Janina hat das erste Semester gut berstanden.
   
Alle Jahre wieder begrt die Uni Bonn einen neuen Jahrgang frischer B.A. Studis zum Wintersemester. Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass aller Anfag schwer ist. Einen Einblick in den Erstialltag schildert campus-web-Readakteurin Janina Renard in unserer neuen Miniserie.


Erstsemester-Abenteuer:


Einige Wochen vor Studiumsbeginn:

Die Universitt ruft.
Das Abitur ist geschafft, die Koffer sind gepackt und nach Wochen langer Suche ist auch eine Wohnung gefunden. Kein leichtes Unterfangen bei den hunderten Studenten, die zeitgleich mit mir eine Unterkunft in ihrer neuen Wahlheimat suchen.
Hundertmal habe ich jetzt schon von Bekannten den Satz zu hren bekommen:
Eine neue ra beginnt. Fr mich bedeutet das zunchst einmal alte Freunde und die gewohnte Umgebung hinter mir zu lassen, vllig neu zu beginnen.Vom Land geht es in eine Grostadt. Zumindest wirkt Bonn auf mich so und vielleicht bleibt auch deswegen neben der Aufregung und Vorfreude, die Nervositt und der Abschiedsschmerz.

Das Studium:

Schon in der Einfhrungswoche beginne ich mich zu fragen, wie ich mein Studium organisieren soll, ohne in der Brokratie unterzugehen.Termine bei Prfungsmtern, Anwesenheitskontrollen und Basis bestimmen jetzt meinen Alltag. Nachdem ich in langer Arbeit meinen Stundenplan erstellt habe, wei ich, dass Basis wohl nicht mein Freund wird, zumindest nicht in diesem Leben. Das Programm der Universitt, in das sich jeder Student online fr seine Kurse anmelden muss, scheint sich nicht gerne meinem Willen beugen zu wollen. Doch es bleiben noch viele weitere Hindernisse.

Ich starte an dem Montagmorgen vorsichtshalber eine halbe Stunde eher zu meiner ersten offiziellen Veranstaltung. bungsraum 6 VZ, was soll denn das wieder bedeuten?
Verzweifelt kmpfe ich mich durch das Getmmel auf der Suche nach dem richtigen Raum. Kaum einer der Studenten, die ich auf dem Weg treffe, kann mir meine Fragen beantworten. Sie scheinen genauso ratlos zu sein wie ich. VZ bedeutet Verfgungszentrum, soweit meine neuesten Erkenntnisse. Als ich schlussendlich den besagten Ort in einem versteckten Winkel finde, habe ich die halbe Uni schon erkundet. Nervs beginne ich meine Unterlagen aus meiner Tasche zu kramen. Unser Dozent ist berraschend jung und versucht uns erst einmal aufzulockern.
Aber relativ schnell wird uns klar: Mit der Schule ist das hier nicht zu vergleichen.
Es wird diskutiert, geforscht und kritisiert, whrend sich die ersten neuen Bekanntschaften entwickeln.

Am Ende der 90 Minuten berkommt mich schon eine leise Vorahnung, dass das hier kein leichtes Spiel wird. Abenteuerlich gestimmt, strze ich mich in die restlichen Veranstaltungen der Woche, die nicht weniger berraschungen bieten.
Es stellt sich heraus, dass nicht genug sogenannte Reader,Ordner mit Arbeitsmaterialien, fr jeden Studenten zur Verfgung stehen. Die Erklrung der Dozenten ist hierbei eher fragwrdig: Mit so vielen Studenten im Fach Germanistik htten sie nicht gerechnet.
Das Ende der Einschreibungsfrist war zwar im September, aber ein Monat Zeit schien nicht auszureichen.

Am Ende der ersten Woche lautet mein Pensum 350 Seiten lesen pro Woche.
Trotzdem bleibt zwischen dem Stress noch Platz fr das angepriesene Freiheitsgefhl. Ausgelst durch die erste eigene Wohnung, Semesterpartys und ein abendliches Bier in Bars. Im Laufe der nchsten Wochen ebbt die Aufregung ab und langsam beginne ich vertraute Gesichter in Kursen und Gngen wiederzuerkennen.
Dennoch verzichte ich im ersten Semester erst einmal auf zustzliche Sprachkurse, Literaturtreffs oder Theatergemeinschaften.

Anscheinend ist jeder Student im Stress, ebenso wie ratlos und der Verzweiflung nahe.
Wie gut, dass eine Erstsemestergruppe bei studi-Vz hierbei Abhilfe leisten kann.
Mithilfe der Fachschaft und anderen Studenten werden Fragen geklrt, Probleme gelst und Erfahrungen ausgetauscht. Ich stelle fest, dass ich nicht die Einzige bin, die sich bld vorkommt, wenn sie nicht wei wo genau Turkmenistan liegt. Sehr beruhigend zu wissen, dass ich nicht alleine bin, auch mit der Frage, warum ich mich eigentlich doppelt und dreifach fr die Prfungen anmelden muss. Ehe ich mich versehe ist das Semester vorbei und die eben Besagten stehen an.Trotz Probeklausuren und aufbauenden Worten, bleibt ein Rest der Angst und Nervositt. Ich meinem Kopf summe ich die Worte:
Was sind schon Universittsklausuren gegen zentrale Abiturprfungen?
Tatschlich bin ich nach meinen Prfungen positiv berrascht.
Es wird eben nichts so hei gegessen, wie es gekocht wird.

Einige Wochen nach dem ersten Semester:

Das erste Semester ist geschafft. Ich geniee in Ruhe meine vorlesungsfreie Zeit und von Mutter zuhause bekocht zu werden. Aber das zweite Semester lsst nicht auf sich warten.
Immerhin habe ich jetzt schon einige Erfahrungen und wei, was auf mich zukommt.
Fr das kommende Semester habe ich mir sogar vorgenommen Sportkurse nebenbei zu besuchen.
Trotzdem werde ich wieder morgens durch die Uni irren und meine bungsrume suchen und sicherlich wird auch Basis mich das Semester ber begleiten und zur Weiglut treiben.
Das erste Semester war ein Abenteuer, aber was wre das Leben schon ohne Abenteuer?

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