussiert sind. Daraus entstehen flieende Bewegungen, die dem Kampf eine harmonische Note verleihen. Bereits die Erffnungsphase des Kampfes ist sthetischer Natur und stellt den kunstvollen Aspekt, der die Schnheit der Bewegung unterstreichen soll, in den Vordergrund. Der Titel spricht dafr: Pencak bedeutet kunstvolle Bewegung, Silat kunstvolles Kmpfen. Nahezu alle Techniken des Pencak Silat beruhen auf Bewegungen von Tieren. Entstanden sind sie in Indonesien, Malaysia, Singapur und Brunei, in denen Pencak Silat auch heute noch am strksten vertreten ist. Im Laufe der Zeit begnstigten Vlkerwanderungen auf den sdostasiatischen Inseln die weitere Entwicklung und Verbreitung des Kampfsports, in dessen Zuge sich erste Anstze zur Selbstverteidigung gegen feindliche Stmme herausbildeten. So entstanden auch spezielle Stellungen und Techniken, die in den Kursen erlernt werden: Priester (Pendeta), Tiger (Harimau) und Adler (Garuda) bilden dabei die Grundlage und sehen schon recht Furcht einflend aus. Daneben gibt es die eher poetisch klingenden Bewegungen wie den Sprung im Drachenstil (Lompat sikap naga) oder den Sprung wie eine Prinzessin (Lompat putri bersedia), der allerdings berhaupt nicht ladylike, sondern recht heftig ausfllt.

An der Bonner Uni bietet sich den Studenten mit dem Pencak Silat-Kurs eine auergewhnliche Mglichkeit, denn Meister Joko Suseno ist innerhalb Europas einer der bedeutendsten Reprsentanten dieser Sportart. Seit 1999 ist er Bundestrainer der Pencak Silat Union Deutschland, ebenso lange Europa-Koordinator fr den von ihm vertretenen Stil, Tapak Suci. Ein Hineinschnuppern in den Kurs lohnt sich also, ein hohes Niveau ist garantiert.

Insgesamt bilden vier Aspekte die Form des Pencak Silat: Sport, Kunst, Kampf und Geist. Jeder dieser vier Grundbausteine ist im Kampf enthalten, jedoch ist es den Kmpfern berlassen, welchen Aspekt sie in den Vordergrund stellen. So dient der mental-spirituelle Aspekt der Strkung der Selbstkontrolle, Konzentration und kontrollierte Bewegungsablufe werden geschult, der zielsichere und wirkungsvolle Einsatz von Bewegungen trainiert. Zudem unterliegt Pencak Silat der Selbstverteidigung. Auch wenn es sich nicht um knochenbrechende Manahmen handelt, wird ein vielseitiges Verteidigungssystem erarbeitet, dessen Wirkung bei der Ausfhrung mit der erforderlichen Hrte und Schnelligkeit ebenso effektiv ist. Dabei setzen die Kmpfer auch Waffen ein. Im Unikurs von Meister Suseno ist es so zum Beispiel mglich, eine Einfhrung in den Doppelstock zu erhalten.

Als Allheilmittel kann Pencak Silat zwar nicht angesehen werden, aber die Mischung aus Selbstverteidigung, Kampf und mentaler Strke und Schulung fordert Flexibilitt und Ausdauer, die dem Ausbenden die Mglichkeit gibt, im Alltag ausgeglichener zu sein und Stresssituationen besser bewltigen zu knnen. Schlielich wird die krperliche Fitness betont, der sportliche Aspekt kommt keinesfalls zu kurz.

Das aktuelle Programm fr das Sommersemester 2008 sowie weitere Informationen gibt es unter www.sport.uni-bonn.de. Da dieser Kurs vom AStA-Sportreferat organisiert wird, ist eine Online-Anmeldung nicht mglich. Eine persnliche Anmeldung beim Sportreferat in der Nassestrae 11 mit Barzahlung ist erforderlich. Die Kursgebhr betrgt 15 Euro fr das gesamte Semester, ein Einstieg ist jederzeit mglich.

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