Eine Universitt ist kein Max-Planck-Institut und sollte es auch nicht werden. Mit traditionell mahnenden und vorsichtig-optimistischen Worten lutete Rektor Jrgen Fohrmann das neue akademische Jahr ein. Die knapp zweistndige Erffnungsfeier in der Universittsaula, erstmals am spten Nachmittag, war gut besucht. Fohrmann betonte, er wolle keine verschultes Studium an seiner Universitt. Vielmehr solle Eigeninitiative und Interessen der Studierenden gefrdert werden. Zugleich sprach er sich fr eine planmige Revision des Bachelorstudienganges und eine Einbindung der Studenten aus. Man solle eine moderate berschreitung der 3 Jahre Studienzeit zulassen auch unter dem Aspekt, dass der BA in den USA weitgehend nicht anerkannt werde. Nicht gerade ideale Bedingungen, wie er sarkastisch anmerkte.

Ein weiterer Aspekt des Jahresberichts lag auf den geschaffenen und zu schaffenden Kooperationen der Universitt Bonn. Neben Kooperationen mit Aachen, Kln und Jlich im Bereich Landwirtschaft, Bioeconomy und Neuroforschungen kam es zu einer Zusammenarbeit mit der Fraunhofer Gesellschaft. Im Feld der internationalen Politik habe es durch die Arbeit des Zentrums fr Entwicklungspolitik (ZEF) und deren Projekt WASCAL wegweisende Anstze gegeben.

All dies stehe unter den Kernpunkten von Expertise und Intellektualitt, auf die Fohrmann wiederholt hinwies. Es solle eine verstrkte interdisziplinare Zusammenarbeit zwischen den Fchern geben. Nahm er auch nicht das Wort Synergien in den Mund, so verwies er aber auf produktive Verzahnungen. Dabei nannte er bestehende Initiativen wie zwischen Mathematik/konomik. An Drittmitteln wurden im letzten Jahr 113 Millionen Euro eingeworben. Zudem gingen Preise wie der Leipnizpreis fr Frank Neese (Theoretische Chemie) an Mitarbeiter der Universitt.

Die Zukunft: Neue Professuren
In der Vorausschau warb er fr das Konzept von Forschung und Verantwortung. Vermehrter Austausch mit aueruniversitren Forschungsinstituten und der Aufbau eines Promotionsprogrammes stehen ebenfalls auf der Agenda. Zudem schafft Bonn zwei neue Professuren: eine Dahrendorff-Professur fr die Theorie der modernen Gesellschaft im Bereich Demokratieforschung und eine Professur fr Kultursoziologie. Desweiteren wird ein fakulttsbergreifendes Kooperationsforum Normativitt und Ethik
Gewinner der Staatspreise
Ariane Meyer (45. Queens Preis), Dr. Vera Klewitz (Prix de la Rpublique Franais), Nadine Rademacher (Premio Rey de Espana), David Schumacher (Ambassadors Award) und Dr. Christoph Goos (Premio del Presidente della Repubblica Italiana).

Goos teilt sich zudem den mit 10.000 Euro dotierten Promotionspreis der Uni Bonn mit Dr. Thomas Borrmann. Der DAAD-Preis ging an Natalia Shabelina, den Initiativ-Preis fr die beste studentische Initiative ging an das Projekt Nibelungen Mythos, Kitsch, Kult.
geschaffen. Der Antrag auf die Grndung einer Bonner Universittsakademie sei zudem eines der Hauptziele.

Begleitet von Einspielvideos wurden anschlieend traditionell die Staatspreise verliehen.

Fohrmann schloss die Veranstaltung mit dem Grimmschen Mrchen ber die drei Brder und den versnlichen Worten, Exzellenz ist immer geteilte Macht.




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