Am 7. Juli wurde der Alumni-Club der Universitt gegrndet. Er ist eine Vereinigung der ehemaligen Studierenden der Universitt Bonn. In einer losen Folge stellen wir berhmte und weniger berhmte "Ehemalige" der Alma mater bonnenis vor.

Klara Marie Fabinder war eine der ersten Frauen an der Bonner Universitt. Von einer tiefen Abneigung gegenber dem "lasterhaften Frankreich", wandelte sie sich zu einer der groen Mittlerinnen zwischen Frankreich und Deutschland.

Schon als Kind wird Klara Marie Fabinder durch den patriotistischen Chauvinismus des Kaiserreichs geprgt. Aus ihm erwchst in ihr eine tief empfundene Ablehnung gegenber dem "Erzfeind" Frankreich. 1913 immatrikuliert sie sich an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universitt Bonn fr Franzsisch, Deutsch und Geschichte. Doch all ihre erworbene Kenntnis ber die franzsische Sprache und Kultur ndern nichts an ihrem Gefhl der moralischen berlegenheit Deutschlands gegenber Frankreich. Im April 1918 meldet sie sich zur Organisation kultureller Veranstaltungen fr die kmpfende Truppe an die Westfront. Durch persnliche Begegnungen mit der franzsischen Bevlkerung wandelt sich ihr Frankreich-Bild von Grund auf. "Das Wort vom Erbfeind', das meine Kindheit und Jugend beherrscht hatte, war wie weggeblasen."

Die Geluterte wird 1919 summa cum laude an der Philosophischen Fakultt in Bonn promoviert. Die ihr angebotene wissenschaftliche Karriere schlgt sie aus. Statt dessen widmet sie ihre ganze Kraft der Verstndigung zwischen Franzosen und Deutschen. In der Weimarer Republik erwirbt sich die unerschtterliche Pazifistin einen Namen als Teilnehmerin an Friedenskongressen und deutsch-franzsischen Gesprchen, macht sich jedoch in nationalen und erst recht in nationalsozialistischen Kreisen verhasst. Unter dem Nazi-Regime erhlt die Geschftsfhrerin des Saarlndischen Bhnenvolksbundes Berufsverbot. In dieser Zeit beginnt sie mit der bersetzung der Werke des franzsischen Dichters Paul Claudel.

Nach dem 2. Weltkrieg erhlt Klara Marie Fabinder eine Professur an der Pdagogischen Akademie in Bonn. Als sie jedoch 1951 erfhrt, da Adenauer die Bundesrepublik bewaffnen will, erwacht der alte Kampfgeist. Nun setzt sie ihre ganze Energie fr die Ausshnung mit dem Osten ein, und auch damit macht sie sich in manchen Kreisen erneut unbeliebt. 1953 wird sie als vermeintliche Kommunistin zwangspensioniert. Trotz spterer Rehabilitation bleibt sie bis zum Erreichen der Altersgrenze beurlaubt. Ihrer engagierten Friedensarbeit tut das keinen Abbruch. Sie konferiert mit zahlreichen Delegierten der UNO, sie spricht mit Chruschtschow und mit Papst Johannes XXIII. In Deutschland jedoch nennt man sie spttisch "Friedensklrchen".


1967 verleiht ihr der franzsische Staat in Anerkennung ihrer Verdienste um die Verbreitung der franzsischen Kultur den Orden "Les Palmes Acadmiques". Bundesprsident Heinrich Lbke aber verbietet die Annahme des Ordens. Erst der Sieg der sozial-liberalen Koalition unter Willy Brandt bringt ihr die Rehabilitation. Die Universitt Bonn, die ihr noch 1967 ihre Hrsle fr einen Vortrag versperrt hat, rhmt sie in der Urkunde zu ihrem goldenen Doktorjubilum 1970 wegen ihrer Claudel-bersetzungen und ihrer Bemhungen um die deutsch-franzsische Verstndigung. In ihrer 1967 erschienenen Autobiographie "Begegnungen und Entscheidungen" deutet sie ihr Leben als den Weg einer "miles pacis", einer Kmpferin fr den Frieden.



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