Die erste Etappe meines Auslandsaufenthaltes in Paris habe ich hinter mir: die Wohnungssuche. Mein "Studio entpuppte sich als ein sehr gerumiges, mit modernen IKEA-Mbeln eingerichtetes Zimmer mit Kchenzeile, einem Bad und einer extra Toilette. Noch dazu ist es sehr zentral gelegen, im 7. Arrondissement von Paris. Fr Nicht-Paris-Kundige: Das ist das Viertel, in dem auch der Eiffelturm steht. Den sehe ich aber leider nicht von meinem Fenster aus, sondern nur die Huser auf der anderen Seite des Hofes. Man kann nicht alles haben.

Die Einschreibung
Die nchste Etappe, die ich zu bewltigen hatte, war die Einschreibung. Die gestaltete sich als wesentlich komplizierter als in Bonn. In Bonn ist man mit seinen Unterlagen an EINEM Tag in EIN Bro gegangen und das wars. In Paris ist das anders. Ich war bei insgesamt vier Einschreibungen an drei verschiedenen Orten und das ganze ber zwei Wochen. Es gibt eine administrative Einschreibung und eine pdagogische Einschreibung. Wenn man allerdings mehrere Fcher studiert, in meinem Fall Franzsisch, Deutsch und Englisch, muss man sich fr jedes Fach extra einschreiben. Man wurde auch nicht ber die Einschreibungstage informiert, sondern musste selber herausfinden, wann man wo hin muss.

Teamwork
Ein Kommilitone grndete eine Facebook-Gruppe, in der wir uns gegenseitig Informationen zuspielten. Aushnge wurden abfotografiert und hochgeladen. Vieles stellte sich dann aber doch als falsch heraus. So hatten wir zum Beispiel schon im Voraus eine Bcherliste bekommen, die sich viele StudentInnen bereits besorgt hatten. Nicht wenige hatten die Bcher sogar schon whrend der Ferien gelesen. Schlielich fand jemand zufllig heraus, dass diese Bcherliste veraltet ist. Das war einer der wenigen Momente, in denen ich froh war, immer alles auf die letzte Minute zu machen. Ich hatte keines der Bcher gekauft, geschweige denn, gelesen.

Die Uni
Als die Kurse anfingen, war der Stundenplan immer noch nicht komplett; inzwischen hatten wir uns aber ein bisschen an das Chaos gewhnt. In der ersten Woche hatten wir nur Deutsch und mussten feststellen, dass wir, die Bonner Studenten, die im Rahmen des binationalen Studienganges "Deutsch-Franzsische-Studien" das zweite Studienjahr in Paris verbringen, die Einzigen im Raum waren. Wir sind dreiig Leute. Auf franzsischer Seite haben sich nur drei Studenten eingeschrieben. Die Dozenten stellten verdutzt fest, dass das geplante Unterrichtskonzept wohl ins Wasser fallen muss. Gemischte Teams aus Deutschen und Franzosen waren so nicht mglich.
Die Deutschkurse sind teilweise mehr, teilweise weniger anspruchsvoll. Wir schreiben am Ende des Semesters keine Klausur, sondern eine Hausarbeit und halten ein Referat. In der Woche hatte ich auch Franzsisch, vor allem Literatur und Grammatik. Die Vorlesungen finden in groen Hrslen statt. Das Mitschreiben und Zuhren fllt am Anfang schwer: Viele Professoren sprachen zu leise, zu undeutlich oder zu schnell oder benutzten schlichtweg zu komplizierte Wrter.

Das Fazit
Meine zweite Woche an der Uni ist jetzt vorbei. Mein Fazit: Ich habe hier definitiv mehr zu tun, als in Bonn. Mein Stundenplan ist gefllter (22 statt 16 Stunden die Woche) und mit 15 bis 20 Stunden die Woche, in denen ich mich um Kinder kmmern muss, werde ich mich bestimmt nicht langweilen. Ich finde das gar nicht so schlecht, da ich von meinem Gammel-Leben in Bonn sowieso erstmal genug hatte. (Mal sehen, was ich in einem Monat dazu sage). Sicher wird auch noch Zeit bleiben, um die Stadt zu erkunden und neue Bekanntschaften zu machen. Schlielich bin ich in Paris!

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