Viele Studenten sehnen sich nach Abenteuern, der weiten Ferne und einem Auslandsaufenthalt whrend ihres Studiums. Am Mittwoch, den 23.05.2012, kamen sie ihrem Traum zumindest einen kleinen Schritt nher und erlebten auf der dritten Auslandsstudienmesse der Universitt einen ersten Vorgeschmack: neben zahlreich vertretenden Nationen, wissenswerten Vortrgen und spannenden Kampfsporteinlagen gab es auch kulinarische Leckereien.

Urlaubsgefhle!

In der Aula waren mehr als zehn Nationalitten vertreten. Ehrenamtliche Studierende aus smtlichen Fachrichtungen beantworteten an den einzelnen Stnden die Fragen der Besucher. Die roten Damen vom Informationsstand zu Spanien lockten Interessenten mit sdlndischen Klngen, kstlichen Tapas und einer vollen Bowle mit Sangria. Alles natrlich kostenlos.

Die italienischen Nachbarn standen ihnen in nichts nach: die Teller waren gefllt mit Cantuccini und Amarittini. Eine Studentin der Romanistik gab wichtige Hinweise, wenn es mal nicht mit dem gewnschten Zielort fr das Auslandsstudium auf Anhieb klappt. Das romanische Institut hat Kontakt zu vielen Instituten in Frankreich, Italien und Spanien. Falls Pltze unbesetzt bleiben, knnen Studierende anderer Fachrichtungen bei uns vermittelt werden. Zwischendurch prsentierten die Hochschulsport-Gruppen im Aikido und im Capoeira ihre spektakulren Kampfknste.

Wir haben Natur, Technik und den Weihnachtsmann! !

An die sdlndische Wrme reihte sich der kalte Norden: am Informationsstand zu den nordeuropischen Lndern wurden zahlreiche Broschren ber Studium und Praktika in Dnemark, Schweden, Norwegen und Finnland verteilt. Eeva Turunen arbeitet am Finnland-Institut in Berlin und bert dort interessierte Studenten ber Auslandsaufenthalte. Als Finnin hielt sie einen Vortrag ber ihr Heimatland und motiviert ihr Publikum zu einem Auslandssemester in Finnland: Wer naturverbunden ist, auf Mobiltelefone von Nokia schwrt und den Weihnachtsmann treffen mchte, fr den sei Finnland die beste Wahl. Eine Sprachbarriere bestnde an finnischen Universitten nicht. In Finnland werden insgesamt 400 Studiengnge auf Englisch angeboten, so Turunen.

Von Westen nach Osten

Natrlich war auch Frankreich mit einem eigenen Stand vertreten. Das Land wurde auf verschiedene Weise gelobt und Studierenden empfohlen: in Frankreich werde das Bildungssystem sehr gut finanziert und durch die vielfltige Geographie des Landes fnde jeder Student einen passenden Fleck: Sei es in Paris, Nizza oder doch lieber Toulouse.

Fernstlich wurde es am Asien-Stand. Hier wurden nicht nur Studenten, sondern auch Doktoranden zu ihren Mglichkeiten beraten. Der Wissensdrang der asiatischen Gesellschaften prge exzellente Universitten, die zudem international ausgerichtet seien. Gesellschaftswissenschaftler sollten sich ber die National University in Seoul informieren: die Fachbereiche zu Wirtschaft und Politik sollen einen weltweiten Ruf genieen.

ber den Tellerrand

Stellt sich nur noch die Frage, wie Studierende ihre Landesgrenzen berschreiten und welche Ziele sie dabei verfolgen: Studium oder Praktika? Oder doch ein soziales Engagement? Auf der Auslandsstudienmessen konnten sich viele verschiedene Organisationen vorstellen und fr Interessenten werben.

ERASMUS ist wohl der bekannteste Austauschdienst fr angehende Akademiker in Europa. Die Studenten erhalten ein Auslands-Bafg und knnen kostenlos als EU-Brger an allen europischen Universitten studieren. Der DAAD bietet ebenfalls 250 verschiedene Programme an, um deutsche Studenten weltweit zu entsenden und stellt ebenfalls weltweit die grte Frderungsorganisation fr Auslandsstudienaufenthalte dar. Er ist eine leistungsorientierte Organisation, aber mit einem guten 2er Schnitt haben Studierende gute Chancen bei uns, so ein Vertreter des DAAD-Informationsstands.

Die weltweit grte Austauschorganisation fr naturwissenschaftliche und technische Praktika ist IASTE. Angehende Ingenieure, Agrarwissenschaftler, Chemiker und viele andere werden ber IASTE ins Ausland vermittelt. Die Studierenden erhalten fr ihr Praktikum eine Vergtung und werden reichlich betreut.

Alptraum Verwaltung!

So romantisch der Traum von der weiten Ferne ist, er kann fr manche Studenten zum Alptraum werden. Deutschland belegt in der Evaluation zur Anerkennung von Studienleistungen mit Andorra den letzten Platz, so Herr Prof. Geyer, Dekan der Philosophischen Fakultt an der Universitt Bonn. Die Folge: Studenten erwerben ihren Hochschulabschluss nicht innerhalb ihrer regulren Semesteranzahl und mssen fr einzelne Module ein weiteres Semester an der Universitt verbringen.

Frau Konegen-Grenier, Mitarbeiterin des Instituts der deutschen Wirtschaft in Kln, verwies auf aktuelle Studien. Fr 3/4 der befragten Unternehmen ist es irrelevant, ob Sie ihre Regelstudienzeit einhalten, so Konegen-Grenier und fhrt fort die Auslandsaufenthalte sind ausschlaggebend und verbessern Ihre Chancen bei einer Bewerbung um 2/3.

Alle guten Dinge sind mehr als drei!

Gegen 17.00 Uhr leerte sich allmhlich die Aula. Es wurden viele Flyer verteilt, die Pizzaschachteln waren leer und der Sangria fast vollstndig aufgebraucht. Ob der Auslandshunger gestillt ist? Sicherlich nicht. Ab dem dritten Mal haben Dinge im Rheinland Tradition, so Mller und hofft auch in den nchsten Jahren auf eine Messe, um die Studenten ber Auslandsaufenthalte zu informieren.

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