Bei bestem Bonnwetter war es wieder soweit: 1245 Absolventinnen und Absolventen aller sieben Fakultten feierten ein in Deutschland einmaliges Fest. Mit Talaren und Baretts bekleideted lauschten sie diesmal der rheinischen Frohnatur Konrad Beikircher, der auch in Bonn studiert hatte.

Wie gewohnt zogen alle sieben Fakultten sternfrmig in das Festzelt, das schon seit Wochen auf der Hofgartenwiese thronte. Dieses Jahr bot es 5000 Menschen Platz: So viel wie noch nie zuvor. Rektor Fohrmann begrte die Absolventen und beglckwnschte sie zu ihrem Abschluss. Er verwies auf die Einmaligkeit dieser Veranstaltung. OB Nimptsch bedauerte anschlieend, dass er nicht selbst eine solche Feier erlebt hatte.

Rheinlandexperte Beikircher bringt das Zelt in Wallung

Anschlieend war es an Konrad Beikircher, fr richtig Stimmung zu sorgen. Beikircher erzhlte von seinen Erlebnissen als SDSler in den "wilden Siebzigern" und dem "rheinische Geiste". Dabei gab er eine Anekdote zum besten, die sicherlich so bisher nicht zu finden war: Rudi Dutschke besuchte die Universitt. Dutschke kommt", so Beikircher "Wir alle waren gespannt, was passieren wrde." Polizei? Verhaftungen? "Er hatte einen Parka an. Da stellt sich eine der Damen von der Garderobe hinter ihn und sagt: "Kann ich der Mantel haben? Et wird Ihnen sicher warm beim Sprechen", nimmt den Mantel, drckt Dutschke eine Garderobenmarke in die Hand und dat wor et dann! Keine Polizei, keine Wasserwerfer - eine rheinsiche Garderobenfrau hat dem berliner Revoluzionr den rheinischen Weg gezeigt! Und er hat die Garderobenmarke genommen!" Beikircher, der als intensiver Rheinlandexperte gilt - auch er bedauert, dass es damals solche Veranstaltungen nicht gab.

Ihn freude die neue Integration von Universitt, Stadt und Region. "Die Universitt muss wieder in die Region hinausstrahlen. Die Stadt und alle Bewohner sollten stolz darauf sein." Dieses Ziel sieht er auf einen guten Weg gebracht. Aber man knne noch mehr tun. In Padua sei es blich, dass Stadt intensiv Anteil nimmt an dem Abschluss der Absolvente. Padua war lange seine zweite Heimat gewesen, so Beikircher.

Die studentischen Reden

Neben der Rede des aktuellen AStA-Vorsitzenden Jakob Horneber (GHG-campus:grn) begeisterte vor allem die einfhlsame Ansprache der Romanistin Violeta Tabus. Sie erzhlte, wie sie als fremdsprachige Studentin aus Rumnien nach Bonn kam, den Kopf voller Plne. Aber mit der Zeit habe sie verstanden, dass die Hauptsache darin bestehe, richtige Entscheidungen zu treffen. Nicht die Zukunft im Voraus festzulegen.

Es war eine angenehme Atmosphre, bekundeten Teilnehmer. Vieles ist im im siebten Jahr lockerer geworden, wie Absolventen, die im Jahr zuvor Ordner waren, erzhlen. Untermalt wurde die Feier von der Universitren Bigband.

Vergabe der Lehrpreise

Zum ersten Mal wurden zudem die Lehrpreise vergeben. Zwlf Preistrger wurden bedacht. Der Preis, dotiert mit 4000 Euro, wurde aus Studiengebhren finanziert. Daher hatten die Studenten auch ein Wrtchen mitzureden: Ihre Evaluation der Lehre beeinflusste den Preis. Prmiert wurden diejenigen, die am Meisten fr Studenten getan haben, besonders freundlich und hilfsbereit waren, kurz, die Lehre verbessert haben. Dabei gab es einen Fakulttsschlssel. Aus diesem Grunde kamen die zwlf nur aus sechs der sieben Fakultten; die Theologen gingen leer aus.

Prmiert wurden aus der Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultt Prof. Dr. Alois Kneip (Statistik) und Prof. Dr. Johannes Heyers (Brgerliches Recht).
Aus der Medizinische Fakultt waren es Prof. Dr. Wolfgang Voos (Physiologische Chemie) und Prof. Dr. Max P. Baur (Medizinische Statistik)
Fr die Philosophische Fakultt nahmen die Preise entgegen: Prof. Dr. Marion Gymnich (Englische Philologie), Prof. Dr. Anne-Marie Bonnet (Kunstgeschichte) sowie Prof. Dr. Martin Reuter (Center for Economics and Neuroscience)
Aus dem mathematisch-naturwissenschaftlichen Fachbereich wurden Prof. Dr. Ulrich Jaehde (Klinische Pharmazie), Prof. Dr. Martin Langer (Professor fr Mikropalontologie), Prof. Dr. Rainer Manthey (Informatik) und PD Dr. Bernhard Metsch (Helmholtz-Institut fr Strahlen- und Kernphysik) ausgezeichnet.
Bei den Agrarlern erhielt Prof. Dr. Bjrn Waske (Fernerkundung in den Agrarwissenschaften) den Preis.

PD Dr. Metsch erklrte, der Preis sei eine groe Ehre. Zugleich aber auch ein Ansporn, im nchsten Jahr noch mehr fr die Studenten da zu sein.

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