"Studentische Symposium zur Lehr- und Forschungsvielfalt am Institut fr Geschichtswissenschaft der Universitt Bonn": Ein Veranstaltungstitel, der nur so vor konservativen Charme strotzt. Einen gesetzten Eindruck vermittelte auch der Tagungsort: Der bungsraum I im Historischen Seminar in Bonn gab sich mit Kronleuchtern an der Decke betont ehrwrdig. Dabei handelte es sich bei dem Symposium aber um keine trockene Vortragsreihe und die Teilnehmer waren auch keine Altherren. Im Gegenteil: Ausschlielich Studenten tagten hier.

Inhaltlich umfangreich, politisch hintergrndig

Das Symposium bestand aus sieben Vortrge. Die inhaltliche Bandbreite reichte von der Selbstdarstellung eines Renaissance-Papstes bis hin zur Militrgeschichte Preuens. Angefangen im Mittelalter endete das Spektrum in Westdeutschland der Nachkriegszeit unter Adenauer. Jeder Referent hatte 30 Minuten Zeit, um sein Thema vorzustellen. Daran schloss sich eine 15-mintige Diskussion mit dem Publikum an.

Veranstalter des Symposiums war die Fachschaft Geschichte. Sie wollten mit der Tagung zeigen, "was das Institut fr Geschichtswissenschaft alles zu bieten hat." Fr Fachschaftsmitglied und Moderator Alexander Olenik hatte das Symposium deshalb einen politischen Hintergrund: "Wir wollen damit gegen die Krzungen der Lehre an der Universitt Bonn protestieren." Sein Moderationspartner Alexander von den Benken wies zustzlich daraufhin, dass es Ziel der Veranstaltung sei "Studenten die Mglichkeit zu geben, vor Gleichgesinnten zu referieren."

Jugendlicher Stil im Seminarraum

Kernstck des Symposiums blieben aber die Vortrge. Den Studenten gelang der Spagat, ihre Prsentation informativ und gleichzeitig spannend zu gestalten. Anspruchsvolle Themen wie Weltkriegsbriefe und Ostpolitik im Dritten Reich errterten die Referenten mit jugendlichem Elan sowie lebendigem, aber professionellem Stil. Das Publikum dankte es ihnen mit ausfhrliche Diskussionen am Ende jedes Vortrages und stets wachen Gesichtern. Ein respektabler Erfolg fr eine wissenschaftliche Tagung, die sonst eher fr Mdigkeit sorgen.

Junge Wissenschaft und politische Hintergrnde verbanden sich an diesem Tag zu einer gelungenen Tagung. Es zeigte sich, dass Studenten ebenso gut wie Doktoren oder Professoren dozieren knnen. So reflektierte auch Moderator Alexander von den Benken: "Wir waren ganz zufrieden mit der Organisation. Ein weiteres Symposium wre durchaus denkbar", sagte er mit Blick in die Zukunft. Vielleicht verliert das Symposium dann auch seinen trockenen Namen und wird spritziger wie seine Vortrge.

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