campus-web: Ein parteibergreifendes Wahlthema ist die Einfhrung einer Uni-Card. Scheinbar will jede Fraktion sie. Warum wurde sie bisher dennoch nicht eingefhrt? Grne und Jusos werfen dem RCDS hierbei eine Blockadehaltung vor

Matthias Rbo: Ja, wir haben davon gehrt, dass die das tun. Das halten wir fr falsch. Bei der Elefantenrunde hat man gesehen, dass Jusos, Grne, Piraten und LUST klar gegen die Uni-Card sind. Wir haben im letzten Jahr versucht die Verhandlungen voranzutreiben und den Ausschuss geleitet. Unser Ausschuss-Vorsitzender hat bis April alle nennenswerten Konzepte fertig gehabt. Unser Konzept steht und kann auch so umgesetzt werden. Der Ausschuss-Stellvertreter hat sich bereit erklrt, es dem HRZ (Hochschulrechenzentrum, Anm. d. Redaktion) zum gegenlesen vorzulegen. Das ist aber nicht passiert. Eine neue Sitzung einzuberufen macht in unseren Augen keinen Sinn, da das Konzept fertig ist. Immer wieder mit den gleichen Leuten ber das gleiche Konzept zu reden, bringt nichts. Man muss nun mit den Leuten von der Universitt reden. Die hatten keine Zeit, da im HRZ von Oktober bis Dezember die Hlle los ist. Deswegen war es am Ende der Legislaturperiode nicht mehr mglich umzusetzen.

Im Wintersemester drngt der doppelte Abiturjahrgang NRWs an die Hochschulen. Das Bedeutet auch einen gewaltigen Ansturm auf Wohnungen. Wie knnte man deiner Meinung nach das Problem Wohnungsnot lsen?

Auf der Elefantenrunde haben wir interessante Konzepte gehrt, zum Beispiel Gebude umzubauen. Das erste Problem ist, dass man dafr Geld braucht, das zweite, dass man Zeit bentigt. Man wird kein Gebude in einem Jahr so hinbekommen, dass der AStA damit einverstanden wre, dass darin Studenten wohnen knnen. Es wird ntig sein, den Studenten aufzuzeigen, wo es Wohnraum gibt. In der Innenstadt gibt es diesen nicht, das ist klar. Aber man muss ja auch nicht in der Innenstadt wohnen. Man kann auch prchtig in Lengsdorf und Alfter wohnen, wenn man in Poppelsdorf studiert. Von da aus ist es ein Katzensprung, das kann jeder Student problemfrei fahren. Man sollte auf die Stadt zugehen, damit sie Busse in diese Gebiete aufstockt. Auf diese Weise htten die Studenten keine Nachteile, wenn sie etwas weiter wegwohnen. Wir fordern von niemandem, dass er eine Dreiviertelstunde zu Uni pendelt, aber 20 Minuten mit dem Bus sind vollkommen in Ordnung, wenn dieser alle 10 Minuten kommt.

Welche Projekte wollt ihr nchstes Jahr konkret umsetzen, und wie will der RCDS das erreichen?

Immer schon wird von allen Hochschulgruppen gefordert, das Sprachkursangebot auszubauen. Fr viele Berufe braucht man gute Sprachkenntnisse. Doch das Angebot erreicht nur sehr wenige Studenten. Daher muss man den Druck auf die Universitt ausbauen und nicht wie die Grnen sich auf ko-Projekte beschrnken, die nur wenigen Studenten ntzen. Wir wrden Geld, das man im AStA sparen knnte, gerne in Kulturgruppen stecken, sodass Gruppen mit kleineren Finanzen etwas strker dastehen wrden. Dann knnten sie auch mal grere Veranstaltungen machen, die mehr Aufmerksamkeit erreichen.

Nun hat der RCDS ein Plakat verbreitet, auf dem Sie sich gegen "Gender-Wahnsinn" und fr mehr Inhalte aussprechen. Doch sind auf dem Plakat keine Inhalte abgedruckt. Schiet ihr euch damit nicht selbst ins
Bein?


Ich denke nicht. Auf unseren Stndern werden meistens acht Plakate plakatiert. Und wenn eins der Plakate mehr Inhalte fordert und auf sieben Inhalte abgedruckt sind, stehen wir natrlich schon mit Inhalten da. Wir haben auch eine sehr gut ausgebaute Website, auf der detailliert erklrt wird, was wir vorhaben und im letzten Jahr gemacht haben. Und wir haben einen Wahlasta, in dem wir unsere Inhalte auf acht Seiten publizieren. Wenn man dann ein Plakat hat, auf dem wir fordern, jetzt einfach mal ber Inhalte zu reden und sich nicht lnger mit Genderei aufzuhalten, ist das nicht schlimm. Man sollte nicht stndig diejenigen korrigieren, die Studenten und nicht Studierende sagen wollen. Das machen linke und grne Gruppen gerne. Wir halten es auch fr ausgesprochen lcherlich, dass uns Gewaltverherrlichung vorgeworfen wird. Wir sehen in einer einzigen Ohrfeige zwischen zwei Comic-Darstellern keine Gewaltverherrlichung. Dann drfte man ja kein Asterix mehr lesen und ich denke, das haben die meisten in ihrer Kindheit gemacht. Es widerspricht auch nicht dem christlichen Grundgedanken des RCDS.

Was ist der FZS-Verband und warum will der RCDS, dass die Bonner Studentenschaft in diesem nicht mehr vertreten ist?

Wir sind der Meinung, dass der Bonner AStA sich um Bonner Studenten kmmern sollte und nicht um Studenten in Deutschland. Natrlich braucht man eine bundesweite Vertretung. Aber der FZS vertritt ausschlielich linke Gruppen. Es gibt keine RCDS-Vertreter die eine hrbare Stimme im FZS bekommen. Die Seminarangebote richten sich an wenige Studenten. Aus Bonn gibt es kaum Teilnehmer. Die Zahl knnte sich im unteren zweistelligen Bereich bewegen. Der AStA konnte keine genauen Zahlen nennen. Dafr kostet es dann zu viel Geld. Wir wollen auch keinen Konkurrenten ausschalten, weil wir die grte Hochschulgruppe sind. Die Jusos besitzen ja auch einen Bundesverband, der von der SPD mehr gehrt wird als der FZS. Den Bonner Studenten kostet er Geld, hat aber keinen effektiven Nutzen.

RCDS in Bonn

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