Kennen Sie das? Sie haben eine Uhr in Ihrem Zimmer, die Sie nie gestrt hat, die Sie nie gehrt haben. Doch dann, eines Tages, ist es vorbei mit der nchtlichen Ruhe. Tick, tack, tick, tack. Jeden Sekundentakt nehmen Sie wahr. Klick, klack, klick, klack! Da hilft kein Schfchen zhlen mehr, da hilft nur eins: Die Uhr muss ab!

In der Uni sind die Uhren leise. Manche haben schon bei Zeiten ihren Geist aufgegeben. Liest der Professor mal wieder unbeirrt von seinem Zettel ab, ohne die Stimmlage auch nur einen Hauch zu variieren, ist es ein Leichtes, ein kleines Nickerchen zu machen. Der monotone Vortrag wiegt langsam in den Schlaf, wie das gleichmige Rauschen des Meeres. Und wenn es nicht zum Schlafen reicht, so ist zumindest ein Gedankenschweif drin.

Freilich gibt es auch interessante Stunden oder zumindest Momente, in denen man dem Dozenten an den Lippen hngt. Es gibt Augenblicke, da will man zuhren oder man nimmt es sich zumindest vor. Ob Schlaf- oder Wachmodus - Es existiert in jeder Vorlesung ein Monster, das einen zur Weiglut treibt.

Oft ist es unscheinbar, doch es lauert im Nacken auf. Eine Reihe hinter einem hat es sich platziert. Es gibt Stunden, in denen man Glck hat und es nicht bemerkt. Dann, nur dann, tut es einem nichts zu Leide. Doch wehe dem, der es zu Ohren bekommt! Es ist, als kratzte jemand gensslich-langsam mit den Fingerngeln an einer Tafel. Das Monster ist erbarmungslos und hackt wie wild geworden auf seinen Laptop ein. Whrend der gewhnliche Student in seinem Block oder auf den Tisch kritzelt, gleicht das Monster einem Stenografen, wie er im Buche steht. Jedes Wort, scheinbar jede Geste des Professors wird notiert und in das Notebook gehmmert.

Da ist es, das Dj-vu beziehungsweise Dj-cout-Erlebnis. Alles hnelt dem Uhr-Terror beim Schlafen-Wollen. Vorbei mit der Ruhe, vorbei mit der Konzentration. Weder an das Folgen des Vortrags, noch an ein Ruhepuschen ist jetzt zu Denken. Fr den Rest der Zeit hrt man nur noch das auf die Tasten dreschende Vorlesungs-Monster. Piff, poff, paff. Pam, pam. pam! Es reicht, ihr Monster, ein fr alle Mal! Strt nicht meine Kreise!

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