Hannibal Lecter, Jack the Ripper oder der verrckte Killer aus Sieben wer kennt sie nicht? Einige dieser Serienmrder haben mittlerweile Kultstatus erreicht. Nicht selten sind sie mittlerweile die Helden eines Films, dem man mit Abscheu und Ehrfurcht zugleich begegnet. Ihre Fangemeinde ist lngst nicht mehr auf einen kleinen unheimlichen Kreis beschrnkt. Serienmrder sind salonfhig geworden, zumindest die fiktiven. Dass dabei immer mehr Grenzen berschritten werden mssen, liegt in der Natur der Sache. Je abscheulicher die Vorgehensweise des Killers, um so spannender und faszinierender fr den Zuschauer, der sich zwischen Grauen und Faszination hin und her gerissen in den Kino- oder Fernsehsessel drckt. Serienmrder erfreuen sich wachsender Beliebtheit, insbesondere in Film und Fernsehen.
Am Samstag, 19. April, findet am Institut fr Germanistik, vergleichende Literatur- und Kulturwissenschaft der Universitt Bonn eine interdisziplinre Tagung zu diesem Thema statt. Initiiert wurde sie von Professor Michael Wetzel und Stefan Hltgen, fr die dieses Thema kein Neuland ist. Beide haben eine illustre Runde von Experten aus Film- und Fernsehwissenschaft, Kriminalistik und Soziologie eingeladen, um mit ihnen zu diskutieren, was eigentlich den Reiz von (fiktiven) Serienmorden ausmacht, weshalb diese sich eines immer greren Publikums erfreuen und eine so groe Rolle in den verschiedensten Medien spielen.

Zahlreiche Forschungsprojekte haben sich dem Thema bereits gewidmet. Die Veranstalter wollen sich dem Phnomen und der Faszination des Bsen nun auf interdisziplinre Weise nhern und die Grnde fr die scheinbare kulturelle Notwendigkeit, derartige traumatische Ereignisse zu verarbeiten herausfinden, wie Hoeltgen erklrte. Die Tagung bietet fr alle Interessierten spannende Vortrge von renommierten Wissenschaftlern, die unter anderem aufzeigen, wie sich die Zensur und die ffentliche Toleranz gegenber Gewaltdarstellung entwickelten, wie Filme ber Serienmrder salonfhig wurden und den Weg aus dem Untergrund auf die ganz groen Leinwnde fanden.
Die Veranstaltung beginnt um 10 Uhr und endet mit der Auffhrung des deutschen Splatterfilms Schramm (1993). Der Film erzhlt die Geschichte des gleichnamigen Taxifahrers, der, wie sollte es anders sein, zum Serienmrder wird. Ein Film, der einiges an Diskussionsstoff bieten wird angesichts seiner extremen Gewaltdarstellung, die viele Tabus berschreitet und im Vordergrund des Films steht. Im Anschluss knnen die Zuschauer in Anwesenheit des Regisseurs Jrg Buttgereit, der als Begrnder des deutschen Splatterfilms gilt, ber Schramm diskutieren.

Die Tagung findet im bungsraum im 3. Obergeschoss des Hauptgebudes der Universitt Bonn statt, die Filmvorfhrung mit anschlieender Diskussion um 20 Uhr in Hrsaal 1. Die Tagung ist ffentlich und der Eintritt frei, der Film ist jedoch erst ab 18 Jahren freigegeben. Weitere Informationen zur Veranstaltung gibts auf www.dissimulation.de/tagung.

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