Die Wahlen zum 35. Studierendenparlament der Uni Bonn sind vorbei. Das Ergebnis zeigt eine Mehrheit der abgegebenen Stimmen fr die Grne Hochschulgruppe (34% und 18 Sitze). Dahinter platzieren sich Kopf an Kopf der RCDS (25% und 13 Sitze) und die Juso-Hochschulgruppe (23% und 12 Sitze). Die Piraten verlieren einen Sitz (3%), L.U.S.T (6%) und die Liberale Hochschulgruppe (7%) sind mit jeweils drei Sitzen dabei. Campus-Web-Redakteur Michael Herth sprach mit Vertretern der Hochschulgruppen ber das Endergebnis.

Es wird sich nicht viel ndern

Die Grnen zeigen sich sehr zufrieden mit dem Wahlergebnis. Domenico Fiorenza, Referent im kologie-Referat des AStA , htte mit diesem Ergebnis nicht gerechnet. Auch Malte Lmpcke, Finanzreferent des AStA, war berrascht, dass wir nochmals zulegen konnten. Zu einer mglichen Koalition konnte Lmpcke noch nichts sagen. Groe Vernderungen werde ist vermutlich nicht geben. Klar sei nur: Wir werden mit jeder Hochschulgruppe Gesprche fhren. Auch mit dem RCDS.

Die zweitstrkste Hochschulgruppe, in der letzten und mglicherweise auch kommenden Koalition, sind die Jusos. Spitzenkandidatin Gina Jacobs resmiert: Ich persnlich bin, ebenso wie meine Hochschulgruppe, sehr zufrieden mit der Wahl. Mit Vorfreude blicke ich auf das nchste Jahr und auf die Arbeit, die uns dort erwarten wird. Derweil scheinen sich auch die Jusos mit wenig Vernderung im Koalitions-Karussell zu begngen. Jacobs rechnet weiterhin mit einem linken AStA, der die gute Arbeit vom letzten Jahr fortsetzt und ausbaut.

RCDS und LHG strken brgerliches Lager

Jede vierte Stimme landete bei dieser Wahl beim Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS). Spitzenkandidat Matthias Rbo erfreute sich ber einen Sitz mehr fr das gesamte brgerliche Lager, welches aus RCDS und LHG besteht. Wir haben unser Primrziel, zweitstrkste Partei zu bleiben, erreicht, summiert Rbo. Fr die Zukunft erhofft sich der Spitzenkandidat, dass die Grnen auf den RCDS zukommen, um Gesprche zu fhren: Je nachdem wie die Verhandlungen laufen, werden wir im nchsten Jahr ein verantwortungsvoller Koalitionspartner oder eine starke Opposition darstellen.

Die Liberale Hochschulgruppe um Spitzenkandidat Jan Groth ist nun auch wieder im Studierendenparlament vertreten, immerhin mit drei Sitzen. Der Spitzenkandidat selbst zeigt sich mehr als begeistert und sieht in dem erreichten Ergebnis mehr Ansporn fr die Zukunft. Auerdem haben die Liberalen eine Mission: Ob wir in der Opposition sein werden oder nicht: Wir werden sicherlich versuchen, die Bonner Hochschulpolitik wieder sexy zu machen, so Groth.

Piraten enttuscht, L.U.S.T zufrieden

Letztes Jahr waren noch drei Piraten im Studierendenparlament vertreten dieses Jahr werden es nur zwei sein. Lukas Nse, Spitzenkandidat der Piraten-Hochschulgruppe, erklrt: Wir sind natrlich auch ein bisschen enttuscht, dass wir den dritten Sitz nicht halten konnten. Allerdings hatten wir das Ergebnis im letzten Jahr auch dem allgemeinen Aufschwung der Piratenpartei nach der Berlin-Wahl zu verdanken. Die Piraten wollen indes an der Koalition aus L.U.S.T, Grnen und Jusos festhalten. Koalitionstechnisch wird sich vermutlich nicht viel ndern und das ist auch gut so, sagt Nse.

hnliche Ansichten vertritt der Spitzenkandidat der Liste undogmatischer Studenten und Studentinnnen (L.U.S.T), Killian Hoffmeister. Die LUST strebt weiterhin an, ihre Referatsttigkeit im AStA fortzusetzen und zeigt sich mit dem Erhalt der drei Sitze im Parlament zufrieden. Letztendlich msse man aber die Koalitionsverhandlungen abwarten. Nur die niedrige Wahlbeteiligung sieht Hoffmeister als ein rgernis an.

Konsens zum Thema Wahlbeteiligung

Eben diese Wahlbeteiligung war erschreckend niedrig. Mit knapp ber 14% Prozent drfte hochschulgruppenbergreifend niemand glcklich gewesen sein. Zur Folge hat dies beispielsweise, dass Viele sich von der geringen Whlerschaft nicht reprsentiert fhlen. Auerdem wird die Sitzverteilung dadurch stark beeinflusst. So hat der RCDS nur 8 Stimmen mehr als die Jusos, trotzdem einen Sitz mehr. Hingegen verzeichnen die LHG und L.U.S.T rund 50 Stimmen Unterschied bei gleicher Sitzanzahl.

Hochschulpolitik scheint einfach zu uninteressant zu sein. Oder kommt einfach nur zu wenig bei den Studierenden an? Lukas Nse von der Piraten-Hochschulgruppe schlussfolgert: Alle Fraktionen im SP mssen im nchsten Jahr einfach mal alle Parteistreitigkeiten fallen lassen und sich diesem Thema mit hchster Prioritt zuwenden. Tatschlich liegt es nun in den Aufgabenbereichen aller Gruppen, die Wahlbeteiligung im nchsten Jahr zu steigern. Zum Glck ist man sich darber einig.

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