„Girls´Day“ und „Neue Wege für Jungs“ plädieren...
   
 

...für eine interessenorientierte Berufswahl
   
 

...fernab der geschlechtertypischen Zuordnung
   
Einmal im Jahr ist es so weit – es ist „Girls´Day“. Das heißt bundesweit öffnen Hochschulen ihre Türen für Mädchen, die an naturwissenschaftlichen, technischen oder wirtschaftlichen Studiengängen interessiert sind. Schon seit 2001 zieht die Initiative zahlreiche Mädchen an. Seit fünf Jahren werden nun auch Jungs im Rahmen der Veranstaltung „Neue Wege für Jungs“ über Berufsbilder im Bereich Sozialversicherung, Verwaltung, Sprachenzentrum und Bibliothekswesen informiert werden. „Girls´Day“ und „Neue Wege für Jungs“ plädieren für eine interessenorientierte Berufswahl fernab der geschlechtertypischen Zuordnung.

Etwa 200 Schülerinnen und Schüler verschiedener Jahrgangsstufen versammelten sich in diesem Jahr am 22. April an der Hochschule Rhein-Sieg in Sankt Augustin. Die Interessen und Erwartungen waren so unterschiedlich, wie die einzelnen Teilnehmer selbst. Von Klasse fünf bis zwölf war jeder Jahrgang vertreten. Die Geschlechterverhältnisse waren allerdings unausgewogen. Hauptsächlich Mädchen fanden sich in der Hochschule ein, was auch daran lag, dass mehr Kapazitäten für weibliche Teilnehmer angeboten wurden.

Neben zahlreichen Schülerinnen und Schülern, die freiwillig teilnahmen, war der Besuch für andere wiederum Pflicht. So zum Beispiel für die gesamte Stufe elf der Liebfrauenschule in Bonn. Bei Nichtteilnahme am „Girls´Day“ drohte das Putzen der Schule. Die Stimmung der Mädchen war dennoch nicht getrübt, denn der „Girls´Day“ überzeugte auch sie mit seinem vielfältigen Angebot. Freiwillig wären einige nicht erschienen und wissenswerte Informationen wie auch Eindrücke wären ihnen entgangen. Das bestätigt auch Liebfrauenschülerin Victoria. Ihr bot sich an diesem Tag die Möglichkeit einen informativen Überblick über das Studium der Wirtschaftswissenschaften zu erlangen. Sie ist nun noch entschlossener nach dem Abitur dieses Studium anzutreten.

Auch andere Meinungen der Schülerinnen und Schüler empfehlen den Berufs- und Studieninformationstag an der Hochschule. Ein konkreter Einblick ist schließlich nur hier möglich. Ganz davon abgesehen ist auch der Spaßfaktor sehr groß. Die Informationsveranstaltungen zu technischen Studiengängen legen besonders großen Wert darauf, dass die Praxis nicht zu kurz kommt. Spielerisch und in Eigeninitiative konnte erstes grundlegendes Fachwissen gesammelt werden.

Dies wurde mit einem großen Lob der Teilnehmer honoriert. Die Schülerinnen des Kardinal-Frings-Gymnasiums der Klasse 7 c hielten ihr vorzeigbares Resultat sogar in der Hand. Ein kleines elektronisches Klavier, das sie eigenständig programmierten. Für sie ist der „Girls´Day“ schon zu einer Art alljährlichem Event geworden, den sie sicherlich auch nächstes Jahr besuchen werden.
Grenzen überwinden und Meinungen bilden

Nicht jeder Beruf war den Schülern gleich bekannt. Einige der Jungen gaben zu, dass sie gegenüber manchen Berufsbildern ein falsches, voreingenommenes Bild hatten. Sie unterschätzten beispielsweise den Beruf des Bibliothekars. „Wir wussten nicht wie schwierig es ist Bücher herauszusuchen“, sagten die Schüler der siebten Klasse des Rhein-Sieg Gymnasiums. Bis auf einen von ihnen, dessen Herzenswunsch es ist Schauspieler zu werden, wollen die anderen größtenteils dennoch, ganz „typisch Mann“, einen technischen Beruf ergreifen. Trotzdem sind sie dankbar über die neuen Einblicke in die verschiedenen Bereiche.

So geht es auch allen anderen Schülern, die ihren Berufswunsch nicht konkretisieren konnten. Sie nahmen neue positive Eindrücke mit und wünschen sich weitere Berufsinformationstage im Stil von „Girls´Day“ und „Neue Wege für Jungs“. Den Spaß an dem gesamten Tag konnte man ihnen deutlich anmerken. Zum krönenden Abschluss wurden tolle Sachpreise verlost, wie Bücher, Familienpakete fürs Museum und ein Windows Office Programm. Sicher werden auch nächstes Jahr wieder viele wissbegierige Mädchen und Jungen in die Hochschule einkehren, schließlich lohnt es sich.

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