Das Erste, mit dem man sich auseinandersetzen muss, wenn man ein Auslandsjahr macht ist natrlich die Wohnungssuche. Paris ist teuer und es mangelt an Wohnraum. Fr Studenten aus dem Ausland ist es schwierig ein Zimmer in einem Wohnheim zu bekommen. Glcklicherweise kenne ich ein paar Leute in Paris, da ich schon mal lngere Zeit dort verbracht habe. Ich lie also meine Kontakte spielen, aber leider ohne Erfolg. Da blieb nur noch die Suche auf eigene Faust. Von all den Internet-Annoncen, die ich mir durchgelesen habe, ist die Seite pap.fr am besten und serisesten.

Schlielich kam ich in e-mail-Kontakt mit einer Frau, die letztes Jahr eine junge deutsche Mieterin hatte. Die war von ihr scheinbar so begeistert, dass sie schlussfolgerte, dass alle deutschen Mdchen so vorbildliche Mieterinnen sein mssen. Wir machten einen Besichtigungstermin aus. Ich kontaktierte sicherheitshalber trotzdem noch weitere Vermieter.

Unverzichtbar: Garanten!

Ein weiteres Problem: die Vermieter verlangen Unmengen von Unterlagen. Das A und O ist es, einen oder mehrere Garanten zu haben, in der Regel die Eltern. Man braucht deren Gehaltszettel und eine Erklrung, dass sie, falls man keine Miete zahlen knnte, die Kosten bernehmen. Teilweise wird gefordert, dass die Garanten das Dreifache der Miete verdienen mssen oder hnliches. Weitere Unterlagen die hufig gefordert werden: Kopien Personalausweise, Arbeitsvertrge der Garanten, Nachweis frs Studium usw.. Eine Vermieterin wollte sogar, dass ich einen Lebenslauf abgebe.

In Paris wohnte ich zunchst in der Wohnung einer Familie, die im Urlaub war. Es ist nmlich wichtig vor Ort zu sein, sonst ist es sehr schwierig eine passende Bleibe zu finden. Und dann hie es: anrufen, anrufen, anrufendie Handyrechnung stieg.

Wenn ich es dann mal geschafft habe einen Besichtigungstermin auszumachen, war nicht selten eine lange Schlange von Interessenten vorm Objekt der Begierde. Oder, und das passiert noch hufiger, es war einfach niemand da.

Studios- klein und teuer

Hinzu kamen finanzielle Sorgen. In Paris werden sehr viele sogenannte Studios vermietet. Es handelt sich dabei um ein Zimmer mit einer kleinen Kchenzeile und, im Idealfall, einem kleinen Bad. Hufig befindet sich die Toilette aber im Gang und die Dusche im Zimmer. Das Zimmer ist hufig nicht grer als 9 m. Der Preis fr so ein Studio liegt bei 400 aufwrts, je nach Gre, Ausstattung und Wohngegend. Man sollte auf jeden Fall Wohngeld (CAF) beantragen. Eine WG zu finden ist viel hrter als in Deutschland. Wenn mans aber trotzdem versuchen will, lohnt es sich bei appartager.fr nachzusehen. Aber aufgepasst: Einige Mnner missbrauchen diese Seite als Partnerbrse.

Kontakte helfen

Meine einzige Hoffnung blieb die Vermieterin, die unbedingt eine deutsche Mieterin haben wollte.
Allerdings war dieses Studio, wenn auch verhltnismig gnstig, noch immer zu teuer fr mich. Schlielich kam die Rettung; meine Kontakte sollten mir doch noch helfen. Ich kannte jemanden, der eine Familie kannte, die auf der Suche nach einer Deutschen waren, die sich jeden Abend um ihre Kinder kmmert und vor allem mit ihnen deutsch spricht. Die Eltern sind Eigentmer eines Studios, in dem ich dafr als Gegenleistung, als Bezahlung sozusagen, wohnen darf. Die mhsame Wohnungssuche war zwar umsonst, aber ich bin dafr ein ganzes Stck schlauer geworden. Noch wichtiger ist, dass ich eine neue Seite des Pariser Lebens kennengelernt habe. Paris ist nicht nur die Stadt der Liebe, diese Wochen war sie fr mich vor allem die Stadt der wuchernden Mietpreise. Cest la vie.

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